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Botanischer Steckbrief von Weide

Salicin: Vorgänger des Aspirins

Salicin aus der Weidenrinde ist der Vorgänger des Aspirins. An die Herkunft erinnert heute noch der Name (Salicin kommt von lat. Salix). Im19. Jahrhundert wetteiferten dann zahlreiche Labors, um den Weidenrindenwirkstoff Salicin synthetisch herzustellen. Walter Kolbe und Felix Hoffmann gelang es, sehr ähnliche Stoffe, Salicylsäure und Acetylsalicylsäure zu synthetisieren. Als ASS oder „Aspirin“ machte letzterer Stoff eine unvergleichliche Karriere.

Aussehen und Herkunft

Vielfalt als Prinzip

Weiden zählen zu den variabelsten Holzgewächsen (Familie Weidengewächse „Salicaceae“). Sie haben verschiedene Wuchsformen: von Zwergsträuchern bis zu hohen Laubbäumen sind alle Übergänge dabei. Die Blätter sind ungeteilt, lanzettlich, linealisch oder elliptisch. Auf der Unterseite oft mit bläulichem Wachsbelag. Im zeitigen Frühjahr bilden sich ähren- oder kätzchenförmige männliche und weibliche Blütenstände. Verschiedene Weidenarten kreuzen sich auch und bilden Hybride. Nutzen kann man sehr viele Arten, die enthaltene Menge des Wirkstoffs „Salicin“ ist jedoch sehr unterschiedlich.

Weiden gibt es im gesamten Eurasischen Raum von Europa bis Asien und Nordafrika. Das pharmakologisch genutzte Material stammt meist aus Ost- und Südosteuropa. Bevorzugt wird die getrocknete Rinde älterer Zweige (Salicis cortex) verwendet. Die Qualität des Materials wird im Wesentlichen über den Gesamtsalicingehalt definiert. Heute verwendet man vorwiegend die Zweige der Purpurweide (S. purpurea L.), der Bruchweide (S. fragilis L.) und der Reifweide (S. daphnoides Vill.). Die Silberweise (Salix alba) ist für die Gewinnung eher ungeeignet.

Gewinnung

Die Weidenzweige werden im Alter von zwei bis drei Jahren im Frühjahr gesammelt und geschält. Nach dem Trocknen werden die Zweige pulverisiert und anschließend mit einer alkoholischen Lösung extrahiert. In der Regel werden die Präparate auf 11% Gesamtsalicin eingestellt.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen