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Rosenwurz

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Rosenwurz: Spezialist für stressige Verhältnisse

Rosenwurz (Rhodiola rosea) verträgt nicht nur Stress, sie hilft auch dagegen! So hilft sie bei Überlastung und gibt Ihnen Ihre körperliche Leistungsfähigkeit zurück.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Leben unter Extrembedingungen

Felsspalten, Hochebenen, Moore, Gebirge und arktische Gebiete – das sind die extremen Standorte des Dickblattgewächses Rosenwurz (Rhodiola rosea). Die Pflanze verträgt nicht nur Stress, sie hilft auch dagegen. In der russischen Medizin gilt die Pflanze seit langer Zeit als Adaptogen, das heißt, die Pflanze soll helfen, sich an veränderte Situationen und Belastungen anzupassen. Dabei steigert sie die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit, die Widerstandskraft und bei älteren Menschen unterstützt sie durch ihre Wirkung die geistige Agilität. Traditionell handelte man die Wurzel über die Seidenstraße. Heute sollten standardisierte Präparate, wie Kapseln oder Filmtabletten, verwendet werden. Diese enthalten Extrakte, die speziell auf die Glykoside eingestellt sind. Rechtlich gesehen gilt der Rosenwurz als Nahrungsergänzungsmittel. Meist werden noch Vitamine und Mineralien zugesetzt.

Wogegen hilft Rosenwurz?

Rosenwurz: Entspannt zum Erfolg

Da der Rosenwurz bei uns keine übliche Heilpflanze ist, wurde er von der Kommission E nicht bearbeitet. Er wird aber auch bei uns immer populärer und es liegen mittlerweile auch mehrere Studien zur Wirksamkeit vor. Offensichtlich verbessert er tatsächlich kurzfristig nachlassende Konzentrationsfähigkeit und das Gedächtnis. Eingesetzt wird die Pflanze meist bei Überarbeitung mit den Symptomen Müdigkeit, Erschöpfung, Reizbarkeit und Anspannung. Eine längere Einnahme über 4 Monate wird empfohlen, dann kommt die adaptogene und stärkende Wirkung zum Tragen. Die Pflanze übt auch eine schützende Wirkung auf die Nervenzellen aus, ob sie aber tatsächlich gegen Tinnitus oder Alzheimer taugt, Libido und Fruchtbarkeit erhöht oder Wechseljahrsbeschwerden lindert, ist wissenschaftlich nicht untermauert. Rosenwurz ist sehr verträglich, Nebenwirkungen wurden bisher nicht beobachtet.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Für diese Anwendungsgebiete liegen eindeutige klinische Studien vor, um von einer Wirksamkeit auszugehen. Die Wirksamkeit wurde von mindestens einer der maßgeblichen Bewertungskommissionen (Kommission E/ESCOP/HMPC/WHO) verbindlich festgestellt.

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

Es liegen zahlreiche Hinweise aus einer langen Anwendungstradition in der Volksmedizin und in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde vor, die eine Wirksamkeit annehmen lassen. Dennoch sind bisher nicht alle Kriterien erfüllt, die für eine volle Beweiskraft notwendig sind. Falls es klinische Studien gibt, haben die Ergebnisse nicht zweifelsfrei überzeugt.

  • altersbezogene Beschwerden
  • Konzentrationsschwäche
  • Müdigkeit, Erschöpfung, Schwächezustände: Steigerung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit, Stärkungsmittel
  • Stressbewältigung
  • Vergesslichkeit

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

Die Hinweise aus traditioneller Anwendung oder Laborversuchen sind zu wenig überzeugend und gehen über einen experimentellen Status nicht hinaus. Es gibt bisher keine korrekten oder positiven klinischen Studien.

  • Alzheimer
  • depressive Verstimmung
  • Regelanomalien (ausbleibende Regel = Amenorrhoe)
  • sexuelle Störungen
  • Tinnitus
  • Untergewicht
  • Wechseljahre

Heilwirkung von Rosenwurz

In Russland und Skandinavien wurde der Rosenwurz-Extrakt über 35 Jahre lang intensiv auf seine möglichen Wirkungen hin untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass er geistigen und körperlichen Stress verringert. Der Extrakt beeinflusst Signalstoffe der Nervenzellen, das zentrale Nervensystem und die Herzfunktion. Außerdem scheint er den Transport von Signalstoffen im Gehirn zu erleichtern.

