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Pflanzenprofil von Weihrauch

Für Götter und Könige

Weihrauch wird gerne zu religiösen Zwecken als Räuchermittel eingesetzt. Wegen der langen Handelswege war er ein kostbares Produkt und der Verehrung von Göttern, Königen und Ahnen vorbehalten. Zweifelsohne überdeckte er auch manch strengen Geruch bei einfachen sanitären Verhältnissen. Die alten Ägypter verwendeten das Harz des Weihrauchbaums auch zur Mumifizierung von hochgestellten Persönlichkeiten oder für den Liebeszauber. So haftet dem Produkt auch etwas Erhabenes und Mystisches an, aber schon damals wußte man um die pharmakologischen Eigenschaften wie die desinfizierende Wirkung. Dabei wird aber nicht der Rauch verwendet, sondern das Weihrauchharz eingenommen oder auf die Haut aufgetragen.

Aussehen und Herkunft

Weihrauch ist das Harz des Weihrauchbaums (Boswellia), der in den Trockengebieten Afrikas, Arabiens und Indiens zu Hause ist. Der kleine, stark verzweigte Baum aus der Familie der Balsambaumgewächse (Burseraceae) trägt dicke Äste mit glatter, papierähnlicher Rinde. Um die Verdunstung zu minimieren, wachsen die gefiederten Blätter in Büscheln. In der Trockenzeit wirft der Afrikanische Weihrauch die Blätter ab. Die Blüten sind klein, sternförmig, blassgelb oder rötlich in zusammengesetzten Rispen. Gut geschützt sind die Samen des Weihrauchs in der dreikantigen Steinfrucht. In dem regenarmen und kargen Lebensraum mit Felsen und Klippen ist dieser Schutz der Samen überlebenswichtig.

Weihrauch darf nicht mit anderen Gummiharzen (Myrrhe, Burseraceen-Opopanax) verwechselt werden, die aus Commiphora-Arten gewonnen werden (siehe C. myrrha).

Baumharz

Weihrauch ist das getrocknete Harz des Baums, das beim Anschneiden aus dem Stamm oder aus Ästen austritt. Geerntet werden kann jedoch nur zum Blattaustrieb und zur Blüte. Danach braucht der Baum Schonung.

Typisch für die Familie Burseraceae sind die aromatisch riechenden Verbindungen in den Harzen. Weihrauchharz schmeckt bitter und ist fast geruchlos. Der typische Duft entfaltet sich erst beim Verglühen auf Kohle.

Weihrauch wird zum Beispiel in Indien, Kenia, Äthiopien, Somalia und S-Arabien produziert. Verwendet werden verschiedene Boswellia-Arten wie z. B. B. frereana, B. papyrifera und B. neglecta. Insgesamt gibt es etwa 24 Boswellia-Arten. Nur der Indische Weihrauch (Boswellia serrata) ist im Europäischen Arzneibuch erfasst, daher darf eigentlich nur dieser pharmazeutisch verwendet werden.

Gewinnung

Die Weihrauchproduktion dauert mehrere Monate. Das Harz tritt aus den angeschnittenen Stämmen und Ästen als weißlicher Milchsaft aus. Nach dem Verdunsten des Wassers härtet es aus. Es bildet unregelmäßige Strukturen und man erntet weiß bestäubte, elfenbeinfarbene bis bräunliche Brocken. Die Harzausbeute pro Baum ist mit 1 kg und mehr erstaunlich hoch. Sie hängt von Alter, Größe und Zustand des Baumes ab. Aber der Baum braucht auch Ruhephasen.

Als besonders hochwertig gilt der helle Weihrauch, er enthält weniger nichtaktive, oxidierte Inhaltsstoffe. Schlechte Qualität riecht muffig.

Das ätherische Öl gewinnt man mittels Wasserdampf-Destillation aus dem Harz.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen