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Rhus toxicodendron bei rheumatischen Beschwerden

Giftsumach (Rhus toxicodendron) hat ein dreiteilig gefiedertes Blatt.

Rhus: die Giftpflanze ist bei Homöopathen beliebt

Wenn es in Gelenken, Bändern oder Muskeln schmerzt und ziept, dann kann Rhus toxicodendron die rheumatischen Schmerzen lindern. Welche weiteren Leitsymptome wichtig sind und wie Sie Rhus richtig einnehmen.

Von: Corinna Heyer

Rhus toxicodendron kompakt: Die wichtigsten Fakten

Was ist Rhus toxicodendron?

Rhus toxicodendron ist der lateinische Name des Giftsumaches, dessen Heimat Nordamerika ist. Der Strauch ist in allen Teilen giftig und kann zu Erbrechen und Blasenbildung auf der Haut führen. Häuser, in deren Gärten Rhus wuchs, galten in den USA als verhext, weil die Bewohner häufig unter Rheuma litten.

Des einen Leid, des anderen Freud

Genau diese Giftigkeit macht sich die Homöopathie zunutze. Gemäß der homöopathischen Arzneimittellehre (Ähnliches mit Ähnlichem heilen) wird Rhus daher in bestimmten Verdünnungsstufen (so genannte Potenzen) bei Schmerzen des Bewegungsapparates (rheumatische Beschwerden, Arthrose und Gelenkschmerzen) und bei Hautausschlägen mit Bläschenbildung wie bei Lippenherpes oder Herpes zoster (Gürtelrose oder Windpocken) eingesetzt.

Gibt es Nebenwirkungen?

Bei Personen, die empfindlich auf die Heilpflanze Rhus toxicodendron reagieren, kann es zu Hautreizungen im Mund/Rachen und Beschwerden im Magen-Darm-Trakt kommen, die sich mit Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall äußern. Setzen Sie in diesem Fall das Homöopathikum ab und wenden Sie sich an Ihren Arzt.

Bei der Einnahme des homöopathischen Arzneimittels können sich die Beschwerden vorübergehend verschlimmern (Erstverschlimmerung), was Therapeuten als positives Zeichen der richtigen Mittelwahl ansehen. Solange der Prozess anhält, sollte das Mittel nicht weiter genommen werden. Warten Sie also so lange ab oder befragen Sie bei Unsicherheit Ihren Arzt.

Was wird verwendet?

Zur Herstellung der homöopathischen Medikamente werden die frischen Blätter (Folia toxicodendri) verwendet.

Einnahme und Dosierung

Wobei und wie gut hilft Giftsumach?

Rhus toxicodendron wird seit Beginn der Homöopathie genutzt und gehört heute zu den bedeutendsten Mitteln dieser alternativen Heilmethode. Die Kenntnisse zur Wirksamkeit stammen aus den homöopathischen Arzneimittelprüfungen und den langjährigen positiven Erfahrungen. Es gibt allerdings keine klinischen Studien zur Wirksamkeit nach schulmedizinischen Maßstäben, da das Wesen und die Herangehensweise der Homöopathie (kein Standardmittel, sondern individuelles Arzneimittel pro Patient je nach Symptomkomplex und Leitsymptomen) nicht übertragbar sind auf das Studiendesign der Schulmedizin.

Bewährte Anwendungsgebiete von Rhus toxicodendron:

  • Erkältung und Grippe
  • Fibromyalgie und Muskelschmerzen
  • Gürtelrose
  • Knieschmerzen, Gelenkschmerzen durch Arthrose oder rheumatoide Arthritis
  • Lippenherpes
  • Rückenschmerzen, Hexenschuss
  • Windpocken

Botanik: Aussehen und Herkunft

Zeichnung von Rhus toxicodendron von Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé.

Der Eichenblättrige Giftsumach (Rhus toxicodendron) wurde früher auch Toxicodendron quercifolium genannt, da die Blätter im jungen Stadium eichenähnlich aussehen (lat. Quercus=Eiche). Die Art wächst als Halbstrauch oder Liane im Unterholz von Wäldern. Heimat ist Nordamerika. Typisch sind das dreiteilig gefiederte Blatt und der weiße, giftige Milchsaft, der sich an der Luft rasch schwarz färbt und einen penetranten Geruch verströmt. Am rispigen Blütenstand wachsen zahlreiche kleine, weiße Blüten, die aus 5 Blütenblättern bestehen.

Starke Giftpflanze

Rhus toxicodendron ist in allen Pflanzenteilen giftig – der wichtigste Inhaltsstoff ist das Urushiol, das als stärkstes, natürliches Kontaktallergen gilt. Dabei reichen schon kurze Berührungen mit der Pflanze bzw. sogar nur ein längerer Aufenthalt neben dem Strauch und Schleimhautreizungen und juckende Hautausschläge sind die Folge. In Nordamerika heißt der Giftsumach daher auch Poison Ivy („Giftefeu“).

Da der Strauch so unscheinbar und damit auch ungefährlich aussieht, werden Kinder schon früh mit Merksprüchen auf die Giftpflanze aufmerksam gemacht.

Leaves of three, let it be. Zu deutsch sinngemäß: Der Blätter drei, geh dran vorbei.

Umfangreiche Verwandtschaft

Die Gattung Rhus umfasst weltweit rund 200 Arten und gehört zur Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae).

Rhus toxicodendron wird in Deutschland wegen der Giftigkeit selten angepflanzt, häufiger sieht man den Essigbaum (Rhus typhina) mit seinen bis zu 60 Zentimeter langen, gefiederten Blättern, die sich wie der Giftsumach im Herbst dekorativ orange-rot verfärben.

Heilwirkung und Leitsymptome von Rhus toxicodendron

In der Homöopathie geht es immer darum, die Selbstheilungskräfte anzuregen. Um dies zu erreichen, werden durch die potenzierte (also stark verdünnte) Arznei Reize gesetzt, die den Symptomen ähneln, die die zu behandelnde Krankheit aufweist. Dies ist ein völlig anderer Wirkungsansatz, wie der, durch den die Phytotherapie gekennzeichnet ist. Und einer der Gründe, warum die Homöopathie von Schulmedizinern immer wieder kritisiert wird. Da die Homöopathie dennoch sehr beliebt in der Bevölkerung ist, möchten wir die postulierten Anwendungsgebiete vorstellen mit dem Hinweis, dass diese nicht durch wissenschaftliche Studien untermauert sind. 

Gemäß dem Arzneimittelbild von Rhus toxicodendron kommt die Heilpflanze bei folgenden Hauptbeschwerden zum Einsatz.

1. Schmerzen im Bewegungsapparat

Überanstrengung nach zu viel Sport, Verrenkungen oder sich verheben bei einem Umzug – hier verschafft Rhus toxicodendron Linderung. Vor allem wenn gelenknahe Gewebestrukturen wie Bänder, Gelenkkapseln oder Sehnen betroffen sind, kann Rhus helfen.

Auch bei einer Grippe mit Gliederschmerzen oder Erkältungen, die mit einer Durchnässung in Verbindung stehen, soll das Mittel helfen. Weitere wahlanzeigende Beschwerden sind Schmerzen in den Muskeln, des Nackens, der Schulter, des Rückens, der Arme und Beine, oder neuralgische Schmerzen in den Gliedern, am Kopf und im Gesicht.

2. Hautausschläge mit Bläschenbildung

Hauterkrankungen, die durch Herpes-Viren ausgelöst werden und Herpes an den Lippen, Gürtelrose oder Windpocken verursachen, passen ebenfalls zum homöopathischen Arzneimittelbild von Rhus toxicodendron. Wie bereits beschrieben, führt der Kontakt mit den Blättern von Rhus zu starken Hautausschlägen mit Blasenbildung. In stärkerer Verdünnung setzen diese Inhaltsstoffe dann den benötigten Reiz, um die Erkrankungen zu bekämpfen (so die homöopathische Lehre dahinter).

Hinweis: Grenzen der Behandlung

Doktor Blatt

Körperliche Schäden durch Entzündung und Abnutzung können auch mit Homöopathie nicht regeneriert werden, möglich ist dann nur eine Linderung der Symptome.

Leitsymptome für die Wahl der richtigen Arznei

Der Homöopath wird sich für Rhus tox. entscheiden, wenn der Patient außerdem folgende Leitsymptome aufweist:

  • er drängt nach Bewegung (trotz Schmerzen)
  • er hat Durst, verlangt nach kalter Milch
  • er hat eine empfindliche Zunge mit roter Zungenspitze
  • Ruhelosigkeit vor allem nachts

Die Beschwerden bessern sich durch:

  • Bewegung (nur am Anfang zunächst schlechter, Anlaufschmerzen)
  • Wärme

Beschwerden werden schlimmer durch:

  • Nässe und Kälte, allgemein Abkühlung, auch Zugluft ist schlecht
  • Ruhephasen

Produkte, Einnahme und Dosierung

Welche Präparate gibt es?

Rhus toxicodendron gibt es nur als homöopathisches Präparat. Erhältlich sind sowohl homöopathische Einzelmittel als Streukügelchen (Globuli), Tropfen oder Tabletten sowie homöopathische Komplexmittel, die zum Beispiel mit Bryonia, Ledum palustre oder Nux vomica kombiniert werden. Sie sind in jeder Apotheke ohne Rezept erhältlich.

Welche Potenz ist die richtige?

Wenn die genaue Diagnose feststeht, kann Rhus in den Potenzen D6 bis D12 zur Selbstmedikation eingenommen werden. Höhere Potenzen ab D30 gehören in die Hände eines erfahrenen Therapeuten (homöopathischer Arzt oder Heilpraktiker).

Was muss man bei der Einnahme beachten?

Homöopathische Mittel sind ein Reiz, den der Körper unverfälscht verstehen soll. Daher werden begleitend alle reizenden Mittel gemieden. Koffeinhaltige Getränke oder Getränke und Speisen mit starkem Geschmack (Pfefferminztee, aber auch Kamillentee) brauchen zeitlichen Abstand. Zähneputzen, Kaugummikauen, auch Rauchen sollte man vermeiden.

Die Wirkung beginnt auf der Mundschleimhaut, darum sollte man direkt vorher nichts essen. Alle Globuli und Tropfen lässt man langsam unter der Zunge einwirken.

Dosierung: Wie man Rhus toxicodendron einnimmt

Die Einnahme-Dauer und -Häufigkeit ist abhängig von den Schmerzen (akut oder chronisch) und dem Alter des Patienten. Außerdem ist die Menge abhängig von der Darreichungsform. Von Tabletten werden weniger eingenommen als von Globulis. Wenn Ihr Arzt keine Einnahmeempfehlung gegeben hat, lesen Sie sich die Hinweise auf der Packungsbeilage durch.

Wie oft einnehmen? Grundsätzlich gilt für Globuli im akuten Stadium:

  • Erwachsene nehmen dreimal täglich maximal vier Globuli
  • Kinder je drei Globuli,
  • Kleinkinder (bis drei Jahre) jeweils zwei
  • Säuglinge (bis ein Jahr) ein Kügelchen.

Bei akuten Beschwerden wird die Arznei häufiger eingenommen, wenn sich die Schmerzen bessern, werden die Abstände verlängert.

Bei chronischen Schmerzen wird grundsätzlich immer weniger dosiert als im Akutfall.

Die DHU bietet ein Präparat mit Tabletten an und empfiehlt im Akutstadium, halbstündlich bis stündlich je 1 Tablette (höchstens 6-mal täglich) einzunehmen.

Wie sieht es mit der Behandlungsdauer aus?

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach der Stärke der Schmerzen. Homöopathische Arzneien sollten solange eingenommen werden, bis die Beschwerden ausbleiben oder sich deutlich verbessern. Wenn Sie über die erforderliche Zeit eingenommen werden, kann es laut Hahnemann zu einer "Spätverschlimmerung" kommen, die wie eine Art Überdosierung zu sehen ist.

Hinweis: Die Selbstmedikation mit häufiger Anwendung sollte nicht länger als eine Woche erfolgen. Falls sich keine Besserung der Schmerzen einstellt, suchen Sie bitte Ihren Arzt auf.

Hinweis zur Dosierung bei Kindern und Schwangeren

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Die Behandlung von Schwangeren, Kindern und Säuglingen sollte dennoch nie ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen. 

Wirkstoffe

  • Urushiol: im Milchsaft sind 3-Alkylbrenzcatechine und 3-Alkenylbrenzcatechine enthalten. Diese können zu juckenden Hautbläschen führen
  • Gallotannine (Gallussäure)
  • Fisetin
  • Rhusgerbsäure
  • Glykosid Toxicodendrol

Quellen/Weitere Informationen