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Der Medizinalkürbis - gut für Prostata und Blase

©wikipedia/ Darkone

Kürbis: Dekoration, Lebens- und Arzneimittel

Es gibt verschiedene Kürbisarten, die sich zum Dekorieren oder Kochen eignen. Der Medizinalkürbis soll bei Prostata- und Reizblasenbeschwerden helfen.

Von: Prof. Dr. Schilcher

Wie er sich vom Zier- und Speisekürbis unterscheidet

Der Kürbis ist eine sehr alte, in Amerika heimische Kulturpflanze, die in den Balkanländern ab dem 16. Jahrhundert und in Mitteleuropa seit Beginn des 18. Jahrhunderts genutzt wird. Die Gattung Cucurbita (Kürbisgewächse) die rund 20 Arten besitzt und weltweit in etwa 800 Sorten kultiviert wird, kann man in drei Gruppen unterteilen:

Kürbisarten

  • Zierkürbisse, die aufgrund ihrer leuchtenden Farben und vielfältigen Formen hervorragend für Dekorationen, aber nicht zum Verzehr geeignet sind.
  • Lebensmittel-Kürbisse, deren Fruchtfleisch zur Herstellung geschmacklich interessanter Suppen, Gemüse, Salate, Säfte, Marmelade etc. verwendet werden und aufgrund ihres Carotinoid- und Mineralstoffgehaltes aus ernährungsphysiologischer Sicht von Bedeutung sind. Aus den Samen gewinnt man fettes Öl mit 20 - 30 % der einfach ungesättigten Ölsäure und 44 - 64 % der mehrfach ungesättigten Linolsäure. Dieses fette Öl wird aus den hartschaligen Samen folgender (und weiterer Arten) gewonnen: Speise- oder Winterkürbis (Cucurbita maxima), Moschus- oder Muskatkürbis ( Cucurbita moschata), Feigenblattkürbis (Cucurbita ficifolia) usw. Bei diesen fetten Kürbisölen handelt es sich nicht um das in Gourmetkreisen beliebte grüne steirische „Bauern-Kernöl“, das aus dem weichschaligen steirischen Ölkürbis gewonnen wird.
  • Medizinal- Kürbisse der Art Cucurbita pepo L., deren Fruchtfleisch geschmacklich keinen Anklang findet. Von medizinisch großer Bedeutung sind die weichschaligen, bzw. „schalenlosen“ grünen Samen einer speziell gezüchteten Variante des steirischen Öl-Kürbis. Beim Kauf dieser arzneilich verwendeten Kürbissamen sollte man zweckmäßigerweise einen Medizinal-Kürbissamen mit einem langen botanischen Namen verlangen. Apotheker(innen) oder Reformhausfachverkäufer(innen) wissen dann, dass es sich um die Samen von Cucurbita pepo L., Convarietät citrullinina, Varietät styriaca, Forma Fink handelt.


Der Medizinalkürbis

In über 15 jähriger Züchtungsarbeit, zum Teil unter meiner Leitung, wurde erreicht, dass diese spezielle Kultursorte überdurchschnittlich hohe Gehalte an pharmakologisch aktiven Inhaltsstoffen enthält, z. B. die (mit bestimmten menschlichen Hormonen verwandten) Phytosterole.

Dies ist die Voraussetzung, um Prostata- und Reizblasenbeschwerden (was in pharmakologischen und klinischen Studien nachgewiesen werden konnte), sowie das Bettnässen bei Kindern zu lindern.

Um eine Wirksamkeit zu erreichen, müssen 10 bis 15 Gramm dieser Spezial-Granufink-Kerne oder 15 Gramm des Granulates über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Die besten Erfolge zur Reduzierung des nächtlichen Harndranges bei gutartiger Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie BPH) konnten in einer Placebo-kontrollierten Doppelblindstudie mit einem alkoholischen Trockenextrakt 25:1 (d.h. aus 25 kg Kürbissamen wird 1 kg hoch konzentrierter Extrakt gewonnen) festgestellt werden.

Der gleiche Extrakt, zusammen mit Extrakten aus der nordamerikanischen Gewürzsumach-Rinde und Hopfenzapfen, ist zur symptomatischen Behandlung der Reizblase im Stadium I geeignet (lassen Sie sich bitte in der Apotheke beraten!). Bei psychovegetativen Blasenstörungen mit nächtlichem Einnässen (Enuresis nocturna) oder Einnässen tagsüber (Enuresis diurna) empfiehlt sich die Gabe von 3 gehäuften Esslöffeln Granufink Kürbiskerngranulat über den Tag verteilt, am besten mit Müsli, Joghurt oder Quark etc. gemischt.

Mit dem nussartig schmeckenden dunkelgrünen steirischen Bauernkernöl konnten bislang noch keine zufriedenstellenden Effekte bei der gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie BPH) oder Reizblase festgestellt werden. Das Bauernkernöl ist aber aufgrund der ungesättigten Fettsäuren, dem hohen Gehalt an Vitamin E und Carotinoiden ein ernährungsphysiologisch interessantes fettes Pflanzenöl, ganz abgesehen davon, dass jede Kürbissuppe und viele andere Gerichte geschmacklich damit verfeinert werden können.

Literatur:

  1. Schilcher, H., Kammerer, S., Wegener, T.: Leitfaden Phytotherapie, 4 Auflage, Urban & Fischer Verlag, München-Jena, 2010