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Schafgarbe

© C. Heyer/PhytoDoc

Beliebte Heilpflanze seit der Antike

Heute wird die Schafgarbe bei Entzündungen, für Sitzbäder und bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Schafgarbe, Achillea, half Achilles bei der Wundheilung

Die Schafgarbe ist eine bewährte Heilpflanze mit langer Tradition: Schon in der Antike verwendete man das Kraut für Wunden und Kriegsverletzungen (siehe auch Namensgebung Achillea). Heute wird die Schafgarbe aufgrund ihrer adstringierenden (wundheilungsfördernden) und antibakteriellen Wirkung bei Entzündungen und für Sitzbäder bei krampfartigen und entzündlichen Unterleibsbeschwerden der Frau verwendet.

Wogegen hilft Schafgarbe?

Die Schafgarbe ist eine bewährte Arzneipflanze: Die Kommission E empfiehlt die Anwendung der Schafgarbe bei Appetitlosigkeit zur Anregung des Gallenflusses (choleretische Wirkung) und bei leichten krampfartigen Beschwerden im Magen-Darmbereich.

Die adstringierende und antibakterielle Wirkung macht die Schafgarbe zu einem guten Heilmittel gegen Entzündungen. So wird Schafgarbe auch für Sitzbäder bei krampfartigen und entzündlichen Zuständen im Unterleib (kleinen Becken) der Frau verwendet, zur Wundbehandlung und bei Reizungen im Magen-Darmtrakt.

Heilwirkung von Schafgarbe

In der Volksheilkunde verwendete man die Schafgarbe bei Arthritis, Fieber und zur Wundheilung. Sie galt auch als Ersatz für Kamille.

Eine entzündungshemmende und ödemhemmende Wirkung ist in Laborversuchen belegt. Sie werden den Sesquiterpenlactonen und Azulenen zugeschrieben. Wässrige Extrakte und Öl haben im Laborversuch eine antimikrobielle Wirkung. Sie ist auf Grund der Inhaltsstoffe (terpenoiden Verbindungen) durchaus plausibel. So eignet sich die Pflanze zur Behandlung von Wunden und Entzündungen.

Empfohlen wird die Scharfgarbe bei Appetitmangel und geringfügigen Verdauungsbeschwerden. Äußerlich wird sie in Bädern zur Linderung von krampf- und schmerzhaften Unterleibsbeschwerden von Frauen angewendet. Die krampflösende Wirkung verschiedener Extrakte und Isolate beruht auf den Terpenen und Flavonoiden und ist in ihrer Wirkstärke mit dem Papaverin aus Mohnarten vergleichbar. Die Homöopathie schließt sich dem an und verwendet die Schafgarbe bei Krampfschmerzen.

In der Kosmetik nutzt man Schafgarbe als Shampoo-Zusatz für sehr fettiges Haar, für Gesichtscremes und Lotionen. Als Küchengewürz kann man mit der frischen Pflanze Salate, fette Speisen und Weichkäse aufpeppen.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

  • Appetitlosigkeit
  • Dyspepsie, leichte Krampfbeschwerden im Magen-Darm-Bereich
  • Unterleibsbeschwerden bei Frauen: psychovegetativ bedingte Schmerzen im kleinen Becken (Pelvipathia vegetativa)

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • Bauchschmerzen, Mittelbauchschmerz: leicht spasmolytisch
  • Entzündungen von Haut und Schleimhaut: entzündungshemmend
  • Frauenleiden (s. Regelbeschwerden), Gebärmuttentzündung (Kolpitis), Entzündung der äußeren Geschlechtsteile bei der Frau (Vulvitis, s. Scheidenerkrankungen),
  • Hautinfektionen, Verletzungen, Wunden: antibakteriell, adstringierend, blutungsstillend
  • Verdauungsbeschwerden, Entzündungen im Magen-Darm-Trakt
  • Verdauungsschwäche: sekretionsfördernd
  • Leber-Galle-Leiden, chronisch entzündliche Lebererkrankungen

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Erkältung
  • Hämorrhoiden, Blutungen (äußerlich)
  • Fieber
  • Menstruationsbeschwerden
  • Schmerzen, Krampfschmerzen
  • Schweißbildung, übermäßige (Bäder)
  • Schwäche: Stärkungsmittel
  • Schwindel
  • Verstopfung

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Verwendet wird die Schafgarbe als Teeaufguss oder Tinktur. Häufig werden das getrocknete Kraut und die Blüten mit andern Kräutern gemischt.

Dosierung

Innerliche Anwendung:
(Tagesdosis des Teeaufgusses, andere Zubereitungen entsprechend)
  • 4,5 g Schafgarbenkraut
  • 3 g Schafgarbenblüten
  • 3 TL Frischpflanzensaft

Äußerliche Anwendung:
(Sitzbad)

  • 100 g Kraut auf 20 Liter Wasser


Die Haltbarkeit beträgt höchstens 18 Monate. Produkte sollten dicht verschlossen und vor Licht geschützt aufbewahrt werden.

Wirkstoffe

  • Pyrrolidinalkaloide (Betonicin und Stachydrin)
  • Flavonoide und flüchtige Substanzen (Terpene) (darunter β-Pinen, Campher, 1,8-Cineol, Caryophyllen und Azulenverbindungen – in der Form von Sesquiterpenlactonen wie Achillicin – und zahlreiche andere).

Die leuchtend blaue Farbe des ätherischen Öls beruht auf Chamazulen und entsteht bei der Wasserdampfdestillation aus Matricin.