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Melisse bei (Ein-)Schlafstörungen

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Gut schlafen mit Melisse

Melisse hilft nicht nur als Tee bei Einschlafstörungen, sondern auch in Form von Creme bei Herpes. 

Von: Prof. Dr. Schilcher

Seit dem Altertum als Arzneipflanze geschätzt

Die intensiv nach Zitrone duftende Melissa officinalis L., deren Heimat der östliche Mittelmeerraum ist, lässt sich bei uns auf feuchten, humusreichen Böden als ausdauernde Staude gut kultivieren. Sie ist nicht nur eine seit dem Altertum geschätzte Arzneipflanze, sondern es existieren von deren Extrakten auch jüngere klinische Wirksamkeitsstudien.

Melisse als Tee, Creme und Gewürz

Die Extrakte müssen einen konstanten Mindestgehalt an Hydroxyzimtsäure-derivaten (darunter Rosmarinsäure) enthalten, um wirksam zu sein. Von den in alten Kräuterbüchern und aktuellen „Hausbüchern“ noch immer nachzulesenden rund 47 Anwendungs-Möglichkeiten können nach dem heutigen medizinischen Wissensstand lediglich die Anwendungen bei funktionell bedingten Magen-Darm-Beschwerden und bei nervös bedingten Einschlafstörungen z. B. als Melissentee oder besser noch als Frischpflanzen-Presssaft, vertreten werden. Als „Einschlaftee“ werden pro Tasse 3 Teelöffel getrocknete Melissenblätter mit heißem Wasser übergossen und am besten in einer Teetasse mit Sieb-Einsatz und Deckel einige Minuten zugedeckt ziehen gelassen und nach Bedarf mit Honig gesüßt.

In mehreren klinischen Studien wurde die Wirksamkeit einer Creme mit standardisiertem Melissenblätter-Trockenextrakt (Lomaherpan ® Creme) gegenüber den Lippen-Herpes-Viren HSV-1 und HSV-2, sowie sogar gegenüber Aciclovir-resistenten Viren nachgewiesen.

Breit gefächert sind die Verwendungsmöglichkeiten frischer Melissenblätter als Gewürz bzw. als „Aromapflanze“. Frische, gehackte Melissenblätter eignen sich bestens zum Aromatisieren von kalten Getränken und Speisen wie Salaten (z. B. von grünem und Gurkensalat, Kartoffel-, Eier- und Fischsalat sowie von Obstsalat.) und zu Salatdressing. Als Delikatesse empfiehlt sich ein Butterbrot, das mit gehackten, frischen Melissenblättern bestreut wird. Frisch gebrühter Schwarz- oder Grüntee, dem man vor dem Kaltstellen zwei bis drei Zweige frischer Melisse zusetzt, ist ein köstliches und zugleich anregendes Erfrischungsgetränk an heißen Tagen.

Das für Bäder verwendete und in der Aromatherapie eingesetzte „Melissenöl“ ist in der Regel kein echtes Melissenöl, da dieses mit einem Kilopreis von ca. 4.000,00 € viel zu teuer wäre, sondern das ähnlich duftende Citronellöl, das aus Cymbopogon-Arten (= bestimmte Gras-Arten) gewonnen wird und irreführend als „Indisches Melissenöl“ im Verkehr ist.

Literatur:

  1. Schilcher, H., Kammerer, S., Wegener, T.: Leitfaden Phytotherapie, 3 Auflage, Urban & Fischer Verlag, München-Jena, 2007