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Zink

Besonders viel Zink ist in Milchprodukten und Fleisch enthalten. © Wikipedia

Unzureichende Zinkversorgung in Deutschland

Zink-Mangel ist zwar nicht lebensbedrohlich, führt aber zur Ermüdung und Schlaffheit und kann auch die Abwehrkräfte vermindern.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Zink ist eines der wichtigsten Spurenelemente

Das Spurenelement Zink ist an vielen Stoffwechselvorgängen von Mensch, Tier und Pflanze beteiligt. Dabei spielen die Enzyme – spezielle Proteine – eine wichtige Rolle: Nur bei ausreichender Zinkversorgung können sie optimal funktionieren.Schätzungen zufolge sind viele Menschen in Deutschland unzureichend mit Zink versorgt. Dadurch kann es zur Ermüdung und einer erhöhten Anfälligkeit gegen Infektionen kommen. Wird der Körper dagegen optimal mit Zink versorgt, können sogar Wachstumsstörungen von Kindern und Appetitlosigkeit verbessert werden. Weitere Einsatzgebiete von Zink betreffen das Hautbild und Diabetes. Zink wird hauptsächlich über die Nahrung aufgenommen. Dabei ist die Zinkverwertung aus tierischen Lebensmitteln wie Fleisch wesentlich besser als aus Pflanzen. Der Grund: Bestimmte pflanzliche Inhaltsstoffe (z.B. Phytate im Getreide oder Calcium in Milchprodukten) können Zink binden, so dass es für den Körper nicht mehr leicht verfügbar ist. Möglicherweise leiden strenge Vegetarier daher häufiger an einem Zinkmangel. Da Zink im Körper nur in geringen Mengen gespeichert werden kann, ist eine regelmäßige Aufnahme notwendig.

Wobei hilft Zink?

Zink ist sowohl notwendig für das normale Zellwachstum als auch für Entwicklungs-, Wachstums- und Regenerationsprozesse. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Föten und bei der Wundheilung. Weiterhin unterstützt es antioxidative Prozesse und ist wichtig für einen ungestörten Vitamin-A-Stoffwechsel.

Zeichen für einen ernährungsbedingten Zinkmangel sind: Appetitlosigkeit, erhöhte Infektanfälligkeit, Hautentzündungen, Haarausfall, Potenzstörungen, fetale und kindliche Entwicklungsstörungen sowie Veränderungen am Knochengerüst.

Risikogruppen mit Neigung zu Zinkmangel sind:

  • Personen, die durch Infusionen (parenteral) ernährt werden, können einen schweren Zinkmangel aufweisen, wenn die zugeführte Nahrung Zink nicht in ausreichender Menge enthält.
  • Milder und versteckter Zinkmangel kann bei Kindern, Jugendlichen, Schwangeren und Stillenden auftreten. Aber auch ältere Menschen sind häufig schlecht mit Zink versorgt: An 202 über 60-jährigen Senioren im Altersheim zeigte sich, dass sie in bis zu 30 % der Fälle einen Zink- oder Magnesiummangel hatten.

Wozu braucht der Körper Zink?

Abwehrsystem/Infektionen

Das Abwehrsystem (=Immunsystem) funktioniert zinkabhängig. Daher ist bei Zinkmangel die Infektanfälligkeit erhöht. Frühzeitig eingenommene Zink-Lutschtabletten können die Abheilung von Schnupfen signifikant beschleunigen.

  • Bei älteren Heimbewohnern konnte durch Zinkgabe das Abwehrsystem gestärkt werden.
  • Krebs-Patienten sind sehr anfällig für Krankheitserreger. Unter einer Strahlentherapie im Kopfbereich erkrankten sie mit Zinkeinnahme seltener an Infektionskrankheiten der Mundrachenhöhle (Dosierung: täglich 150 mg während der Strahlentherapie und 6 Wochen darüber hinaus).
  • Unter prekären Verhältnissen in den Entwicklungsländern fördert Zink die Bewältigung von Infektionskrankheiten bei Kindern.

