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Allergien: Achtung! Probiotisch!

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Allergiker sollten probiotische Lebensmittel mit Vorsicht genießen

Probiotische Lebensmittel haben einen guten Ruf. Doch Allergiker sollten beim Genuss dieser Lebensmittel vorsichtig sein. Bestimmte Bakterien können allergische Reaktionen fördern.

Von: Dr. rer. nat. Ernst Grondal

Mittlerweile stehen in den Supermärkten die Regale voll mit probiotischen Lebensmitteln. Und die Versprechungen der Hersteller sind grandios. Sie sollen vor Erkältungen schützen, ein gesundes Immunsystem herstellen und für eine geregelte Verdauung sorgen.

Probiotische Kulturen sind generell nützlich

Ob das wirklich alles der Fall ist, sei einmal dahingestellt. Vom naturheilkundlichen Standpunkt aus, ist die Aufnahme probiotischer Bakterien sicherlich als hilfreich anzusehen und bei vielen Erkrankungen auch therapeutisch indiziert. Die in der Praxis verordneten probiotischen Arzneimittel enthalten allerdings weitaus höhere Mengen als Joghurts und andere Lebensmittel. Und es gibt auch eine Vielzahl von Studien, die den günstigen Effekt der Bakterien belegen.

Und eigentlich kann es ja nicht schaden, oder?

Eine Untersuchung aus dem Jahr 2007 belegt allerdings, dass Allergiker diese Nahrungsmittel mit Vorsicht genießen sollten, denn das fehlgesteuerte Immunsystem des Allergikers kann durch den permanenten Genuss von probiotischen Kulturen noch weiter entgleisen. Sie können eventuell sogar Allergien, die noch nicht manifest sind, auslösen.

Das Immunsystem des Allergikers ist gekennzeichnet durch ein unausgewogenes Verhältnis von TH1 zu TH2-Zellen. Die TH1-Zellen setzen u.a. Interferon frei und beeinflussen die zelluläre Immunität und stimulieren die Produktion von IgG. TH2-Zellen setzen das Zytokin IL4 frei und stimulieren u.a. die IgE bildenden B-Zellen, die für die Allergien charakteristisch sind.

Probiotika, die bestimmte Stämme von Lactobacillus acidophilus beinhalten, fördern laut der Untersuchung (Rasche et. al., 2007) die Ausschüttung von IL4 und damit die Stimulation der IgE-bildenden B-Zellen. D.h. das bereits bestehende Missverhältnis wird durch den Konsum dieser Bakterienstämme weiter verschärft.

Zwar enthalten fast alle probiotischen Lebensmittel dieses Milchsäurebakterium, doch gibt es beträchtliche Unterschiede in der Aktivität der einzelnen Stämme. Und jeder Hersteller benutzt seinen eigenen Bakterienstamm, so dass man keine generelle Verteufelung dieser sonst so nützlichen Bakterien aussprechen sollte. Aber Allergiker sollten sich der Tatsache bewusst sein, dass sie durch den Genuss dieser Probiotika ihre Allergie fördern können, wenn sie den falschen Hersteller wählen.

Und wenn man den richtigen Hersteller bzw. das richtige Bakterium findet, können die probiotischen Drinks sogar Heuschnupfensymptome lindern, wie aus einer anderen Studie mit einem anderen Milchsäurebakterium hervorgeht.

Da heißt es also: Probieren und beobachten.