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Schwarzkümmel(öl)

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Schwarzkümmel: kostbares Öl mit Zukunftsaussichten

Besonders beliebt ist die Behandlung von Krankheiten mit entzündlicher Komponente wie Asthma und Allergien, Neurodermitis und Psoriasis. Größere Studien bleiben abzuwarten.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Mit Schwarzkümmelöl gegen Asthma und Hautkrankheiten

Der Echte Schwarzkümmel (Nigella sativa) ist bei Gärtnern in Mitteleuropa eher unbekannt, häufig in Gärten anzutreffen ist aber die verwandte Zierpflanze „Jungfer im Grünen“ (Nigella damascena). Als Heilpflanze ist der Schwarzkümmel aber ein guter und beliebter Bekannter, da er ein Allroundtalent ist: Er wirkt schützend auf Leber, Niere, Nerven, Magen und Darm und soll außerdem den Stoffwechsel harmonisieren (Fett, Zucker) und bei Infektionen helfen. Schwarzkümmelöl wurde in den letzen Jahren sehr populär, da es offensichtlich Entzündungen und Entzündungsfolgen beseitigt. Zum Einsatz kommen die ölreichen Samen. Sie dienen als Gewürz, außerdem isoliert man daraus das Schwarzkümmelöl. Während das Öl (in Kapseln oder Tabletten) die fettigen Inhaltsstoffe enthält, kann man durch Überbrühen der gequetschten Samen die wasserlöslichen Stoffe extrahieren. Der Tee aus den Schwarzkümmelsamen soll stärkend wirken.

Wogegen hilft Schwarzkümmel(öl)?

Schwarzkümmelöl wurde weder von der Kommission E noch der WHO bearbeitet. Als Gewürz ist er aber seit Jahrtausenden in Gebrauch und schon die Pharaonen ließen sich mit dem kostbaren Öl bestatten. Traditionell nimmt man das Schwarzkümmelöl zur Normalisierung der Verdauung (Koliken, Verdauungsbeschwerden, Appetitmangel, Darmparasiten, Durchfall). Besonders beliebt ist heute Schwarzkümmelöl bei der Behandlung von Krankheiten mit entzündlicher Komponente wie Asthma und Allergien, Neurodermitis und Psoriasis. Größere Studien bleiben abzuwarten.

Nichts desto trotz scheinen das Öl oder die Spezialextrakte aus Schwarzkümmelsamen interessante Kandidaten für weitere Anwendungen zu sein. Man wird in Zukunft wohl noch davon hören im Zusammenhang mit deren Schutzfunktion (Krebs, Entzündung, Schmerz, Infektion, Toxine, Chemotherapie, oxidativem Schaden, Bluthochdruck, Hypercholesterinämie, Diabetes, Krämpfe). Die Nebenwirkungen wurden noch nicht systematisch aufgezeichnet. Größere Mengen von Schwarzkümmelöl führen zu Magen-Darmstörungen. Auch vorübergehendes Aufstoßen nach Einnahme ist häufig.

Heilwirkung von Schwarzkümmel(öl)

In der Volksmedizin wird Schwarzkümmel seit langem gegen eine Vielzahl von Beschwerden eingesetzt. In neueren Veröffentlichungen konnten folgende Effekte nachgewiesen werden:

- blutzuckersenkend
- antioxidativ (gegen freie Radikale)
- leberschützend
- schmerzstillend
- antithrombotisch (gegen Verstopfung von Blutgefäßen durch Blutgerinnsel)
- krampflösend
- bronchienerweiternd
- gegen Tumoren gerichtet
- antibakteriell

Allergie
In der arabischen, asiatischen und afrikanischen Volksmedizin wird Schwarzkümmelöl gegen Allergien eingesetzt. Dazu wurden vier klinische Studien mit insgesamt 152 Patienten durchgeführt, die an allergischen Erkrankungen (Heuschnupfen, Asthma, Allergiedermatitis) litten. In den Studien erhielten sie täglich Schwarzkümmelöl-Kapseln in Dosierungen von insgesamt 40 bis 80 mg/kg. Schwarzkümmelöl erwies sich als wirkungsvoller Zusatz bei der Behandlung von allergischen Erkrankungen.

