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Botanischer Steckbrief von Süßholz

Natürlicher Süßstoff

Römische Soldaten und auch Napoleon führten Süßholz als vielseitiges Heilmittel mit.

Besonders geschätzt ist auch die Süßkraft der Wurzel: der Inhaltsstoff Glycyrrhizin ist etwa 50mal so süß wie Zucker. Lakritze ist das beliebteste Produkt aus Süßholzwurzelextrakt. Vom Geschmack leitet sich auch die Redewendung „Süßholz raspeln“ ab. Sie steht augenzwinkernd für „jemandem schön tun oder sich einschmeicheln“.

Aussehen und Herkunft

Süßholz ist eine langlebige, bis zu 2 m hohe Pflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Familientypisch sind die gefiederten Blätter und hellvioletten bis weißen Blüten in länglichen Ähren. Die Blattunterseite ist mit Drüsenhaaren bedeckt. Jährlich bildet das Süßholz neue aufrechte Triebe, die wie die Wurzel verholzen. Etwa 3-5 sehr kleine nierenförmige Samen sind in den 1,5 bis 2,5 cm langen, rotstacheligen Hülsen enthalten. Sie stehen in dichten Büscheln und sie springen zur Samenreife nicht auf.

Spanisches Süßholz stammt von Glycyrrhiza glabra var. typica und kommt aus spanischem, französischem und italienischem Anbau. Russisches Süßholz stammt von der var. glandulifera bzw. von Glycyrrhiza uralensis und stammt heute größtenteils aus den Staaten der GUS (ungeschält) oder aus China (geschälte Qualität). Chinesisches Süßholz wird ähnlich wie G. glabra verwendet.

Süßes aus dem Süden

Süßholz stammt aus dem zentralen und südwestlichen Asien, ist aber auch im Mittelmeergebiet bekannt (Russland, Türkei, Italien, Bulgarien und Spanien). Es wird in vielen Teilen der Welt überwiegend im warmgemäßigtem bis subtropischen Klima angebaut, unter anderem auch in Deutschland, wo jedoch der Anbau rückläufig ist. Verwendete wird das Holz der Ausläufer (Rhizome) und der getrockneten Wurzeln (Süßholzwurzel, Lakritzenwurzel – Liquiritiae radix).

Gewinnung

Die Pflanze wird von Spätherbst bis zum Frühjahr, bevor der neue Austrieb beginnt, beerntet. Damit die Pflanze nicht stirbt, werden nur die Nebenwurzeln (1-2cm dick, 30cm lang) geschnitten, die Pfahlwurzel bleibt stehen. Zur Erholung der Pflanze erfolgt die Ernte in dreijährigem Turnus.

Nach dem Zerkleinern trocknet man das Material auf natürliche oder technische Weise. Man erhält gelb-bräunliche Holzschnitzel von süßem Geschmack. Gelegentlich werden die Wurzeln auch geschält.

Zur Herstellung von Lakritze kocht man das Holz mit Wasser aus, der Sud wird anschließend zu dicker Konsistenz eingekocht. Ein Anteil wird zu Trockenextrakt verarbeitet und zum Schluss dem Konzentrat beigemischt. Zugesetzt werden auch Zucker, Mehl, Stärke und/oder Gelatine und verschiedene Aromastoffe.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen