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Taigawurzel

© C. Heyer/PhytoDoc

Erschöpfung und Stress überwinden mit der Taigawurzel

Taigawurzel wirkt als sogenanntes Adaptogen. Die Hauptanwendungsgebiete sind Erschöpfung und Stress, abnehmende physische und geistige Fähigkeiten und die Unterstützung der Genesung.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Russisches Doping-Wunder aus der Natur

In der russischen Volksmedizin hat die Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus), auch als Sibirischer Ginseng bekannt, bereits eine lange Tradition. Sie hat eine positive Wirkung auf das Immunsystem, steigert die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit und wird daher auch bei Müdigkeits- und Schwächezuständen angewendet. Kein Wunder, dass das natürliche „Doping-Mittel“ auch bei der Olympiade 1984 von russischen Sportlern eingesetzt wurde. Die Taigawurzel wirkt als sogenanntes Adaptogen und unterstützt den Körper dabei, besser mit Stresssituationen umzugehen. Sie stammt aus Nordostasien, wächst dort vor allem in Sibirien und wird in großem Stil angebaut. Zur Anwendung stehen Pulver, zerkleinertes Material für Teeaufgüsse sowie wässrig-alkoholische Auszüge aus der Taigawurzel zur Verfügung.

Wogegen hilft Taigawurzel?

Die Wirkungen der Taigawurzel wurden intensiv untersucht. Es gibt rund 1.000 Arbeiten zu diesem Thema, die meist aus der russischen Fachliteratur stammen. Bei den klinischen Studien bemängelte die WHO das häufige Fehlen von Kontrollen.

Noch am besten belegt sind bisher folgende Wirkungen der Taigawurzel:

  • die immunmodulierenden bzw. immunstabilisierenden, Rekonvaleszenz-fördernden Wirkungen
  • die Steigerung der Anpassungsreaktion auf Stressoren
  • die Leistungssteigerung und die verminderte Ermüdung

Heilwirkung von Taigawurzel

Taigawurzel wirkt als sogenanntes Adaptogen. Darunter versteht man ein Therapeutikum, das in der Lage ist, die Widerstandskraft des Körpers gegen verschiedene Stressoren wie etwa psychischen Stress, UV-Strahlung, Krankheiten, Operationen, Schadstoffe oder jahreszeitlichen Wechsel zu stärken.

Stress
Generell wird die Stressantwort in drei Phasen eingeteilt: die Alarmphase, die Phase des Widerstands gegen den Störfaktor, auf die eine anschließende Erschöpfungsphase folgt, wenn die Reservekräfte verbraucht sind. Adaptogene wie der Sibirische Ginseng vermindern den Stress in der Alarmphase und verzögern das Einsetzen der Erschöpfungsphase.

Daten aus Tierversuchen deuten darauf hin, dass die Schäden durch Durchblutungsstörungen, wie sie etwa bei Schlaganfällen oder Herzinfarkten auftreten, mit Sibirischem Ginseng geringer ausfallen. Auch die schädigende Wirkung von giftigen Stoffen (wie Alkohol, Antibiotika und Krebsmedikamenten) soll durch die Pflanze gemindert werden. Eine erhöhte Widerstandskraft gegen Krebs wird ebenfalls diskutiert. In Laborversuchen konnte zudem eine Hemmung der Vermehrung bestimmter Viren (RNA-Viren) festgestellt werden, welche die oberen Atmungsorgane und die Nase befallen.

Der Sibirische Ginseng wird ähnlich wie Echter Ginseng (Panax ginseng) angewendet.

Die Hauptanwendungsgebiete sind Erschöpfung und Stress, abnehmende physische und geistige Fähigkeiten und die Unterstützung der Genesung.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

  • Anti-Aging
  • Entzündungen
  • Müdigkeit und Schwäche, Tonikum
  • nachlassende Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit
  • Rekonvaleszenz
  • Stress
  • Wundheilungsstörungen

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • Abwehrschwäche, immunsteigernd (Studie ohne Kontrollen, Tierversuche Laborversuche)
  • Schwächegefühl, körperliche und geistige Leistungsfähigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Auszehrung, krankhafte Abmagerung

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Niedriger Blutdruck (Studie ohne Kontrollen)
  • Gewebeschutz gegen Gifte, radioaktive Strahlung, Sauerstoffmangel (Tierversuche)
  • Harnverhaltung, entwässernd (Volksmedizin)
  • Hypercholesterinämie (Studie ohne Kontrollen)
  • Impotenz (Volksmedizin)
  • Knochenbrüche (Volksmedizin)
  • Krebstherapie (Tierversuche)
  • Leber-, Milz und Nierenerkrankungen (traditionelle chinesische Medizin)
  • Leistenbrüche (Volksmedizin)
  • Magen-Darmbeschwerden, Blähungen (Volksmedizin)
  • Mundtrockenheit (Volksmedizin)
  • Nervenschwäche (Volksmedizin)
  • Ödeme (Volksmedizin)
  • rheumatische Erkrankungen (Volksmedizin)
  • Schlafstörungen (traditionelle chinesische Medizin)
  • Schmerzen und Kraftlosigkeit im Hüft- und Kniebereich (traditionelle chinesische Medizin)
  • Viren der oberen Atemwege (Influenza A, Rhinoviren, Respiratory-Syncytal-Virus; Laborversuche)

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Der Sibirische Ginseng ist als Pulver, zerkleinertes Material für Teeaufgüsse sowie als wässrig-alkoholischer Auszug verfügbar.

Dosierung

Die Tagesdosis beträgt 2 bis 3 g der getrockneten Wurzel oder bis zu 80 Tropfen des alkoholischen Auszugs (40 % Alkohol (V/V), Fluidextrakt mit 1 g Ginseng pro 1 ml Extrakt). Bitte beachten Sie auch die Angaben des Herstellers.

Innerlich:

Vom alkoholischen Flüssigextrakt werden in der Regel 20 bis 40 Tropfen zwei- bis dreimal täglich vor dem Essen verabreicht.

Vom Trockenextrakt werden 65-195 mg eingenommen.

Bei anderen Zubereitungen verwendet man Mengen, die 2-3 g der Wurzel entsprechen.

Auch eine kurmäßige Einnahme ist möglich. Die Kur dauert 25 bis 30 Tage, darauf folgt eine Pause von ein- bis zwei Wochen. Diese Abfolge wird zwei- bis dreimal wiederholt.

Wirkstoffe

Als „Eleutheroside“ benannt wurden Stoffe aus unterschiedlichen Substanzgruppen:

  • Triterpene
  • Triterpensaponine (Eleutheroside I–M),
  • Lignane und ihre Glykoside (z. B. Sesamin, Liriodendrin und Syringaresinol),
  • Cumarine (Isofraxidin),
  • Phytosterine (β-Sitosterol, Daucosterol)
  • Polysaccharide