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Spitzwegerich

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Spitzwegerich: Die Arzneipflanze des Jahres 2014

Zurecht wurde der Spitzwegerich 2014 zur Arzneimittelpflanze des Jahres gewählt. Er ist reizlindernd (z.B. nach Insektenstichen), Auswurf fördernd, anti-entzündlich, antibiotisch und stärkt das Immunsystem.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) hat den Titel „Arzneipflanze des Jahres 2014“ wirklich verdient. Obwohl er bereits seit Jahrtausenden in der Volksmedizin Anwendung findet, wurde ihm nie eine gebührende Aufmerksamkeit zuteil. Es gibt leider nur wenige Studien zum Spitzwegerich, allerdings überzeugen diese wenigen Forschungsergebnisse und zeigen die heilende Wirkung der Pflanze. Die Schleimstoffe des Spitzwegerichs erleichtern den Abtransport von Sekret aus den Bronchien bei Infekten der oberen Atemwege und umhüllen die Oberfläche von Hals und Rachen bei Heiserkeit. Auch bei Ekzemen, Insektenstichen und Wunden wird er gerne eingesetzt, da der Inhaltsstoff Aucubin entzündungshemmend und im Laborversuch sogar antibiotisch wirkt. Das Aucubin ist allerdings nur im frischen Pflanzenpresssaft sowie in kalt zubereiteten wässrigen Auszügen vorhanden. Zur Behandlung von Ekzemen und Wunden stehen zudem Salben zur Verfügung. Bei Husten, Erkältung und Heiserkeit wirkt Spitzwegerich auch in Form von Tees. Häufig findet man den konzentrierten Extrakt in Kombinationspräparaten als Hustensaft.

Wogegen hilft Spitzwegerich?

Der Spitzwegerich ist eine alte Heilpflanze. Er vereint eine Reihe wertvoller Eigenschaften: Er ist reizlindernd, auswurffördernd, antientzündlich, antibiotisch und immunstärkend. Pharmakologische Untersuchungen bestätigen eine Wirkung in den klassischen Anwendungsgebieten Katarrhe, Wunden sowie Entzündungen von Haut und Schleimhaut.

Soforthilfe bei Insektenstichen:

Vor allem im Sommer schwirren sie herum und stechen gelegentlich auch leider zu: Bienen, Wespen und andere Insekten. Wurde man von einem Insekt erwischt, ist der Spitzwegerich das erste Mittel der Wahl. Einfach mehrere lange Spitzwegerich-Blätter aufeinander legen und verknoten. Dann den Knoten so lange in den Handinnenflächen reiben, bis Pflanzensaft austritt, den man dann auf den Stich gibt. Der Schmerz lässt nach und der Stich schwillt langsam ab.Hilft übrigens ebenso gut bei Brennen und Jucken nach einer Berührung mit Brennnesseln.

Neben dieser puren Outdoorvariante ist Spitzwegerich als Apotheken-Produkt in Form von Hustentee, Pastillen, Frischpflanzensaft oder Sirup erhältlich.

Achtung: Die antibiotische Eigenschaft ist von der Zubereitung abhängig.

Spitzwegerich muss trocken gelagert werden.

Heilwirkung von Spitzwegerich

Expektorierend
Im Tierversuch fördert Spitzwegerich den Abtransport von Schleim aus den Atmungsorganen und erweitert die Bronchien. Infekte der oberen Atemwege, insbesondere Atemwegskatarrhe sind die klassischen Anwendungsgebiete des Spitzwegerichs. Auch in der chinesischen Phytotherapie wird der Spitzwegerich bei Erkältung und Grippe genutzt.

Einhüllend
Die Schleimstoffe sorgen bei einer Entzündung von Hals und Rachen für eine Reizlinderung: Sie umhüllen die Oberflächen und reduzieren das kratzende oder brennende Gefühl. Auch die Gerbstoffe wirken in dieser Hinsicht positiv.

Immunstimulierend -Infekte
Die komplexen Zucker und Iridoidglykoside aus dem Spitzwegerich fördern im Reagenzglas die Fressaktivität von weißen Blutzellen. Dies könnte die natürliche Infektbekämpfung unterstützen.

Antibiotisch - Wunden
Äußerlich ist Spitzwegerich ein traditionelles Mittel zur Wundbehandlung und bei Hautentzündungen. Er fördert die Blutgerinnung und ist blutstillend sowie adstringierend.

Die antibiotischen Eigenschaften des Spitzwegerichs sind von der Herstellung abhängig. Nur wenn der Inhaltsstoff Aucubin über Aucubigenin zu einem reaktiven Aldehyd umgewandelt wird, ist eine antibiotische Wirkung im Laborversuch festzustellen. Dies ist nur im frischen Pflanzenpresssaft und kalt zubereiteten wässrigen Auszügen nachgewiesen. Eine Braunfärbung der Blätter zeigt an, dass der antibiotische Stoff inaktiv geworden ist.

Abkochungen und Tees haben keine direkte antibiotische Wirkung. Eventuell kann Aucubin auch später durch die Enzyme im Darm umgesetzt werden und dann systemisch Wirkungen entfalten.

Entzündungshemmend
Daneben soll Spitzwegerich äußerlich angewendet die Wundheilung fördern und Entzündungen lindern. Das Aucubin bzw. die daraus entstehenden aktiven Verbindungen vermindern die Bildung von Entzündungsbotenstoffen (Prostaglandine). Spitzwegerich kommt besonders bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum zum Einsatz.

Leberschutz
Der Inhaltsstoff Aucubin schützt im Tierversuch die Leber vor verschiedenen Giften. Spitzwegerich gilt auch als „blutreinigend“.

Magen-Darm
Die frischen Blätter oder den Presssaft setzte man früher bei Darmentzündungen und Magenschmerzen ein. Dafür sprechen auch die antibiotischen, schleimhautschützenden und entzündungslindernden Eigenschaften des Spitzwegerichs.

Bei Entzündungen entsteht "oxidativer Stress". Aus dem Spitzwegerich wurde eine antioxidativ wirkende Substanz isoliert, die bei entzündlichen Darmerkrankungen im Tierversuch die Symptome lindert (Acteosid).

Früher verwendete man ihn auch zur Blutstillung bei gereizten und blutenden Hämorrhoiden. Desweiteren soll Spitzwegerich regulierend auf die Verdauung wirken.

Harnwege
Spitzwegerich gilt traditionell als harntreibend und wird zur Durchspültherapie bei Blasenentzündung verwendet. Ebenso nutzt man den nahe verwandten Breitwegerich.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

  • Katarrhe der Luftwege (innerlich), darunter fallen alle Erkältungssymptome
  • entzündliche Veränderungen der Mund- und Rachenschleimhaut (innerlich)
  • entzündliche Veränderungen der Haut (äußerlich)

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • Juckreiz nach Insektenstichen
  • Wunden, Furunkel

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Blasenentzündung, harntreibendes Mittel
  • Durchfall, entzündliche Darmerkrankungen
  • Leberleiden, Leberschutz
  • Magenkrämpfe

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

In der Regel wird das Kraut als Tee zubereitet. Der Pflanzensaft oder das Pulver der Pflanze wird auch als Salbe angeboten. Konzentrierte Extrakte als Fertigarzneimittel sind in Hustenmitteln enthalten (Mono- und Kombinationspräparate).

Dosierung

durchschnittliche Tagesdosis 3-6 g

Katarrhe der Luftwege, innerliche Anwendung:

3 bis 4-mal täglich eine Tasse Tee:

  • pro Tasse 2 Teelöffel getrocknetes Spitzwegerichkraut; 10 bis 15 Minuten ziehen lassen.


Spülen und Gurgeln, äußerliche Anwendung:

Kaltauszüge herstellen:

  • pro Tasse 2 Teelöffel getrocknetes Spitzwegerichkraut in kaltem Wasser ansetzen, 1 bis 2 Stunden stehen lassen, gelegentlich umrühren.

Wirkstoffe

  • Iridoidglykoside (bis zu 2,5% TG), Hauptwirkstoff ist Aucubin (bis 2,3%), Catalpol, Asperulosid
  • Schleimstoffe: (2%) Polysaccharide
  • Gerbstoffe (6,5%),
  • Phenolcarbonsäuren (Chlorogen- und Kaffeesäure; Acteosid)
  • Saponine
  • Flavonoide
  • Kieselsäure (1,35%)