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Traubensilberkerze

© PhytoDoc/C. Heyer

Traubensilberkerze: Hilfe bei Wechseljahres- und Menstruationsbeschwerden

Hilft wirksam bei Beschwerden während der Wechseljahre. Zahlreiche klinische Studien belegen dies.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Die Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) wird als Heilpflanze gegen Wechseljahres- und Menstruationsbeschwerden empfohlen. Eine positive Wirkung wurde von der Kommission E bestätigt. Die estrogenartige Wirkung der Traubensilberkerze lindert verschiedene Symptome, die während der Wechseljahre auftreten können. Darunter neurovegetative und psychische Beschwerden, Hitzewallungen oder nächtliches Schwitzen. Vermutlich hemmt es sogar den Knochenabbau. Cimicifuga ist zwar weniger wirksam als Östrogene, aber risikoärmer. Zur Herstellung medizinisch relevanter Präparate wird der Wurzelstock samt Wurzel getrocknet und anschließend verarbeitet. Neben dem daraus gewonnenen Extrakt gibt es weiter auch zahlreiche Mischpräparate in verschiedenen Darreichungsformen. Patientinnen mit Brustkrebs sollten zur Vorsicht alle 2-3 Monate zur Brustkrebsvorsorge gehen, wenn sie Traubensilberkerze einnehmen, denn Langzeitstudien gibt es hier nicht.

Wogegen hilft Traubensilberkerze?

Die Kommission E und die WHO haben die Wirksamkeit der Traubensilberkerze bei Beschwerden der Wechseljahre bestätigt. Zahlreiche klinische Studien belegen dies. Für den Einsatz bei Beschwerden vor und während der Menstruation gibt es keine wissenschaftlichen Daten. Die Kommission E hält aber den Einsatz der Traubensilberkerze bei prämenstruellen und dysmenorrhoischen psychovegetativen und psychischen Beschwerden als gerechfertigt.

Die Traubensilberkerze hat eine lange Anwendungstradition und ist gut verträglich, da es aber keine Langzeitstudien gibt, rät man aus Vorsicht von einer chronischen Einnahme ab.

Heilwirkung von Traubensilberkerze

Die Traubensilberkerze entfaltet im Menschen eine estrogenartige Wirkung, die auf die Isoflavone und Triterpene zurückgeführt wird. Sie soll organspezifisch und selektiv sein. Im Gegensatz zu künstlichem Estrogen (=Östrogen) bleiben unerwünschte Nebenwirkungen aus. Dies ist ein erheblicher Vorteil gegenüber den in der konventionellen Therapie eingesetzten Hormonen.

Kontrollierte Studien weisen auf eine Wirksamkeit der Pflanze bei Wechseljahressymptomen der Frau hin (neurovegetativ, psychisch, Hitzewallungen, nächtliches Schwitzen). Neueren Untersuchungen zufolge soll die Pflanze auch den Knochenabbau hemmen und so vor Osteoporose schützen. Man vermutet zudem eine Wirkung der Traubensilberkerze auf das Herz-Kreislaufsystem sowie eine Blutzucker senkende und entzündungshemmende Wirkung. Der Extrakt wirkte im Tierversuch krampflösend, gefäßerweiternd und blutdrucksenkend. Ob diese Wirkungen auch beim Menschen auftreten, ist nicht gesichert.

In der Homöopathie setzt man die Pflanze auch bei rheumatischen und wirbelsäulenbedingten Muskelschmerzen und Krampfschmerzen des Herzens, des Magen-Darm-Kanals, der Gallenblase und der weiblichen Geschlechtsorgane ein. Die Traubensilberkerze soll außerdem bei psychischen Beschwerden wie nervöser Erregung und depressiven Verstimmungen helfen.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Für diese Anwendungsgebiete liegen eindeutige klinische Studien vor, um von einer Wirksamkeit auszugehen. Die Wirksamkeit wurde von mindestens einer der maßgeblichen Bewertungskommissionen (Kommission E/ESCOP/HMPC/WHO) verbindlich festgestellt.

  • klimakterisch bedingte neurovegetative Beschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen
  • Menstruationsbeschwerden (Dysmenorrhoe)
  • prämenstruelle Beschwerden (PMS)

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

Es liegen zahlreiche Hinweise aus einer langen Anwendungstradition in der Volksmedizin und in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde vor, die eine Wirksamkeit annehmen lassen. Dennoch sind bisher nicht alle Kriterien erfüllt, die für eine volle Beweiskraft notwendig sind. Falls es klinische Studien gibt, haben die Ergebnisse nicht zweifelsfrei überzeugt.

  • Osteoporose, vorbeugend (erste Studien)

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

Die Hinweise aus traditioneller Anwendung oder Laborversuchen sind zu wenig überzeugend und gehen über einen experimentellen Status nicht hinaus. Es gibt bisher keine korrekten oder positiven klinischen Studien.

  • Bluthochdruck senkend
  • depressive Verstimmung (nicht belegt)
  • Krämpfe
  • Muskelschmerzen (nicht belegt)
  • nervöse Erregung (nicht belegt)
  • Rheuma (nicht belegt)
  • Schwindel und Ohrensausen (nicht belegt)
  • Stärkungsmittel, Hustenpräparate (nicht belegt)
  • Tinnitus (nicht belegt)

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Um eine gesicherte Wirkung zu erreichen, sollten standardisierte Fertigarzneimittel verwendet werden.

Achtung: Bei einer Einnahme von mehr als 5 g getrockneter Wurzel können Vergiftungssymptome auftreten (heftiger Kopfschmerz, Schwindel, Übelkeit, Zittern und Steifheit der Glieder).

Dosierung

Innerliche Anwendung

Tee: maximal 0,5–1 g der getrockneten Wurzel, dreimal täglich trinken.

Extrakt (mit 40-60% Alkohol): eine Menge, die 40 mg des Pflanzenmaterials entspricht, pro Tag.

Wirkstoffe

tetracyclische Triterpenglykoside (Actaein und Cimicifugosid) und deren Aglyka (Cimigenol, Acetylacteol),

Isoflavone: Formononetin

Gerbstoffe: Gallotannine

Sonstige: Isoferulasäure, Salicylsäure.