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Zimt

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Zimt wird vielseitig eingesetzt

Als Gewürz, Arzneimittel oder Aromastoff. Die bedeutendsten Sorten sind Ceylon-Zimt und Chinesischer Zimt, die sich hinsichtlich ihrer Zusammensetzung und Konzentration der ätherischen Öle unterscheiden.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Wogegen hilft Zimt?

Anerkannt ist die Wirkung von Zimt bei Appetitmangel, Verdauungsstörungen und Krämpfen, die mit Völlegefühl, Blähungen einhergehen. Zimtöl regt die Gallenproduktion an und ist antiseptischen wirksam.

Zimt ist wegen des leberschädlichen Inhaltsstoffs Cumarin ins Gerede gekommen. Viele Hersteller haben daher ihre Rezepte angepasst und cumarinarme Zimtsorten (Ceylon-Zimt) in Verkehr gebracht.

In der Naturheilkunde wird Zimt als Blutzucker und Fettwerte senkendes Mittel verwendet. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hält den Nachweis für nicht erbracht und fordert Untersuchungen zur Wirksamkeit und den Nebenwirkungen. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft rät von einer Therapie begleitenden Einnahme als diätetisches Lebensmittel oder zur Regulierung des Stoffwechsels ab.

Hinweis: Wegen der Nebenwirkungen sollte bei Zimt die Dosierung genau beachtet werden. Zimtprodukte sollten nicht während der Schwangerschaft eingenommen werden. Vorsicht Allergiker: es kommt häufig zu Haut- und Schleimhautreaktionen.

Heilwirkung von Zimt

Molekulares Wirkprinzip:
Zimtaldehyd ist der Hauptbestandteil des Zimts, der ihm den aromatischen Geruch verleiht. Aber auch bei der Wirkung mischt er mit. Er kann unter physiologischen Bedingungen spontan mit Proteinen reagieren. Dadurch verändern die Proteine ihre Gestalt und werden eventuell auch inaktiv. So können viele Enzyme, Rezeptoren, Transporter, Ionenkanäle und Strukturproteine in ihrer Wirkung beeinflusst werden. Diese vollkommen unspezifische Wirkungsweise des Zimts erklärt, weshalb Zimtpräparate eine sehr breite Wirkung gegen Mikroorganismen aufweisen. In hohen Mengen kann das auch für den Menschen unerwünschte Wirkung haben.

Die Zimtrinden des Chinesischen und des Ceylon-Zimts wirken
  • gegen Bakterien (antibakteriell)
  • gegen Pilze (fungistatisch)
  • beweglichkeitsfördernd (motilitätsfördernd)


Im Folgenden sind die Ergebnisse einiger wissenschaftlicher Untersuchungen aufgeführt.

Diabetes
In einer klinischen Studie erhielten 60 Patienten mit Altersdiabetes (Typ 2-Diabetes) für 40 Tage entweder Chinesischen Zimt (Dosierung: 1 g, 3 g oder 6 g pro Tag) oder ein Scheinpräparat (Placebo). Bei den Patienten, die Zimt erhielten, wurden sowohl Blutzucker als auch die Konzentration an verschiedenen Blutfetten (Triglyceriden, Gesamtcholesterin und LDL-Cholesterin) nach 40 Tagen gesenkt. Zimt eignet sich daher möglicherweise zur Blutzucker- und Blutfettkontrolle.

In einem Tierexperiment erhielten Ratten, die mit viel Fruchtzucker gefüttert wurden, zusätzlich Zimtextrakt. Bei diesen Tieren konnte zumindest teilweise die Entwicklung einer Insulinresistenz verhindert werden. Die Insulinresistenz spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von Typ-2 Diabetes. Bei einer Insulinresistenz wird im Muskel weniger Kohlenhydratspeicher (Glykogen) synthetisiert. In Zimt wurde eine Substanz gefunden, welche in Zellkultur mit Fettzellen wie Insulin wirkt. Diese Substanz, Methylhydroxychalconpolymer (MHPC), fördert die Glucose-Aufnahme und die Glykogensynthese. Weiterhin wurde beobachtet, dass sich MHPC und Insulin in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken.

In einer anderen Untersuchung wurden Polyphenole (sekundäre Pflanzenstoffe) aus Zimt isoliert und charakterisiert: diese wirken antioxidativ, verstärken die Wirkung von Insulin und können wichtig für die Kontrolle von Glucose-Intoleranz und Diabetes sein.

In einer 2005 veröffentlichten Studie, die sowohl an Ratten als auch in Zellkulturen durchgeführt wurde, konnte gezeigt werden, dass der Extrakt des Chinesischen Zimts ("Cassia-Zimt") eine bessere Wirkung gegen Diabetes hat als der des Ceylon-Zimts. Dennoch enthält der Ceylon Zimt weniger der problematischen Bestandteile.