  • Rhodiola rosea schützt die Zellen vor dem Angriff freier Radikale. Dies hat auch einen Einfluss auf das Nervensystem. Stress greift in die Erinnerungsfunktionen ein und erzeugt über längere Zeit Schädigungen im Erinnerungssystem. Der Extrakt stimuliert verschiedene Signalsubstanzen der Nervenzellen. Dadurch werden Wahrnehmung, Lern- und Erinnerungsfähigkeit verbessert.
  • Die anregenden Wirkungen der Pflanze auf die Psyche wurden an 53 gesunden Testpersonen sowie an 412 Patienten mit geistigen Störungen (Neurosen) und allgemeiner körperlicher und geistiger Schwäche untersucht. Die Behandlungsdauer reichte von 10 Tagen bis zu 4 Monaten, die Dosierung betrug dreimal täglich 50 mg Rhodiola rosea. Daraufhin besserten sich die Beschwerden.
  • In einer offenen Studie an 128 Patienten linderte Rhodiola rosea bei 64% der Personen Müdigkeit, Reizbarkeit, Kopfschmerzen und Schwäche sowie andere Beschwerden des vegetativen Nervensystems.
  • Rhodiola rosea wirkte sich auch vorteilhaft bei Gehirnverletzungen aus, besonders in Kombination mit Piracetam (einem Medikament, das die Hirnleistung bei Altersdemenz verbessern soll). Der Extrakt kann jedoch bestimmte Erscheinungen geistiger Erkrankungen (manische Symptome) nicht verringern; auf der anderen Seite kann die Pflanze Wahnzustände (paranoide Zustände) verschlechtern.
  • Rhodiola rosea bewirkte in Kombination mit speziellen Medikamenten (tricyclischen Antidepressiva) bei depressiven Patienten eine Verbesserung der Beschwerden und verringerte die Nebenwirkungen dieser Medikamente.
  • Bei der medikamentösen Behandlung von Schizophrenie können möglicherweise dieselben Nerven, die bei Patienten mit Parkinson-Krankheit beschädigt sind, betroffen sein. In diesem Fall entwickeln die Patienten Parkinson-ähnliche Symptome mit Steifheit, Zittern und langsamen Bewegungen. Zur Linderung dieser Beschwerden kann Rhodiola rosea eingesetzt werden, v.a. wenn übliche Medikamente nicht wirken.

Steigerung der Leistungsfähigkeit

  • An Ratten erhöhte die Gabe des Heilpflanzen-Extraktes teilweise die Lern- und Erinnerungsfähigkeit.
  • An 56 gesunden Ärzten und Ärztinnen im Nachtdienst wurde 14 Tage lang die Wirkung einer täglichen Einnahme von 170 mg Rhodiola rosea-Extrakt auf geistige Leistungsfähigkeit und Müdigkeit untersucht. Bei Denksportaufgaben wurde eine erhebliche Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit nachgewiesen. Nach 6 Wochen verschwand dieser positive Effekt. Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass der Extrakt vorübergehend eine stressbedingte Müdigkeit verringern kann.
  • In einer russischen Studie wurde die Wirkung von 100 mg Rhodiola rosea-Extrakt pro Tag oder einem Scheinpräparat (Placebo) auf die Leistungsfähigkeit von ausländischen Medizinstudenten während der Examenszeit untersucht. Das allgemeinen Wohlbefinden und die körperliche Fitness wurden in der Rhodiola rosea-Gruppe verbessert. Geistige Ermüdung und Schlafbedürfnis waren bei diesen Studenten geringer als in der Vergleichsgruppe. Auch die Examensnoten bei der Rosenwurz-Gruppe waren im Durchschnitt etwas besser.
  • In einer klinischen Studie an 161 Kadetten wirkte der Extrakt ebenfalls gegen Müdigkeit.
  • In einer weiteren klinischen Studie an jungen gesunden Testpersonen wurde die Einnahme von 200 mg Rhodiola rosea-Extrakt (der 3 % Rosavin und 1 % Salidrosid enthielt) auf körperliche Belastung, Muskelkraft, Geschwindigkeit der Gliederbewegung, Reaktionszeit und Aufmerksamkeit untersucht. Die akute Einnahme erhöhte Ausdauer und Belastbarkeit.
  • 42 Biathleten, die 30 – 60 Minuten vor ihrem Skirennen Rhodiola rosea-Extrakt einnahmen, wiesen eine bessere Zielgenauigkeit und ein geringeres Armzittern auf.

Herz / Kreislauf

Rhodiola rosea wirkte in Tierversuchen gegen Fehlfunktionen des Herzgewebes, die durch Stress ausgelöst wurden. Bei Ratten führt eine plötzliche Abkühlung normalerweise dazu, dass sich der Herzmuskel nur noch schwer zusammenziehen kann. Diese Fähigkeit wird teilweise während der ersten 18 Stunden nach dem Kältestress wieder zurück gewonnen. Die Vorbehandlung mit Rhodiola rosea scheint sich auf diese Art von Stress positiv auszuwirken. Bei vorbehandelten Ratten zog sich der Herzmuskel bei plötzlicher Abkühlung besser zusammen.

Leber

An Ratten, die durch eine Vergiftung an einer Leberentzündung erkrankten, zeigte ein wässriger Rhodiola rosea-Extrakt leberschützende Eigenschaften. Dies zeigte sich an normalen Konzentrationen der Leberenzyme im Blut.

Hormonelle Wirkung

  • 40 Frauen ohne Monatsblutung (= Amenorrhoe) nahmen entweder zweimal am Tag oral je 100 mg Rhodiola rosea-Extrakt ein oder intramuskulär 1 ml Rhodosin. Die normale Regelblutung wurde bei 25 Frauen wieder hergestellt, 11 von ihnen wurden schwanger. Bei Frauen mit normaler Regelblutung vergrößerte sich nach der Behandlung die mittlere Länge der Gebärmutterhöhle von 5,5 cm auf 7,0 cm (= normal).
  • Auch in Einzelfällen wurden Frauen, bei denen mit üblichen Medikamente keine Schwangerschaft eintrat, mit Rhodiola rosea erfolgreich behandelt. Hier fehlen jedoch noch klinische Studien.
  • Bei 26 von 35 Männern mit Erektionsstörung und vorzeitiger Ejakulation verbesserte sich nach Einnahme von Rhodiola rosea (150 – 200 mg pro Tag über 3 Monate) die Sexualfunktion, und die Prostata-Flüssigkeit normalisierte sich.

Krebserkrankung

Bisher wurde die Krebsforschung mit Rhodiola rosea nur an Tieren durchgeführt. Bei Tumor-Ratten hemmte die Einnahme des Extraktes das Tumorwachstum, verringerte das Auftreten von Metastasen (Tochtergeschwüren) in der Leber und erhöhte die Lebenszeit. Die Kombination von Rhodiola rosea mit Cyclophosphamid (Medikament gegen Krebs) verstärkte die Wirkung gegen Metastasen.

Fallstudien

In Fallstudien wirkte Rosenwurz gegen folgende Symptome:

  • depressive Erscheinungen
  • geistige und körperliche Müdigkeit (zusätzlich zu psychiatrischen und medizinischen Bedingungen)
  • Gedächtnisverlust und Wahrnehmungsstörungen
  • Sexuelle Störungen
  • Störungen in den Wechseljahren

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Aus Rosenwurz hergestellte pflanzliche Arzneimittel gibt es nicht, aber zahlreiche Nahrungsergänzungsmittel (z.B. rhodiolan). Diese unterscheiden sich in der Extraktmenge pro Kapsel und der Standardisierung auf den Hauptwirkstoff Rosavin.

Dosierung und Anwendungsempfehlung

Die übliche Tagesdosis von Rosenwurz beträgt zwei- bis dreimal täglich 200 – 600 mg Extrakt (entsprechend 20 – 60 Tropfen Tinktur), bei einer Anwendungsdauer bis zu 4 Monaten. Die wirksame Tagesdosis von verfügbaren Präparaten hängt von der Standardisierung ab: Bei einer längerfristigen Einnahme wird eine Tagesdosis von 360 – 600 mg Extrakt bei einer Standardisierung auf 1 % Rosavin empfohlen, 180 – 300 mg täglich bei einer Standardisierung auf 2 % Rosavin und 100 - 170 mg bei einer Standardisierung auf 3,6 % Rosavin.

Als „Stressbewältiger“ wird die regelmäßige Einnahme normalerweise mehrere Wochen vor dem erwarteten „stressigen“ Zeitraum begonnen und während des Stressereignisses fortgesetzt.

Die Einnahme von Rhodiola rosea sollte morgens erfolgen

Ansonsten kann es während der ersten Wochen zu Schlafstörungen kommen. Die beste Wirkung wird bei Einnahme auf nüchternen Magen (eine halbe Stunde vor dem Frühstück oder dem Mittagessen) erzielt. Wie bei jedem (pflanzlichen) Präparat sollten Patienten ihren Hausarzt über die Einnahme von Rhodiola rosea informieren.

Wirkstoffe

  • Phenylpropanderivate: Rosavin, Rosin und Rosarin (so genannten Rosavine)
  • Phenylethylderivate: Salidrosid (Rhodiolosid), p-Tyrosol
  • Flavonoide: Rodiolin, Rodionin, Rodiosin, Acetylrodalgin, Tricin
  • Monoterpene: Rosiridol, Rosaridin
  • Triterpene: Daucosterol, β-Sitosterol
  • Phenolsäuren: Chlorogen-, Hydroxyzimt- und Gallussäuren