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Uzara

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Uzara: Klassiker gegen Durchfall

Die Pflanze hemmt die Darmbewegung ohne den Darm zu lähmen. Außerdem ergänzen krampflösende und brechreizlindernde Aspekte das Wirkspektrum optimal.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Die Heilkraft der südafrikanischen Wurzel

Auf einer Forschungsreise nach Südafrika entdeckte der deutsche Foschungsreisende H.W.A. Hopf die Uzara-Pflanze (Xysmalobium undulatum). Er ließ sich damals von einem dort ansässigen Medizinmann aufgrund einer Durchfallerkrankung mit der Wurzel behandeln und war so begeistert von der Wirkung, dass er die Pflanze nach Deutschland mitbrachte. Auch heute erfreut sich Uzara einer großen Beliebtheit unter den Heilpflanzen. Die Kommission E bestätigte die Wirkung bei akuten und unspezifischen Durchfallerkrankungen. Möglicher Weise nützt sie auch bei den Begleiterscheinungen, wie Bauchschmerzen und Übelkeit. Das enthaltene Uzarin hemmt die Muskelbewegung im Magen-Darmtrakt und somit auch den Stuhldrang. Für die Herstellung von arzneilichen Präparaten wird die Wurzel der Uzara getrocknet und extrahiert. Erhältlich sind Präparate in Form von wässrig-alkoholischen Extrakten sowie Dragees oder Lösungen.

Wogegen hilft Uzara?

Uzara ist der Klassiker gegen Durchfall

Uzara wird bei uns seit etwa 100 Jahren gegen Durchfallerkrankungen angewendet. Die Pflanze hemmt die Darmbewegung ohne den Darm zu lähmen. Außerdem ergänzen krampflösende und brechreizlindernde Aspekte das Wirkspektrum optimal.

Angaben zur Wirksamkeit beruhen auf traditionellen Erfahrungswerten und experimentell-pharmakologischen Untersuchungen. Die Pflanze ist demnach wirksam und sicher. Reguläre placebokontrollierte klinische Studien zu Uzara fehlen noch.

Heilwirkung von Uzara

In Südafrika ist Uzara eine wichtige traditionelle Heilpflanze, die gegen Durchfall eingesetzt wird. Sie behauptet auch in der modernen Phytotherapie ihren Platz bei unspezifischem und akutem Durchfall.

Der Inhaltsstoff Uzarin hemmt die Bewegung der glatten Muskulatur des Magen-Darmtrakts und reduziert den Stuhldrang. Auch der Wasserverlust ist vermindert, so dass auch der Stuhl fester wird. Daneben ist auch eine bewegungsanregende Wirkung experimentell gezeigt worden. Das dürfte dafür sorgen, dass der Darm nicht vollständig die Spannung verliert und schlaff wird. Die notwendige entgiftende Ausscheidungsfunktion bleibt daher erhalten, lediglich die Darmpassage ist verlangsamt. Insgesamt lindert Uzara nicht nur die Symptome, sondern verkürzt auch die Dauer der Erkrankung. Leider fehlen entsprechende wissenschaftliche Studien mit statistischen Auswertung.

Uzarin gehört, wie das Gift aus dem Fingerhut, zu den herzwirksamen Steroiden (Herzglycosiden). Diese Stoffe hemmen die Na /K -ATPase der Herzmuskels. Die Folge ist, dass die Ionengradienten, die für eine Muskelkontraktion benötigt werden, verschoben werden. Der Muskel erstarrt in kontrahierter Form. In geringer Konzentration verstärken Herzglycoside die Kontraktionskraft des Herzens, was eine Herzschwäche ausgleichen kann.

