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Schlüsselblumenzubereitungen gegen Husten

Schlüsselblume: Die (Schleim-) Lösung gegen Husten

Schlüsselblumen als Teeaufguss helfen bei Husten mit zähflüssigem Schleim.

Von: Prof. Dr. Schilcher

Frühblüher

Weitere Frühblüher neben dem Huflattich sind die schwefelgelbe Große bzw. Aufrechte Schlüsselblume (Primula elatior L.) und die goldgelbe Wiesen-Schlüsselblume (Primula veris L.) mit charakteristischen orangefarbenen Flecken im Schlund und bauchigem Kelch.

Schleimlösendes Hustenmittel

Beide ausdauernden Primel-Arten sind gesetzlich geschützt und werden daher für pharmazeutische Zwecke angebaut, was sowohl dem Wunsch des WWF (World Wide Fund For Nature) entgegenkommt, als auch einen konstanten Wirkstoffgehalt an schleimlösenden Triterpensaponinen garantiert.

Zur Therapie eines Hustens mit zähflüssigem Schleim werden die Röhrenblüten zusammen mit dem Kelch sowie die Wurzeln verwendet.
Von den Blüten bereitet man einen Teeaufguss (Infus). Dazu werden 1 gehäufter Teelöffel Blüten mit ¼ l kochendem Wasser übergossen, ca. 5 Min. ziehen gelassen und abgeseiht.

Von den Wurzeln stellt man besser eine Tee-Abkochung (Dekokt) her, indem ½ Teelöffel Wurzeln mit ¼ l kaltem Wasser übergossen, ca. 20 min. gekocht und anschließend abgeseiht werden.
Für Kinder ist aus geschmacklichen Gründen der Tee-Aufguss aus den Blüten besser geeignet, obwohl die Abkochung aus der Wurzel wirksamer ist.

Beim Ernten der Arzneipflanzen sollte man Handschuhe tragen, da rund 5 % der Bevölkerung unter einer Primelallergie leiden.
Bei der Verwendung der Wurzel kommen gelegentliche Verfälschungen/Verwechslungen mit den Wurzeln der giftigen Schwalbenwurz vor, was bei arzneibuch-geprüften Drogen allerdings auszuschließen ist.

Neben der Verwendung als gutes schleimlösendes Hustenmittel werden in der traditionellen Volksmedizin noch weitere 17 (!) Anwendungsgebiete genannt, die sämtlich unzulänglich abgesichert bzw. nicht reproduzierbar sind.

Literatur:

  1. Schilcher, H., Kammerer, S., Wegener, T.: Leitfaden Phytotherapie, 4 Auflage, Urban & Fischer Verlag, München-Jena, 2010