Blutfette
In kultivierten Mäuseleberzellen verringerten bestimmte Inhaltsstoffe des Schwarzkümmels, die Nigellamine, den Fett (Triglycerid) - Gehalt. Ein Nigellamin erwies sich in seiner Aktivität vergleichbar mit einem Medikament, dem Lipidsenker Clofibrat.

Diabetes
Im Reagenzglas fördert ein fettarmer Extrakt die Freisetzung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse von Ratten, wodurch der Blutzuckerspiegel gesenkt wird. Die verantwortlichen pharmakologischen Verbindungen sind bisher unbekannt.
Bei diabetischen Ratten senkte Schwarzkümmelöl den Blutzucker. Eine erhöhte Insulin-Freisetzung wurde nicht beobachtet.

Entzündungen

Die entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften des Schwarzkümmels konnten mit einem wässrigen Extrakt der Pflanze an Mäusen bestätigt werden. Im Reagenzglas hemmte der wässrige Extrakt von Schwarzkümmel die Produktion von Stickstoffmonoxid (NO), einem an Entzündungsreaktionen beteiligten Stoffwechselprodukt.

Im Reagenzglas-Versuch wurde festgestellt: Thymochinon, ein wichtiger Inhaltsstoff des Schwarzkümmels, hemmt die Bildung von Leukotrienen in menschlichen Blutzellen. (Leukotriene sind körpereigene Signalstoffe, die eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Asthma und Entzündungen spielen). Eine andere Forschergruppe stellte fest, dass Schwarzkümmelöl die Produktion eines Enzyms, 5-Lipoxygenase, hemmt. Dieses Enzym ist an der Bildung von Leukotrienen beteiligt.

Erhöhter Homocysteinspiegel (Hyperhomocysteinämie)

Bei dieser Stoffwechselstörung ist der Homocysteinspiegel im Blut erhöht. Dadurch steigt das Risiko für Erkrankungen der Herzkranz-, Gehirn- und peripheren Blutgefäße.
Bei Ratten, die an dieser Stoffwechselstörung litten, erhöhten sich die Fett- und Cholesterinkonzentrationen, die Lipidperoxidation und einige Enzymaktivitäten stiegen. Die Vorbehandlung mit einem wichtigen Inhaltsstoff von Schwarzkümmels, dem Thymochinon, verhinderte fast vollständig die krankhaften Reaktionen. Auch die Vorbehandlung mit dem käuflichen Schwarzkümmelöl wirkte zum großen Teil vorbeugend.

Infektionen
Bakterien
Im Reagenzglas wurden die Wirkungen einiger Schwarzkümmelextrakte auf verschiedene Bakterien getestet, die gegen Antibiotika resistent waren. Einige Bakterien waren dagegen empfindlich. Am besten wirkte der rohe wässrige Extrakt und der rohe Alkaloid-Extrakt. Wie Schwarzkümmelöl oder der Extrakt auf die Darmflora wirkt, ist leider nicht untersucht.

Pilze
Traditionell wird Schwarzkümmel gegen Pilzinfektionen angewendet. In einem Experiment wurde Mäusen der Sprosspilz Candida albicans injiziert, worauf sich Kolonien dieses Pilzes in Leber, Milz und Nieren bildeten. Das Wachstum dieses Pilzes wurde durch Behandlung der Mäuse mit einem wässrigen Schwarzkümmelextrakt gehemmt.

Würmer
In einer Studie wurde die Wirkung von Schwarzkümmelöl auf mit Schistosomiasis mansoni (subtropische Saugwurmgattung) infizierte Mäuse untersucht. Nach einer 2-wöchigen oralen Verabreichung von Schwarzkümmelöl verringerte sich die Anzahl der Würmer in der Leber ebenso wie die Gesamtzahl der Wurmeier in Leber und Darm.

Krebs
Wissenschaftler nehmen an, dass Tumorzellen die Fibrinolyse fördern, das bedeutet, sie begünstigen die Auflösung von geronnenem Blut. 2005 wurde mit menschlichen Tumorzellen im Reagenzglas nachgewiesen, dass Schwarzkümmelöl diese auflösenden Proteine der Tumorzellen hemmt.

Bei Mäusen, bei denen durch eine Chemikalie (20-Methycholanthren) ein Tumor ausgelöst wurde, hemmte Thymochinon im Trinkwasser zum Teil das Auftreten des Tumors und die Tumorbelastung. Auch der Ausbruch des Tumors wurde verzögert. Weiterhin verbesserte Thymochinon - im Vergleich zu den Mäusen, die kein Thymochinon erhielten - die Leberaktivität.

Bei Ratten wurde festgestellt, dass der flüchtige Anteil des Schwarzkümmelöls die Entstehung von Dickdarmkrebs hemmen kann. Dabei wurden keinerlei Nebenwirkungen beobachtet. Im Reagenzglas hemmt der Inhaltsstoff Thymochinon auch das Wachstum von Krebszellen des Dickdarms. Ein alkoholischer Extrakt von Schwarzkümmel kann im Reagenzglas Brustkrebszellen inaktivieren.


Leber
Bei zuckerkranken Kaninchen wurde untersucht, ob Schwarzkümmel die oxidative Zerstörung von Fette (Lipidperoxidation) und den dadurch ausgelösten Leberschaden verhindern kann. Die Kaninchen wurden täglich für 2 Monate mit dem Samen von Nigella sativa gefüttert. Danach wurde das Blut und die Leber untersucht. Die Wissenschaftler stellten fest, dass die mit Schwarzkümmel behandelten Kaninchen im Vergleich zu den unbehandelten bessere Blutwerte aufwiesen und der Leberschaden verhindert wurde.

Eventuell kann Schwarzkümmel bei Diabetikern angewendet werden, um die Fettoxidation und den Leberschaden zu vermeiden und um das Abwehrsystem zu fördern.


Ratten, die für 4 Wochen täglich Schwarzkümmelöl erhielten, bevor sie mit Leber schädigenden Substanzen behandelt wurden, wiesen weniger Leberschäden auf.


In der Volksmedizin wurde jedoch eher der Samen von Schwarzkümmel als das Öl verwendet. Daher untersuchte eine Forschergruppe in einem Tierexperiment die Wirkung einer wässrigen Suspension von Schwarzkümmelsamen auf die durch eine Chemikalie (Tetrachlorkohlenstoff) ausgelöste Lebervergiftung. Schlussfolgerung dieses Experiments: Die Vorbehandlung mit Schwarzkümmelsamen schützt möglicherweise gegen die durch Tetrachlorkohlenstoff ausgelöste Giftwirkung.

Um die Verwendung von Schwarzkümmel bei Leberbeschwerden in der Volksmedizin zu stützen, sind jedoch weitere Studien nötig.

Magen
In einem Experiment wurden bei Ratten Magengeschwüre durch Alkohol ausgelöst. Eine Gruppe der Tiere erhielt vorher Schwarzkümmelöl. Dadurch verringerte sich der Schaden bei einem Großteil der Tiere.

Niere
In einem Experiment wurde bei Ratten durch die Verabreichung des Antibiotikums Gentamicin eine Nierenvergiftung ausgelöst. Die gleichzeitige orale Gabe von Schwarzkümmelöl linderte die Giftwirkung von Gentamicin. Dies äußerte sich an verbesserten biochemischen und histologischen Parametern.

In einem anderen Tierexperiment mit Ratten wurde durch das Nierengift Kaliumbromat oxidativer Stress und Tumorförderung ausgelöst. Dies spiegelte sich an mehreren Laborparametern wider. Die Vorbeugung mit Schwarzkümmelextrakt wirkte sich positiv aus. Die Forscher zogen den Schluss, dass Schwarzkümmel vorbeugend wirkt und den durch Kaliumbromat vermittelten oxidativen Stress sowie die Tumorförderung unterdrücken kann.

Stoffwechselstörungen
Schwarzkümmel wird traditionell bei der Behandlung von Fettstoffwechselstörungen und erhöhten Blutzuckerwerten eingesetzt. Der Nutzen wurde in Tierversuchen bestätigt. Bei Ratten bewirkte die tägliche Fütterung mit Schwarzkümmelöl für 12 Wochen niedrigere Cholesterin-, Triglycerid- und Glucosewerte im Blut.

Thrombose
Mehrere Inhaltsstoffe von Schwarzkümmel (darunter Thymol und Carvacrol) hemmen im Reagenzglas die Blutplättchenaggregation und die Blutgerinnung. Diese Verbindungen haben im Reagenzglas eine über 30mal stärkere Aktivität als das Thrombosemittel Aspirin.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Für diese Anwendungsgebiete liegen eindeutige klinische Studien vor, um von einer Wirksamkeit auszugehen. Die Wirksamkeit wurde von mindestens einer der maßgeblichen Bewertungskommissionen (Kommission E/ESCOP/HMPC/WHO) verbindlich festgestellt.

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

Es liegen zahlreiche Hinweise aus einer langen Anwendungstradition in der Volksmedizin und in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde vor, die eine Wirksamkeit annehmen lassen. Dennoch sind bisher nicht alle Kriterien erfüllt, die für eine volle Beweiskraft notwendig sind. Falls es klinische Studien gibt, haben die Ergebnisse nicht zweifelsfrei überzeugt.

  • Allergie
  • Asthma bronchiale
  • Entzündungen
  • Magen-Darmbeschwerden
  • Neurodermitis
  • Schuppenflechte

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

Die Hinweise aus traditioneller Anwendung oder Laborversuchen sind zu wenig überzeugend und gehen über einen experimentellen Status nicht hinaus. Es gibt bisher keine korrekten oder positiven klinischen Studien.

  • Bluthochdruck
  • Fettwerte, erhöhte
  • Juckreiz
  • Leberentzündung, Vermeidung von Leberschädigung
  • Krebs, vorbeugend
  • Nierenerkrankungen, Schutz der Niere
  • Rheuma
  • Schmerzen, Gelenkschmerzen, Krampfschmerzen
  • Zuckerkrankheit

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Öl und Kapseln

Als Nahrungsergänzungsmittel ist Schwarzkümmel als Öl und in Kapselform erhältlich. Dabei schwanken die Angaben zur Dosierung je nach Hersteller.

In einem Naturheilkunde-Buch wird bei einer 3-6 Monats-Kur die Einnahme von 10 bis 25 Tropfen 15 Minuten vor den Mahlzeiten empfohlen. Kapseln, die 500 mg Schwarzkümmelöl enthalten, können 3 mal täglich eingenommen werden (jeweils 1 bis 2 Kapseln vor dem Essen).

Dosierung

Tee

Zur Teezubereitung wird ein Teelöffel zerdrückte Schwarzkümmel-Samen mit einer Tasse kochendes Wasser übergossen. Diesen kann man zweimal täglich als Stärkungsmittel trinken.

Wirkstoffe

Die Samen des Schwarzkümmels enthalten:

  • 32 – 35 % Kohlenhydrate
  • 30 – 35% fettes Öl
  • 20 % Proteine
  • Mineralstoffe (Calcium, Eisen, Natrium, Kalium)

Einer der Hauptbestandteil des Samens ist das fette Öl, welches der Fachmann "Oleum Nigella sativae" nennt. Es enthält folgende Fettsäuren:

  • 55 – 60 % Linolsäure
  • 22 – 25 % Ölsäure
  • 12 – 14 % Palmitinsäure
  • kleineren Mengen der Fettsäuren Myristin-, Palmitin-, Palmitolein-, Stearin-, Linolen-, Linol-, Arachin-, Eikosaensäure

Das fette Öl weist eine gelblich bis rötlich bis braune Farbe auf und hat einen aromatischen, pfeffrigen Geruch.

Weitere Bestandteile des Samens sind:

  • Sterole (Sitosterol, Cholesterol, Stigmastanol, Campesterol)
  • ätherisches Öl (Nigellon, Thymochinon, Thymol, p-Cymen, a-Pinen)
  • Spuren von Alkaloiden (umstritten: Nigellin, Nigellimin-N-oxid, Nigellicin, Nigellidin)
  • Gerbstoffe- Saponine (Melanthin, Hederagenin, Hederidin, alfa-Hederin)

Beim Auspressen der Samen kann man das ätherische Öl mit den fetten Ölen gewinnen. Es kann auch durch Dampfdestillation isoliert werden. Das ätherische Öl ist für den Geruch und den Geschmack des Schwarzkümmels verantwortlich und hat anfänglich eine hellgelbe Farbe, verfärbt sich aber bei längerer Lagerung rötlich.