Hautbild

Zink ist für die Haut und ihre Anhangsorgane wie Haare und Nägel notwendig und spielt auch bei der geregelten Verhornung der Haut eine Rolle. Dagegen beeinträchtigt Zinkmangel die Haut sowie die Haare. Das betrifft dann auch die Heilung von Wunden oder die Neigung zu Hautkrankheiten. Da auch das Abwehrsystem eingeschränkt ist, kann es zu Hautinfektionen kommen. Eine durch Zinkmangel ausgelöste Furunkulose wird beispielsweise durch die Einnahme von Zink verbessert.

Die Erbkrankheit Morbus Wilson

Bei Morbus Wilson führt eine schlechte Kupferausscheidung über die Galle zu einer Kupferüberladung des Körpers. Das kann die Zellen mehrerer Organe schädigen. Da Zink die Kupferaufnahme durch den Darm hemmt, wird es zur Behandlung dieser Erkrankung eingesetzt. Die langfristig verabreichten Tagesdosen liegen bei 150 mg Zink.

Zinkverlust bei Diabetes

Jugendliche Typ-1-Diabetiker leiden häufig an Zinkmangel, wahrscheinlich durch die erhöhte Zinkausscheidung über die Niere. Zink wird jedoch für die Herstellung, Speicherung, Freisetzung und Wirkung von Insulin benötigt und muss daher in ausreichender Menge aufgenommen werden.

Durchfall
Bei Zinkmangel tritt häufig Durchfall auf, umgekehrt führt Durchfall oft zu Zinkmangel. Dies kann besonders in Entwicklungsländern zum Problem werden.

- In klinischen Studien in Indien und Brasilien wurden Kinder mit Zink versorgt. Es besserte Durchfallerkrankungen deutlich.

Wachstum
Zinkmangel in der Kindheit kann zu Hormonveränderungen und damit zu Wachstumsstörungen führen. Versuche in den Entwicklungsändern zeigen, dass eine ausreichende Zinkversorgung für das Gedeihen der Kinder förderlich ist.

In einer klinischen Studie wurden 30 kleinwüchsige Kinder im Alter zwischen 4 und 11 Jahren untersucht. Diese erhielten für ein Jahr täglich entweder 12,5 mg Zink, 12,5 mg Zink plus 12 mg Eisen oder nur ein Scheinpräparat. Die Kombination der beiden Spurenelemente Zink und Eisen bewirkte eine Wachstumsverbesserung bei allen Kindern der Gruppe. In der Zinkgruppe konnte eine Verbesserung der Wachstumsrate nur bei den Kindern beobachtet werden, die ausreichenden mit Eisen versorgt waren. Beide Elemente sind notwendig.

Appetit / Geschmacksverbesserung
Klinische Studien zeigten: Eine Zinkgabe regte bei Kindern, die salzige Nahrung verweigerten, den Appetit an. Auch bei Dialyse-Patienten konnte eine krankheitsbedingte gestörte Geschmacksempfindung zum Teil wiederhergestellt werden.

Durchblutung
Wie bei gesunden männlichen Probanden festgestellt wurde, verbesserte die Zinkeinnahme die Verformbarkeit von roten Blutkörperchen. Das Blut konnte während sportlicher Übungen besser fließen.

Weitere Erkrankungen mit Zinkmangel

Wenn der Darm krank ist oder der Körper Zink verliert entsteht leicht ein Mangelzustand. Das ist häufig der Fall bei:
• Verdauungsstörungen (Malabsorptionssyndrom)
• Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa und Morbus Crohn)
• alkoholischer und nicht alkoholischer Schrumpfleber (Leberzirrhose) / Fettleber
• chronischen Nierenerkrankungen
• Sichelzellanämie (eine fast ausschließlich bei Afrikanern und Afroamerikanern vorkommende Erkrankung, bei der die roten Blutkörperchen verformt sind)
• Alkoholmissbrauch

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

  • Klinisch gesicherter Zink-Mangel
  • Hauterkrankung, Haarausfall und Hautgeschwüre, die durch Zinkmangel auftreten (Furunkulose)
  • Patienten mit künstlicher Ernährung
  • Aufnahmestörungen des Darms durch entzündliche Erkrankungen (Morbus Chron, Colitits ulcerosa)
  • Morbus Wilson (therapeutische Anwendung von Zinkacetat)

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • Abwehrschwäche, Infektabwehr
  • Durchfallerkrankungen, vor allem bei schlechter Gesamtversorgung
  • Grippe, Erkältung, Schnupfen: Vorbeugung

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Appetitmangel
  • Hautschäden und glanzlose Haare: Verbesserung der Verhornung
  • Haarausfall
  • Hauterkrankungen wie Akne, Schuppenflechte und Ekzeme
  • Diabetes, Verringerung von Komplikationen bei Altersdiabetes (Diabetes mellitus Typ 2)
  • Leberzirrhose
  • Wundheilungsstörungen
  • Wachstumsstörungen bei Kindern
  • Nachtblindheit
  • Potenzstörungen

Praktische Anwendung: Produkte & Zinkbedarf

Zink ist in verschiedenen Verbindungen erhältlich: als Acetat, Chlorid, Sulfat, Gluconat, Hydroxyaspartat, Orotat und als Komplex mit Histidin.

Die Bioverfügbarkeit (=wahre Verwertbarkeit für den Körper) organischer Zinkverbindungen ist offenbar besser als bei anorganischen Zinkverbindungen. Die höchste Verfügbarkeit wurde für Zink-Histidin-Komplexe festgestellt. Die geringste Bioverfügbarkeit liegt offenbar bei Zinkoxid vor.

Zinkbedarf

Die früher in Deutschland geltenden Empfehlungen für die Zinkzufuhr von 15 mg pro Tag für Männer und 12 mg pro Tag für Frauen wurden im Jahr 2000 auf 10 mg pro Tag bzw. 7 mg pro Tag gesenkt. Da jedoch die Absorptionsraten von Zink aus der Nahrung niedriger liegen als angenommen, ist davon auszugehen, dass die Zufuhrempfehlungen für Teile der Bevölkerung zu niedrig sind.

Die Verfügbarkeit von Zink ist am höchsten, wenn die Einnahme auf nüchternen Magen mit zeitlichem Abstand zu den Mahlzeiten erfolgt.

Wird Zink langfristig eingenommen, sollte eine Aufnahme von 25 mg pro Tag nicht überschritten werden. Dieser Wert muss die Gesamtaufnahme aus Nahrung und Supplementen berücksichtigen.

Zinkpräparate, die Tabletten mit einer Dosierung von höchsten 25 mg Zink enthalten, sind von der Verschreibungspflicht ausgenommen und daher ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Niedrig dosierte Zinkpräparate werden auch in Drogerien oder Reformhäusern angeboten.

Wirkstoffe

Das Element Zink (chemisches Symbol: Zn) gehört zur II. Nebengruppe bzw. 12. Gruppe des Periodensystems der Elemente, den Übergangsmetallen.

In der Natur kommt es nur gebunden vor (Oxidationsstufe 2), vorwiegend in Form von Sulfiden und Oxosalzen.

Das Zn2 -Ion ist eine Lewis-Säure (Elektronenpaarakzeptor) und fungiert entsprechend in den Enzymen. Unter physiologischen Bedingungen wird Zink weder oxidiert noch reduziert. Das Zink-Ion kann extrem schnell seine Liganden austauschen, sodass die Enzyme besonders hohe Umsatzraten erreichen.

Das Atomgewicht von Zink beträgt 65,4, d.h. 1 mmol entspricht 65,4 mg.