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Pflanzenprofil von Zistrose

Zierde und Heilmittel

Die Graubehaarte Zistrose (Cistus incanus) aus der Familie der Zistrosengewächse (Cistaceae) ist ein mediterraner Spezialist für karge und trockene Standorte: Dort wo kaum Gras wächst, breiten sich die Pflanzen in der mediterranen, immergrünen Gebüschformation, der Macchie oder Garrigue, aus. Die buschige Zistrose wird bis zu 1,5 Meter hoch und hat ovale, (grau)grüne und oberseits eingesenkt fiedernervige Blätter. Gegen Sonne und Verdunstung sind die Pflanzen behaart. Bei Hitze liegt der aromatische Geruch des Harzes über der Landschaft. Die zart rosa Blüten mit den zerknitterten Blütenblättern erscheinen in den Monaten April bis Juni, jeweils nur für ein paar Stunden. Schon am nächsten Tag sprießen neue, so dass sich hunderte pro Pflanze entfalten. Die Pflanze braucht durchlässige Böden, liebt sonnenreiche Regionen und übersteht sogar Brände. Mit Kälte jedoch kommt die Zistrose nicht zu Recht. Bei uns ist die Überwinterung nur unter Frostschutz möglich.

Aussehen und Herkunft

Verwendete Teile

Ausgangsmaterial für die Produkte sind entweder die Blätter oder das Harz der Pflanze, die seit mehr als 2000 Jahren traditionell genutzt werden. Die schwarzen, wachsartigen Brocken sind unter den Namen „Labdanum“ oder „Ladanum“ bekannt. Es stammt aber von verschiedenen Arten (nicht nur Cistus creticus sondern auch Cistus ladanifer). Labdanum war begehrtes Ausgangsmaterial für Räucherwerk, Parfum und Seifen oder für Mittel gegen Infektionen. Auch heute macht dieses Produkt wieder von sich Reden (Wirkungsweise).

Gesundes Erfrischungsgetränk

Der Tee ist in den Ursprungsländern der Zistrose ein gebräuchliches Getränk. Der Tee aus den Blättern erinnert im Geschmack an schwarzen Tee mit einer harzigen Note. Man kann ihn auch gut damit mischen, so erhält man ein anregendes Getränk. Gekühlt und mit Zitrone und Zucker verbessert wird daraus ein herbes Erfrischungsgetränkt von der Art „Eistee“. Auch etwas Minze peppt den Geschmack auf.

Namensgebung

Etwas kompliziert ist die Namensgebung der Pflanze, es gibt nämlich verschiedene Bezeichnungen für dieselbe Pflanze. Sie wird außerdem auch als polymorph bezeichnet, das heißt, sie hat je nach Standort anderes Aussehen und auch andere Inhaltsstoffe. So ist nicht ganz einfach zuzuordnen, was als Varietät und was als eigene Art anzusehen ist: Die Graubehaarte Zistrose findet man auch unter der Bezeichnung Kretische Zistrose (Cistus creticus L. oder Cistus incanus L.) oder „Pink rock-rose“. Der Art ordnet man verschiedene Unterarten zu:

  • Cistus incanus subsp. creticus (L.) Heywood: ostmediterran, Türkei, Zypern, Griechenland, Ägäische Inseln)
  • Cistus creticus subsp. eriocephalus (Viv.) Greuter & Burdet: omnimediterran, Italien bis Krim / Ukraine.
  • Cistus incanus ssp. tauricus wird derzeit als eine Unterart hiervon angesehen. Das Vorkommen liegt ostmediterran, Griechenland, bis zum Schwarzen Meer

Achtung:

  • Im Gemeinschaftlichen Sortenamt der Europäischen Union wird die Varietät von Cistus incanus ssp. tauricus auch unter dem Namen Cistus incanus PANDALIS® geführt.
  • Cistus incanus ssp. tauricus ist in der Literatur unter verschiedensten Synonymen zu finden, wie etwa:
    • Flora Europaea: Cistus incanus L. subsp. incanus Heywood (= Cistus tauricus C. Presl, C. polymorphus subsp. villosus var. vulgaris Willk.).
    • Index Synonymique de la Flore de France: Cistus tauricus C. Presl in J. & C. Presl

Gewinnung

Blätter: Die Blätter werden zur Blüte (April-Juni) gesammelt und geschnitten. Daraus gewinnt man mit heißem Wasser einen Sud. Durch Trocknen erhält man den Trockenextrakt. Dieses Material kommt in Kapseln oder in Halspastillen verpackt in den Handel.

Harz: Während man früher Ziegen oder Schafe durch die Zistrosenbüsche trieb und das Harz aus den Haaren der Tiere kochte, verwendet man heute Besen mit langen Lederbändern, an denen das klebrige Harz hängen bleibt. Das wachsartige Produkt lässt sich abstreifen und zu Klumpen kneten (Labdanum oder Ladanum).

Quellen/Weitere Informationen

Quellen