Uzarin hat vermutlich auch diese Wirkung auf das Herz. Es ist dabei aber vergleichsweise wenig giftig, weil es im Darmtrakt kaum aufgenommen wird. Die unerwünschten Herzsymptome treten nur bei sehr hohen Dosen auf (in einer Tagesdosis über 90mg Gesamtglykosiden). Eine lange Erfahrung mit den Präparaten garantiert eine sichere Anwendung. Möglicher Weise trägt Uzarin aber durch die Muskelwirkung zu einer Tonisierung der Darmmuskulatur bei.

Linderung der Begleitbeschwerden

Auch Bauchschmerzen, die häufig begleitend bei Durchfällen auftreten, sowie Übelkeit und Brechreiz lassen sich mit Uzara lindern. Daneben ist eine Wirkung bei Koliken und (Magen-) Krämpfen überliefert.

Bei Kopfschmerzen wird das Pulver aus der Wurzel von den Einheimischen direkt geschnupft. Außerdem behandelt man auch Nachwehen und Menstruationsschmerzen damit. Zwar liegen zur Anwendung bei krampfartigen Menstruationsbeschwerden einige positive Fallbeschreibungen vor, auf breiter Basis ist die Wirkung bei dieser Indikation jedoch nicht getestet.

Wundbehandlung

Die pulverisierte Wurzel verwendet man in Afrika außerdem äußerlich zur Wundbehandlung. Bei uns wird dieser Aspekt der Pflanze nicht genutzt. Laborversuche lieferten noch keine Hinweise auf eine antimikrobielle Eigenschaft. Möglich wäre es jedoch, denn Herzglycoside sind chemisch gesehen Saponine und die meisten Saponine wirken auch antimikrobiell, da sie die Biomembranen zerstören können.

Antidepressiv

Viele Antidepressiva steigern die Wirkung des “Glückshormons” Serotonin. Indem sie dessen Aufnahme verhindern, erhöhen sie die Verfügbarkeit und damit auch die Wirkung dieses Botenstoffs im Gehirn. Auch alkoholische Extrakte von Uzara zeigten deutliche antidepressive Effekte.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

  • unspezifische akute Durchfallerkrankungen

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

Es liegen zahlreiche Hinweise aus einer langen Anwendungstradition in der Volksmedizin und in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde vor, die eine Wirksamkeit annehmen lassen. Dennoch sind bisher nicht alle Kriterien erfüllt, die für eine volle Beweiskraft notwendig sind. Falls es klinische Studien gibt, haben die Ergebnisse nicht zweifelsfrei überzeugt.

- Übelkeit

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Abszesse (traditionell)
  • Augenentzündung (traditionell)
  • Depression (experimentell, traditionell)
  • Brechreiz: Linderung
  • Kopfschmerzen (traditionell)
  • Magen-Darmkoliken, Bauchschmerzen
  • Nachwehen (traditionell)
  • Tonikum (traditionell)
  • Wunden (Pulver der Wurzel; traditionell)

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Wasser-Alkohol-Extrakte, Trockenextrakte in Form von Dragees oder Lösungen.
Verwendung finden auch Trockenextrakte von Methanol-Wasserextrakten.

Dosierung

Vorzugsweise sollten Präparate (Tinkturen oder Trockenextrakte) mit eingestelltem Glykosidgehalt verwendet werden. Die Maximalangaben des Herstellers sind unbedingt einzuhalten.

Erwachsene:

  • einmalige Eingangsdosis am ersten Tag von 1 g Wurzelpulver (entsprechend 75 mg Gesamtglykosiden) in etwa 3-6 Portionen über den Tag verteilt einnehmen.
  • danach: Tagesdosis: 45–90 mg Gesamtglykoside (berechnet als Uzarin) in etwa 3-6 Portionen über den Tag verteilt einnehmen.

Kinder (ab 2 Jahren):

Tagesdosis mit 15–30 mg Gesamtglykosid

Wirkstoffe

  • Cardenolidglykoside mit Uzarin (Aglykon: Uzarigenin) als Hauptwirkstoff, Xysmalorin
  • Gerbstoffe
  • Flavonoide