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Botanischer Steckbrief von Salbei

Salbei im Brauchtum

Das Brauchtum berichtet von einer anregenden Wirkung des Salbeidufts. Alte Frauen legten daher Salbei zwischen die Seiten ihres Gebetbuchs, um während der Messe nicht einzuschlafen. Auch in Blumenschmuck für Kirchen wurde der Salbei aus diesem Grund verarbeitet. Salbeiöl soll außerdem positiv auf die Stimme von Rednern und Sängern wirken.

Der Echte Salbei war bereits im Altertum bekannt und wurde im Mittelalter von den Mönchen aus dem Mittelmeer über die Alpen gebracht.

Aussehen und Herkunft

Der Echte Salbei (Salvia officinalis) gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und bildet die typischen quirlständigen, blauvioletten Lippenblüten. Der Strauch wird bis zu 60 cm hoch und hat verholzende Äste. Die Blätter des Salbeis sind anfangs dicht weißfilzig, später oberseits verkahlend.

Das Verbreitungsgebiet der Heilpflanze war ursprünglich wohl nur die Balkanhalbinsel - daher auch Dalmatinischer Salbei genannt -, reicht aber heute von Spanien bis Griechenland. Der Griechische Salbei (Salvia triloba = fruticosa) wächst vom östlichen Mittelmeergebiet bis zum Mittleren Osten, der Spanische Salbei (Salvia lavandulifolia) ist nur in Südfrankreich, Spanien und Nordwest-Afrika beheimatet. Die Arten unterscheiden sich hinsichtlich der Wirkstoffe (s. dort), nur der Echte Salbei enthält besonders viel Thujon und ist deshalb eine geschätzte Heilpflanze.

Salbei wird in Osteuropa, Asien, USA und Südafrika vorwiegend aus gewerblichem Anbau geerntet. Entlang der gesamten Adriaküste und in küstenferneren Gebieten mit mediterranem Einfluss wird er bis heute auch wild gesammelt.

In der Heilkunde werden die getrockneten Blätter (Salviae folium, Salviae trilobae folium) verwendet.

Nahe verwandt mit dem Echten Salbei (Salvia officinalis) sind der Griechische oder Dreilappige Salbei (S. fruticosa = S. triloba) und der Spanische Salbei (S. lavandulifolia). Diese drei Arten werden traditionell auch ähnlich genutzt.

Salbei als Zusatzstoff

Salbeiprodukte werden gerne als Zusatz von Seifen, Waschmitteln, Cremes, Lotionen und Parfüms verwendet. Der Europäische Rat hat Salbeiöl als Zusatz in bestimmten Konzentrationen erlaubt (Seifen 0,2%, Detergentien 0,02%, Cremes/Lotionen 0,05%, Parfüm 0,8%).

Gewinnung

Salbei - Kultivierung

Die Salbei-Ernte erfolgt je nach Klima Mitte Juli bis etwa Dezember. In wärmeren Gebieten kann mehrfach geerntet werden: nach dem Schnitt im Juni/Juli kann im Herbst ein zweiter Schnitt erfolgen.

Der Ölgehalt der Pflanze ist zu Beginn der Blüte und dann besonders nachmittags am höchsten. Stickstoffdüngung erhöht sowohl den Ertrag als auch die Lebensdauer der Stöcke. Die Standortwahl kann den Ölgehalt erhöhen. Unter optimalen Bedingungen kann eine Trockenmasse von bis zu 30t/ha und ein Ölgehalt von bis zu 0,5% (des Frischgewichts) erreicht werden.

Früher wurde Salbei im Schatten getrocknet, um weniger Öl zu verlieren. Heute verarbeitet man die Pflanze in Trockenanlagen mit strömender geheizter Zuluft von 50 °C. Der Feuchtigkeitsverlust bei der Trocknung beträgt 70 bis 80%.

Für die Salbeitinktur wird das frische Pflanzenmaterial mit alkoholischen Lösungen extrahiert.

Aus dem zerkleinerten Pflanzenmaterial wird mit Wasser ein Auszug gewonnen (wässriger Auszug) der mit 22% Alkohol (V/V) stabilisiert wird.

Das etherische Öl wird aus den Blüten und Stängeln durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Es ist reich an Thujon. Als gute Qualität wird Destillat mir hohem Thujonanteil (42 bis 61% Thujon) gehandelt.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen