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Pflanzenprofil von Winter-Linde

Die romantische Lindenallee

Ein stattlicher Baum ist die Winterlinde mit ihren 30 Metern Höhe. In Reih und Glied säumt er als Alleebaum alte Straßen und Plätze. Dabei nimmt der Baum auch regelmäßige Beschneidung nicht krumm. Früher war die Linde im Dorf ein beliebter Treffplatz im Ort und so manche romantische Beziehung dürfte unter dem blühenden Baum an einem lauen Sommerabend begonnen haben. Überall in Deutschland gab es außerhalb des Ortes Gerichtslinden. Hier saß man zu Gericht und vollstreckte das Urteil.

Aussehen und Herkunft

Im Frühling etwa Ende April bis Anfang Mai taucht das helle Lindgrün der jungen Blätter die Gegend in ein optimistisches Licht. Später nehmen die großen herzförmigen Blätter einen dunklen Grünton an. Fährt ein Windstoß durch die Blätter, sieht man die hellgrüne Unterseite. Bei genauerem Hinsehen erkennt man am Blatt in den Winkeln der Adern eine wollige, braune Behaarung. Das ist das eindeutige Kennzeichen der Winterlinde (T. cordata). Wer Lindenblütentee herstellen will, muss von Juni bis Juli aufmerksam sein, dann ist die Blüte zu erwarten. Der Blütenstand ist für eine einheimische Blütenpflanze recht merkwürdig, bildet sich doch ein auffallendes, zart grünes Hochblatt dessen Hauptader in den Stiel des Blütenstands übergeht. Er trägt 5-10 der gelbgrünen duftende Blüten, für die auch die Bienen Überstunden machen: Sie fliegen die Blüten auch nach Sonnenuntergang noch an. Die Blüten wandeln sich später in runde Nüsschen um. Fällt der Blütenstand ab, tanzt er im Wind wie ein Propeller. Der Wind beflügelt die Flugobjekte und bringt sie viele hundert Meter weit in den Umkreis.

Linde: Baum, Borke, Blatt mit Blüten

© Wolfilser - Fotolia.com

Nützliche Lindenarten

Neben der Winterlinde können übrigens auch die Blüten der Sommerlinde genutzt werde

  • Sommerlinde (T. platyphyllos): Die Blütenstände im Juni tragen nur 2-5 Blüten und die Behaarung in den Aderwinkeln ist weiß nicht braun. Die Blattunterseite ist kaum heller als die Oberseite.
  • Holländische Linde (T. x europaea auch T. x vulgaris): Die Winter und die Sommerlinde mischen sich, der Bastard wird unter dem Namen Holländische Linde geführt und hat Merkmale von beiden Eltern. Das macht die Unterscheidung oft schwierig. Aber auch ihre Blüten kann man verwenden.

Übrigens: Die Blüten der Silberlinde (T. tomentosa) werden bei Erkältung üblicherweise nicht genutzt. Darum sollte man auch diesen Baum eindeutig erkennen. Diese Baumart hat eine noch hellere Blattunterseite als die Winterlinde. Sie ist überall dicht filzig-weiß behaart. Auch bei Geruch und Geschmack kann dieser Baum nicht mithalten. Nur zu der beruhigenden Funktion gibt es wissenschaftliche Belege. Die Silberlinde ist eigentlich nicht einheimisch, sie kommt aus Südosteuropa. Bei uns wird sie aber häufig als Alleebaum angepflanzt.

Das sind die verwendeten Produkte des Baums

Linde ist außerordentlich vielseitig und fast jeder Teil hat seine eigene Verwendung.

  • Blüten: Meist findet man die getrockneten Blütenstände als „Tiliae flos“ im Repertoire der Naturapotheken.
  • Blätter: Früher waren die Menschen nach dem langen Winter ausgehungert. Vitamine waren hier gefragt. So verzehrte man die jungen Blätter als Salat.
  • Knospen: Die Knospen der Silberlinde sind ein traditionelles Beruhigungsmittel. Daneben waren die nussig schmeckenden Knospen ein beliebter Snack.
  • Honig: Eine ganz besondere kulinarische Spezialität ist der aromatische Lindenblütenhonig.
  • Holz: Das Holz der Linde ist bei Schnitzern sehr beliebt, ist es doch weich und gleichmäßig. Da fällt die Bearbeitung leicht. Nur selten aber verwendet man auch die innere Rindenschicht mit angrenzendem Splintholz (Tiliae cortex) noch als Heilmittel.
  • Kohle: Auch die Holzkohle wusste man zu verwenden, sie wurde zur Darmreinigung verwendet.

Gewinnung

Zur Vollblüte sammelt man die aromatisch duftenden Blütenstände. Beim Trocknen muss man umsichtig vorgehen, sonst verliert das Material den köstlichen Duft. Daher nur in dünner Lage im Schatten trocknen. Wendet man Wärme an, oder liegen die Blüten in der Sonne verfliegen die ätherischen Öle und mit ihnen das Aroma.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen