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Zaubernuss

© C. Heyer/PhytoDoc

Zaubernuss - Heilpflanze der Indianer Nordamerikas

Versuche bestätigten die antibakterielle, antivirale, antioxidative sowie die antientzündliche Wirkung von Extrakten aus der Zaubernuss.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Zaubernuss ist auch unter den Namen Zauberstrauch, Zauberhasel und Hamamelis bekannt

Neben der Bezeichnung Zaubernuss ist der Zauberstrauch (Hamamelis virginiana) auch unter den Namen Hexenhasel oder Zauberhasel bekannt. Die lange Anwendungstradition der Heilpflanze geht auf Indianer aus Nordamerika zurück, wo die Zaubernuss ursprünglich heimisch war. Inzwischen ist sie auch in Europa häufig zu finden. Die Gerbstoffe der Pflanze schützen diese nicht nur selbst, sie reagieren auch mit menschlichen Proteinen, was sich adstringierend und abdichtend auswirkt. Besonders bei Haut- und Schleimhautbeschwerden wird diese Eigenschaft eingesetzt (-> Heilwirkung), denn die Inhaltsstoffe wirken abschwellend, blutstillend und Juckreiz lindernd. Die Gerbstoffe der Zaubernuss besitzen darüber hinaus antiseptische und entzündungshemmende Komponenten, die in der traditionellen Medizin mitunter bei Herpes und Gürtelrose, Sonnenbrand, Nesselsucht, Muskelschmerzen, Ekzemen und Abszessen eingesetzt werden. Sowohl für die äußerliche als auch die innere Anwendung sind verschiedene Präparate erhältlich.

Wogegen hilft Zaubernuss?

Die Zaubernuss - ein Präparat mit langer Tradition

Die Zaubernuss ist eine traditionelle Heilpflanze mit einer langen Anwendungstradition. Die Wirksamkeit der Zaubernusspräparate bei den genannten volksmedizinischen Indikationen ist überwiegend nicht geprüft. Ausnahmen sind leichte Hautverletzungen, lokale Hautentzündungen und Hämorrhoiden. Der hohe Gehalt an Gerbstoffen macht eine positive Wirkung bei verschiedenen Hautproblemen plausibel. Versuche bestätigten die antibakterielle, antivirale, antioxidative sowie die antientzündliche Wirkung von Extrakten aus der Zaubernuss.

Verschiedene Präparate aus der Zaubernuss

Das Hamameliswasser enthält als Destillat keine Gerbstoffe, sondern nur die ätherischen Öle. In klinischen Studien aber wirkten Präparate mit Zaubernuss - Gerbstoffen (Hamamelis-Rindenextrakt) und ohne Gerbstoffe (Hamamelis-Destillat-Creme) gleich gut gegen Hämorrhoiden. 70-90 % der Patienten erfuhren eine signifikante Reduktion der Beschwerden wie Brennen, Juckreiz und Entzündung.

Die Destillat-Creme aus der Zaubernuss wirkt bei Neurodermitis entzündungshemmend. Die Creme hat außerdem eine hemmende Wirkung auf die Durchblutung. Auch das dürfte zu der entzündungshemmenden Eigenschaft beitragen. Allerdings wirkt sie bei weitem nicht so gut wie eine Kortisoncreme. Die Destillat-Creme bewirkt eine Reduktion der Rötung bei Sonnenbrand. Auch hier wirkt das Kortisonpräparat besser als das Destillat der Zaubernuss - die Nebenwirkungen einer Kortisontherapie sind jedoch wesentlich stärker.

Heilwirkung von Zaubernuss

Der wichtigste Wirkstoff der Zaubernuss sind die Gerbstoffe. Sie sind der natürliche Schutz der Pflanzen vor Schadinsekten, Mikroorganismen, UV-Strahlung und Flüssigkeitsverlust.

Pflanzen mit Gerbstoffen kann man leicht erkennen, wenn man sie zerkaut. Die Mundschleimhaut fühlt sich danach rau und trocken an. Gerbstoffe interagieren stark mit allen Proteinen, insbesondere denen der Hautoberfläche und bilden eine schützende Schicht: Die Haut zieht sich zusammen, verliert Wasser und es bleibt ein leichtes Taubheitsgefühl zurück. Durch diese adstringierende und abdichtende Eigenschaft wirken Gerbstoffe auf den Schleimhäuten abschwellend, die Durchblutung nimmt ab und Blutungen werden gestillt. Ebenso reduzieren sie Schmerzen, den Juckreiz und mindern die Reizung. Die Gerbstoffe der Zaubernuss wirken daneben auch antiseptisch, da sie Proteine der Bakterien, Pilze und Viren beeinflussen, und entzündungshemmend.

Der Einsatz der Zaubernuss bei entzündlichen Haut- und Schleimhautprozessen ist daher sicherlich sinnvoll, wenn auch nicht durch klinische Studien belegt. Wegen dieser Eigenschaften verwendet man die Zaubernuss in Mundwasser und Gurgellösungen zur Behandlung von Zahnfleisch- und Rachenentzündung. Auch bei Hautleiden, Venenproblemen, Blutungen, Verletzungen, Prellungen, Schürfwunden, Krampfadern werden Zaubernusspräparate eingesetzt. Die Volksheilkunde nutzt die zusammenziehenden Eigenschaften auch bei Verbrennungen und Sonnenbrand.

Zaubernuss findet in der traditionellen Heilkunde auch bei Erkrankungen der inneren Schleimhäute wie Durchfallerkrankungen, starke Monatsblutung sowie Hämorrhoiden Anwendung.

Gerbstoffe werden im Darm nicht aufgenommen. Sie verhindern den Ausstrom von Wasser und wirken so stopfend. Außerdem reduzieren sie die Resorption von Wasser aus dem Stuhl und unterbinden so die Aufnahme von Giftstoffen in die Blutbahn sowie das Eindringen von Keimen (Bakterien, Viren und Pilzen). Gerbstoffe unterbinden das Wachstum von Mikroorganismen und haben eine keimhemmende Wirkung.

Eine innerliche Anwendung stark gerbstoffhaltiger Drogen über mehr als drei Tage kann dem Körper wegen der verminderten Resorption vieler Nahrungsstoffe, Vitamine, Mineralien etc. Probleme bereiten. Es sollte daher bei längerer Anwendung immer ärztlicher Rate eingeholt werden.

Die Gerbstoffe der Zaubernuss (Hamamelitannine) sind auch antioxidativ. Man sagt ihnen daher einen Effekt gegen die Hautalterung nach. Die Kosmetikindustrie hat die Pflanze daher ebenfalls entdeckt und nutzt die Extrakte in Gesichtswässern, Rasiercremes, Hautcremes und Lotionen.

Auch Schwermetalle werden durch Gerbstoffe ausgefällt. Die alternative Medizin setzt sie daher zur Ausleitung einer Schwermetallbelastung ein.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

  • Hautverletzungen, leichte
  • Entzündungen, lokale, von Haut und Schleimhaut
  • Hämorrhoiden
  • Krampfaderbeschwerden

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • Entzündungen im Anal- und Genitalbereich (z. B. Dammschnittpflege)
  • Ekzeme
  • Windeldermatitis
  • anale Hauteinrisse
  • Altershaut
  • Ausschläge, entzündliche
  • Wunden, wässernde

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Abszesse
  • Akne
  • Bindehautentzündung (Blätter)
  • Bluterbrechen (Blätter)
  • Dickdarmschleimhautentzündung (Blätter), Durchfallerkrankungen
  • Frauenleiden (Rinde): Menstruationsbeschwerden, Beschwerden in der Menopause
  • Haarausfall
  • Hautpilze
  • Herpes, Gürtelrose
  • Insektenstiche: Schmerzen und Schwellungen
  • Juckreiz
  • Körperpflege (Gesichtswässer, Rasierwasser, Hautcremes, Augenlotionen)
  • Milchschorf
  • Mundhygiene (Vorbeugung von Schleimhautentzündungen; Blätter)
  • Muskelschmerzen
  • Nesselsucht
  • Prellungen und Schwellungen (Blätter; äußerlich)
  • Schuppenflechte
  • Schwellungen, Ödeme
  • Schwitzen, übermäßiges
  • Sonnenbrand
  • Verbrennungen, leichte
  • Verletzungen, stumpfe: Quetschungen, Verstauchungen

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Hamamelis ist Bestandteil von Lotionen und Salben zur Behandlung von Hautleiden und Hämorrhoidenzäpfchen. Daneben verwendet die alternative Medizin Tee und alkoholische Tinkturen zur innerlichen und äußerlichen Anwendung. Als Wundsalbe wird Hamamelis häufig mit anderen Heilpflanzen (Arnika, Kamille, Perubalsam, Eichenrinde, Ringelblume) gemischt. Hamameliswasser wird in der Hautkosmetik genutzt (Gesichtswasser). Es enthält zwar keine Gerbstoffe, im Tierversuch wurden aber wie bei den Gerbstoffen blutstillende und gefäßzusammenziehende Eigenschaften festgestellt.

Dosierung

In der Phytotherapie werden für eine optimale Wirkung Präparate mit Gerbstoffen (Hamamelisextrakt) und Präparate mit ätherischen Ölen (Hamameliswasser) abwechselnd eingesetzt.

  • Etwa 0,1–1 g der Zubereitung (oder Äquivalent) ein bis mehrmals täglich.


Tee äußerlich

Umschläge und Spülungen: 5-10 Gramm der Rinde in 250ml heißem Wasser ziehen lassen

Bäder: 20-50 g in 250 bis 500ml heißem Wasser aufbrühen, nach 10-15 Minuten ziehen dem Bad zugeben. 1-3 Mal täglich die Wunde baden.

Alternativ: 20-30ml käuflichen Hamamelisfluidextrakt oder 20ml Hamamelis Essenz zugeben.

Zäpfchen: 200 mg Trockenextrakt, 1-2 x täglich

Wundecreme: 10% Flüssigextrakt

Zaubernusswasser (=Hamameliswasser)
äußerlich:

  • unverdünnt oder in Wasser 1:3 verdünnen. Als Umschlag anwenden.

Innerlich

  • 2-3 g Rinde als Aufguss 3 x täglich
  • 2-4 ml Flüssigextrakt, 3 x täglich

Wirkstoffe

Blätter und Rinde sind reich an Gerbstoffen (bis zu 10%)

  • Rinde: Mischung aus Hamamelis-Tanninen (= Digalloylhamamelose) und Catechinen
  • Blätter: vorwiegend Proanthocyanidine, Ellagitannine, außerdem enthalten sie 0,5% ätherisches Öl (Safrol, Ionon), Flavonoide, Chinasäure, Kaffeesäuren, Gallussäure.