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Sennes

Abführen mit Sennes

Sennesblätter und -früchte haben abführende Wirkung und sind daher in der Selbstmedikation sehr beliebt. Sie reizen allerdings den Darm und sollten daher nur für einen kurzen Zeitraum eingesetzt werden.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Der Wirkungsbereich des Sennes (Cassia) ist der Verdauungstrakt. Aus der Gattung Cassia werden hierzulande lediglich zwei der rund 500 verschiedenen Arten zu pharmazeutischen Zwecken verwendet, nämlich Cassia senna und Cassia angustifolia. Die zahlreichen Inhaltsstoffe des Sennes umfassen auch Sennoside, die erst durch Enzyme im Darm aufgespalten werden und ihren Wirkstoff entfalten. Diesen Wirkstoff (Rhein-Anthron) findet man in zahlreichen Abführmitteln wieder, denn er wirkt stimulierend, reizend und fördert die aktive Wassersekretion in den Dickdarm. Die Anwendungsdauer sollte sich lediglich über einen kurzen Zeitraum erstrecken. Anwendung findet Sennes etwa bei Darmträgheit, Verstopfung oder nach einem chirurgischen Eingriff in der Anus- und Rektumregion sowie bei schmerzenden Hämorrhoiden. Sennesprodukte unterscheiden sich nicht nur in der Darreichungsform (Pulver, Extrakt, Kapseln) sondern auch in den verarbeiteten Pflanzenbestandteilen. Die Sennesfrüchte sind meist verträglicher als Präparate, die die Blätter des Sennes beinhalten.

Wogegen hilft Sennes?

Sennesblätter und -früchte haben abführende Wirkung und sind daher auch in der Selbstmedikation sehr beliebt. Jährlich werden Millionen Tonnen der Heilpflanze produziert. Sennesblätter und -früchte sind Bestandteil vieler Abführtees und anderer Handelspräparate.

Verwendet werden die Sennesblätter über einen kurzen Zeitraum, wenn weicher Stuhl und Darmentleerung sicher eintreten sollen: Zum Beispiel bei Vorliegen rektal-analer Probleme, insbesondere bei Verstopfung, Einrissen der Analgegend und nach Operationen. Heute werden bei vielen dieser Probleme alternativ Elektrolytlösungen und andere weniger reizende Abführmittel eingesetzt.

Die Inhaltsstoffe der Sennesblätter und -früchte reizen den Darm. Sie sind daher nicht für einen Dauereinsatz geeignet. Personen mit Darmerkrankungen, insbesondere entzündlichen Erkrankungen, sollten ganz darauf verzichten und auf schonendere Mittel wie Flohsamen, Leinsamen und Makrogol ausweichen.

Heilwirkung von Sennes

Die wichtigsten Inhaltsstoffe der Sennesprodukte sind die Sennoside. Sie werden allerdings erst wirksam, wenn sie durch bakterielle Enzyme im Dickdarm in den aktiven Wirkstoff (Rhein-Anthron) aufgespalten werden. Anthrone sind stimulierende und reizende Abführmittel. Sie fördern die aktive Wassersekretion in den Dickdarm und hemmen die Wiederaufnahme des Wassers. Der Stuhl bleibt weich und wird durch die ebenfalls gesteigerte Darmbewegung schnell durch den Darmkanal befördert.

Sennesblätter und -früchte werden daher häufig als Abführmittel bei akuter Darmträgheit eingesetzt. Nach chirurgischen Eingriffen in der Anus- und Rektumregion oder bei schmerzhaften Hämorrhoiden ist ein weicher Stuhl besonders wichtig. Senna ist seit alters her als wirksames Laxans bekannt.

Die Anwendung von Sennesblättern und -früchten sollte aber auf bestimmte Situationen beschränkt werden. Ist zum Beispiel die Aktivierung des Darmes durch eine Ernährungsumstellung und quellende Produkte (Lein- und Flohsamen) erfolglos, können vorübergehend Sennesprodukte eingesetzt werden.

Sennesfrüchte sind milder in der Wirkung als Sennesblätter.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

  • Verstopfung: Abführend, Anregung der Darmbewegung
  • Analfissuren, Hämorrhoiden, rektal-anale Operationswunden
  • Darmreinigung zur Operationsvorbereitung: Entleerung des Darms vor und nach operativen Eingriffen im Bauchraum, Röntgenuntersuchungen

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • keine

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Abszesse, Furunkel, Karbunkel und bakteriell verursachte Entzündungen der Haut: zur Ausleitung von Schadstoffen (traditionell)
  • Menstruationsstörungen (traditionell)

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Sennesblätter und -früchte sind als getrocknetes Material, Pulver oder Extrakt verfügbar.

Meist werden Aufgüsse gemacht, das Material kann aber auch abgekocht oder in kaltem Wasser eingeweicht werden. Der Kaltaufguss wirkt sanfter und ist für empfindliche Personen besser geeignet.

Oft werden Sennesblätter auch mit anderen Pflanzen gemischt: z.B. im Schwedenbitter mit Safran, Aloe (oder Enzianwurzel oder Wermutpulver), Saft der Manna-Esche, Rhabarberwurzel, Kampfer, Zitwerwurzel, Eberwurzwurzel, Engelwurz, Myrrhe und anderem.

Dosierung

Um die Nebenwirkungen gering zu halten, ist immer die geringste wirksame Dosis zu ermitteln.

  • Tee: 1 g Alexandriner oder 2 g Tinnevelly Sennesblätter oder -früchte in einer Tasse mit heißem (nicht kochendem) Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.
  • Kaltwasserauszug: 2 Tl mit ¼ Liter kaltem Wasser aufgießen und 6-12 Stunden stehen lassen, dann abgießen.

Bei der Dosierung ist daran zu denken, dass die Wirkung 8-10 Stunden später einsetzt. Zu berücksichtigen sind auch wichtige Termine oder die Nachtruhe. Für den Stuhlgang am Morgen sollte der Tee am besten abends getrunken werden.

Überdosierung

Bei einer zu hohen Dosierung können schmerzhafte Magen-Darmkoliken folgen. Es ist dann auf die Ergänzung von Salzen (Elektrolyten) und Wasser zu achten. In diesem Fall sollte ein Arzt benachrichtigt werden, der dann helfend eingreifen kann.

Einzelne Personen können auf einzelne Inhaltsstoffe überempfindlich reagieren.

Wirkstoffe

Sowohl Blätter als auch Früchte

  • Dianthronglykoside (etwa 3%), darunter die Sennoside A und B;
  • Anthrachinonglykoside wie die 8-Glykoside von Aloe-Emodin und Rhein
  • Schleimstoffe (10%)
  • Flavonoide (vorwiegend Kämpferolderivate)