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Zwiebel

Zwiebeln sind in ihrer Anwendung als Heilpflanze sehr vielseitig. © stock.xchng

Zwiebel: Heilpflanze des Jahres 2015

Die Zwiebel wird gern als traditionelles Hausmittel – zum Beispiel bei Insektenstichen, Husten, Erkältung oder Ohrenschmerzen – eingesetzt.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Nicht nur in der Küche ein Allrounder

Die Zwiebel (Allium cepa) ist bereits seit der Antike eine der wichtigsten Zutaten im Küchenalltag. Bei den Römern war die Zwiebel das Grundnahrungsmittel unter der ärmeren Bevölkerung. Doch auch als Heilpflanze hat sich die Zwiebel bei zahlreichen Anwendungsgebieten bewährt und wird gern als traditionelles Hausmittel – zum Beispiel bei Insektenstichen, Husten, Erkältung oder Ohrenschmerzen – eingesetzt. Außerdem soll sie appetitanregend sein und durch ihre blutverdünnende Wirkung altersbedingten Gefäßerkrankungen vorbeugen. Verantwortlich hierfür sind die Inhaltsstoffe Allicin und Ajoen, die übrigens auch in Knoblauch vorzufinden sind. Zwiebeln kann man frisch, getrocknet oder als Saft innerlich anwenden (Produkte & Hausmittel). In Form von Umschlägen oder Zwiebelsäckchen lindert die Heilpflanze äußerlich Beschwerden bei Wunden, Narben und Mittelohrentzündungen.

Heilwirkung von Zwiebel

Die Küchenzwiebel hat nachweislich antimikrobielle, blutzuckersenkende, antiasthmatische, antiallergische, lipid- und blutdrucksenkende Wirkungen. Sie wirkt außerdem blutverdünnend (Hemmung der Thrombozytenaggregation durch Allicin und Ajoen). Die meisten klinischen Studien wurden zwar mit dem verwandten Knoblauch durchgeführt, doch ist anzunehmen, dass die Zwiebel ebenfalls bei Appetitmangel und der Vorbeugung von Arteriosklerose wirksam ist.

Zwiebel und Zwiebelsaft werden bei schwachen Verdauungsstörungen eingesetzt. Auch Insektenstiche, wie z.B. Bienenstiche lassen sich mit einer aufgelegten Zwiebel lindern. Eine lange Tradition hat die Zwiebel oder deren Saft (mit Honig/Zucker) als Husten- und Erkältungsmittel. Zu den vielen traditionellen Anwendungsbereichen gehören Ruhr, Wunden, Narben, Wulstnarben, Ohrenschmerzen, Asthma und Diabetes.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

  • Appetitlosigkeit
  • Vorbeugung altersbedingter Gefäßveränderungen

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • Blutverdünnung, antithrombotisch
  • Darminfektionen, Durchfall
  • Diabetes
  • Fettwerte, erhöhte
  • Husten und Katarrhe der oberen Luftwege
  • Insektenstiche
  • Mittelohrentzündung (Auflage)
  • Wunden, Geschwüre, Narben

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

Die Hinweise aus traditioneller Anwendung oder Laborversuchen sind zu wenig überzeugend und gehen über einen experimentellen Status nicht hinaus. Es gibt bisher keine korrekten oder positiven klinischen Studien.

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Zwiebel ist die klassische Heilpflanze für verschiedenste Hausmittel. Es gibt allerdings auch homöopathische Arzneimittel und Frischpflanzenpresssäfte.

Dosierung: 50 g frische oder 20 g getrocknete Zwiebel pro Tag (bzw. entsprechende Mengen in Zubereitungen)

Anwendungsmöglichkeiten:

  • frischen Saft unvermischt oder mit Honig bzw. Zucker einnehmen
  • Zwiebelsirup: 4 bis 5 Esslöffel täglich
  • Zwiebeltinktur: 4 bis 5 Teelöffel täglich

Anwendungsdauer: Bei der Einnahme von Zwiebelzubereitungen über mehrere Monate pro Tag max. 35 mg des Inhaltsstoffes Diphenylamin aufnehmen. Diphenylamin wirkt in höheren Mengen nierenschädigend.

Hausmittel: Zwiebelsirup und Zwiebelsäckchen

Zwiebelsirup bei Husten und Halsschmerzen

Zutaten

  • Eine Zwiebel
  • 3 EL Honig

Zwiebel in feine Würfel schneiden und in ein Schraubdeckelglas füllen. Lösen Sie nun 2 Esslöffel naturreinen Honig in einer Tasse warmem Wasser auf und gießen Sie die Lösung über die Zwiebeln. Nach etwa 4 Stunden hat sich dann aus den Zwiebelwürfeln und dem Honigwasser ein dickflüssiger Sirup gebildet, der im Kühlschrank aufbewahrt mindestens ein halbes Jahr lang haltbar ist.

Bei Bedarf nehmen Sie vier- bis sechsmal täglich einen Esslöffel von dem Sirup ein, den Sie direkt aus dem Glas löffeln können.

Äußerliche Anwendung bei Insektenstichen und Warzen

  • aufgeschnittene, rohe Zwiebelscheiben auf die Haut auflegen (bei Insektenstichen und Warzen). Bei Warzen: Zwiebelinnerstes auf die Warze legen, mit Pflaster fixieren und über Nacht einwirken lassen. So lange anwenden, bis die Warze(n) verschwunden sind.
  • oder als Umschlag: fein gehackte Zwiebeln mit Wasser, evtl. unter Zusatz von etwas Salz, zu einem Brei anrühren und auf die schmerzende Stelle legen

Zwiebelwickel bei Ohrenschmerzen

Fein gehackte rohe Zwiebeln oder Zwiebelscheiben kurz über Wasserdampf auf 40°C erhitzen, warm in Taschentuch bzw. Zellulose geben, ohne Druck auf schmerzhaftes Ohr legen, mit Kopftuch oder Stirnband locker fixieren. 2 Std. belassen, bei anhaltenden Schmerzen nach ca. 1 Std. erneuern.

Erst durch das Zerkleinern der Zwiebel werden durch die vorhandenen Enzyme die pharmakologisch aktiven Inhaltsstoffe, die in ihrer genuinen Form nicht flüchtig sind, freigesetzt. Durch die Wärme gelangen die flüchtigen Schwefelverbindungen in den Bereich des Mittelohrs. Hinzu kommt der Wärmeeffekt der Zwiebelauflage, was zusätzlich zu einer Schmerzlinderung führen kann.

Wirkstoffe

Mehrere schwefelhaltige Verbindungen: Sulfoxide, Cepaene (α-Sulfinyldisulfide).

Sulfoxide wie trans-S-(1-Propenyl)-L-( )-Cysteinsulfoxid, es wird bei Verletzung des Zwiebelgewebes enzymatisch (durch das Enzym Alliinase) in Sulfide umgesetzt (z.B. den „Tränenfaktor“ (Z )-Thiopropanal-S-oxid).

Diese Verbindungen sind sehr reaktiv und können mit Proteinen und Enzymen reagieren. Dabei verändert sich die Aktivität der Proteine. Da viele Proteine (Enzyme, Rezeptoren) von den Sulfiden beeinflusst werden, ist es nicht verwunderlich, dass das Wirkungsspektrum der Zwiebel sehr breit ist.