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Rosskastanie

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Rosskastanie: Beliebt im Biergarten und als Heilpflanze

Bei Veneninsuffizienz und Krampfadern kann die Rosskastanie Beschwerden lindern.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Die Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) gehört zu den schnell wachsenden Bäumen unserer Gegend. Ihre heilenden Wirkstoffe gegen chronische Venenbeschwerden (Veneninsuffizienz) gewinnt man aus ihren Samen. Die Kommission E bestätigte die Wirksamkeit der Rosskastanie bei Veneninsuffizienz sowie bei Krampfadern. Typische Beschwerden sind schwere, müde Beine, Schwellungen, Juckreiz und Wadenkrämpfe. Traditionell wird die Rosskastanie wegen ihrer entzündungshemmenden und venenstärkenden Eigenschaften auch bei Geschwüren, Hämorrhoiden und Rheuma eingesetzt. Rosskastanienpräparate gibt es sowohl zur innerlichen als auch äußerlichen Anwendung. Bei einer Einnahme von Präparaten mit Rosskastanienextrakt sind Nebenwirkungen wie leichte Übelkeit oder Völlegefühl möglich.

Wogegen hilft Rosskastanie?

Präparate aus den Extrakten der Samen sind zur Behandlung der chronischen Veneninsuffizienz und von Symptomen bei Krampfadern geeignet (Kommission E). Die Beschwerden wie müde, schwere Beine, Schwellungen, Schmerzen, Juckreiz und nächtliche Wadenkrämpfe werden nachweislich gelindert. Durch die gefäßabdichtende Wirkung werden auch die Ödeme in den Beinen reduziert. Die Einnahme kann Magen-Darmbeschwerden verursachen.

Die Anwendung von Präparaten aus der getrockneten Rinde sowie den Blüten ist für die genannten Symptome nicht gesichert.

Heilwirkung von Rosskastanie

Der Extrakt aus trockenen Samen hat nachweislich eine schwellungshemmende und venentonisierende (stärkende) Wirkung.

Die aktiven Inhaltsstoffe sind das Aescin (Saponine) und die Gerbstoffe. Vor allem das Aescin erhöht die Gefäßspannung sowie die Dichtigkeit der Kapillargefäße (adstringierende Wirkung). Damit vermindert sich der Wasseraustritt in das Gewebe, wodurch sich die Schwellungs-(Ödem-)neigung bei Venenbeschwerden oder Lymphgefäßschwäche verringert. Außerdem wird der Abbau der Festigungselemente in den Aderwänden gehemmt. Auch das trägt zur Stärkung der Venen bei und ist bei Krampfadern besonders wichtig. Zusätzlich helfen die Inhaltsstoffe bei der Heilung, denn das Aescin und die Saponine sind entzündungshemmend.

Man verwendet die Rosskastanie wegen der entzündungshemmenden und venenstärkenden Eigenschaften auch bei Geschwüren und Hämorrhoiden. Gelegentlich findet sie auch bei Rheuma Anwendung.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

  • Chronische Durchblutungsstörungen der Venen (Veneninsuffizienz) mit müden, schweren Beinen, Schwellungen, Schmerzen, Juckreiz und Wadenkrämpfen.

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • Hämorrhoiden
  • Prävention von Beinödemen bei Reisen insbesondere längeren Flugreisen
  • Prellung
  • Thrombosefolgen (postthrombotisches Syndrom) mit Hautveränderungn (trophische Hautveränderungen) und Unterschenkelgeschwür (Ulcus cruris)
  • Verletzungen: Bluterguss und postoperativen Schwellungen

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • niedriger Blutdruck

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

In der modernen Phytotherapie setzt man Spezialextrakte aus Samen ein. Der Extrakt aus Samen, Blättern oder Rinde wird innerlich sowie äußerlich, als Bestandteil von Tinkturen und Cremes angewendet. Zum Spülen bei Mundgeschwüren gibt es spezielle Lösungen.

Anwendung innerlich:Trockenextrakt: 250–750 mg (entsprechend 30–150 mg Aescin), verteilt auf zwei Tagesdosen, nach Eintritt der Besserung 40-60 mg Aescin.

Die Urtinktur und D1 sollen stets nach dem Essen und mit Wasser eingenommen werden.

Besser verträglich sind Zubereitungen, die den Wirkstoff verzögert freisetzen.

Vor der Behandlung von geschwollenen Beinen mit Rosskastanien-Präparaten sollte abgeklärt sein, dass es sich bei der Wasseransammlung in den Beinen um eine Veneninsuffizienz und nicht um eine Herzinsuffizienz oder eine Stauung im lymphatischen System handelt.

Andere Maßnahmen der Behandlung (wie das Tragen von Stützstrümpfen, Behandlung mit Wasseranwendungen = Hydrotherapie) können unterstützend wirken.

Bessert sich der Zustand nach vier bis sechs Wochen nicht, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Wirkstoffe

Samen
Gemisch aus Triterpensaponinen (insgesamt als Aescin bezeichnet) bis zu fünf % des Trockengewichts, Hauptsaponine: Protoaescigenin und Barringtogenol.

Reservestoffe: Stärke, Öl, Eiweiß

Benzopyrane: Cumarine

Flavanole: Quercetin, Kämpferol

Samenschale
Proanthocyanidine und Gerbstoffe (Oligomere von Epicatechin und Catechin) mit Procyanidin-B2 als Hauptkomponente.