Bisher existieren keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege für die therapeutische Wirksamkeit der Zimtrinde; daher kann eine therapeutische Anwendung bei Diabetes außerhalb von klinischen Studien nicht empfohlen werden. Vorsicht ist geboten, einen Diabetes durch Phytotherapie im Rahmen einer Selbstmedikation zu behandeln. Das kann zu gefährlichen Blutzuckerentgleisungen führen. Auch bezüglich einer reproduzierbaren Zusammensetzung wichtiger Inhaltsstoffe gegen Diabetes sind noch einige Fragen offen. Für die Indikation Diabetes fehlt außerdem bisher eine Zulassung.

Leber
Zimtrinde enthält ein Zimtsäurederivat, das bei Ratten das Schlüsselenzym der Cholesterinproduktion (die HMG-CoA-Reduktase) in der Leber hemmt. Eine Studie an Ratten zeigte, dass Tiere, die mit Cholesterin gefüttert wurden und zusätzlich ein Zimtsäurederivat erhielten, eine signifikant höhere Konzentration an gutem (HDL-)Cholesterin aufwiesen als die Kontrollgruppe (die nur Cholesterin erhielt). Die Konzentrationen an Cholesterin und Triglyceriden in der Leber waren im Vergleich zur Kontrollgruppe erniedrigt. Das Zimtsäurederivat erhöhte weiterhin die Aktivitäten antioxidativer Enzyme.

Aktivität gegen Pilze
Der im Zimt vorkommende Wirkstoff o-Methoxyzimtaldehyd hemmte im Reaganzglas das Wachstum von Pilzen in Lebensmitteln und von 5 Hautpilzen.
Zimtaldehyd wirkt ebenfalls aktiv gegen Pilze. In einer anderen Zellkultur wurde festgestellt, dass Bestandteile des Zimtrindenöls von C. zeylanicum gegen verschiedene Pilze wirken, welche die Atemwege befallen können.
Eine andere Studie ergab, dass die Zimtrinde von C. zeylancium gegen Fluconazol-resistente und –sensible Candida-Arten wirkt. 5 Patienten mit HIV-Infektion und Pilzbefall der Mundschleimhaut erhielten für eine Woche ein kommerziell erhältliches Zimt-Präparat. Bei 3 von 5 Patienten besserten sich daraufhin die Symptome.

Wirkung gegen Krebs
Zimtaldehyd löst die Erzeugung von reaktiven Sauerstoffspezies aus, die zum Zelltod führen. Damit sterben vermehrt menschliche Leukämie-Zellen in Zellkultur. Weiterhin wurde festgestellt, dass Zimtaldehyd und verwandte synthetische Verbindungen im Reagenzglas menschliche Krebszellen zerstören können. Wie die Reaktion im Menschen ausfällt, kann nicht abgeschätzt werden. Daher ist eine Anwendung bei Krebs nicht zu empfehlen.

Wundheilung
Wie in einem Experiment mit Ratten festgestellt wurde, fördert ein oral verabreichter Ethanol-Extrakt aus der Rinde des Ceylon-Zimts die Wundheilung.

Magengeschwür
An Ratten wurde gezeigt, dass 3-(2-Hydroxyphenyl)-propansäure Magengeschwüre verhindert, wenn man die Substanz den Ratten oral oder per Infusion verabreicht. 3-(2-Hydroxyphenyl)-propansäure ist ein Bestandteil der Rinde des Chinesischen Zimtbaums.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

  • Appetitlosigkeit
  • Verdauungsbeschwerden, dyspeptische Beschwerden, Völlegefühl, Blähungen
  • Magen-Darmkrämpfe (leichte)

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • Altersdiabetes (Diabetes mellitus Typ 2), Blutzuckersenkung

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Durchfall
  • Menstruationsbeschwerden
  • Pilzerkrankungen

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Zimtrinde wird als Rohdroge, als Pulver („Zimt“) oder Extrakt verwendet. Als Tagesdosis kann 2 – 4 g Zimtrinde bzw. 0,05 – 0,2 g ätherisches Öl eingesetzt werden. Die tägliche Dosis an Zimtaldehyd (dem Hauptbestandteil des ätherischen Öls) – als Gewürz oder Arzneimittel – darf jedoch 0,7 mg pro kg Körpergewicht nicht übersteigen.

Wirkstoffe

Cinnamomum zeylancium (Ceylon-Zimt)

Ätherisches Öl bestehend aus:

  • 65 – 80 % Zimtaldehyd
  • geringeren Mengen trans-Zimtsäure, o-Methoxyzimtaldehyd
  • 10 % Eugenol
  • Monoterpene unter 2 % kondensierte Gerbstoffe (oligomere Procyanidine) Diterpene, Phenylpropanderivate und Polysaccharide


Cinnamomum cassia (Chinesischer Zimt)

Ätherisches Öl bestehend aus:

  • etwa 90 % Zimtaldehyd
  • andere Zimtsäurederivate
  • 3-(2-Hydroxyphenyl)-propansäure und das entsprechende O-Glucosid
  • Cumarin Procyanidine, Phenylpropane, Schleimstoffe
  • Cinnamomum cassia enthält im Gegensatz zu Cinnamomum zeylancium Cumarin und kein oder nur wenig Eugenol.

Weitere wichtige Inhaltsstoffe des Zimts:

  • Methylhydroxychalconpolymer (MHCP)
  • Polyphenolische Polymere aus Procyanidin-Oligomeren