Ihr Portal für Gesundheit,
Naturheilkunde und Heilpflanzen

natürlich gesund

Immunsystem: Impfen allein genügt nicht

© psdesign1 - Fotolia.com

Vorsicht in der Erkältungssaison

Unser Abwehrsystem verlangt mehr, vor allem vor und während der Erkältungssaison. Was Sie selbst tun können.

Von: Johannes W. Steinbach

Impfen ist kein Universal-Schutz

Impfungen gegen bestimmte Erreger sind durchaus sinnvoll. Sie dürfen jedoch nicht als „gesundheitliche Freifahrtscheine“ betrachtet werden, mit denen alleine man gesund durchs Leben kommt, ohne auf eine gesunde Lebensweise zu achten. Das Immunsystem verlangt mehr, vor allem vor und während der nahenden Erkältungssaison. Die wird auch dieses Jahr wieder zahlreiche Menschen dazu veranlassen, sich gegen die alljährlich auftretende Influenza-Grippe impfen zu lassen. Oftmals mit dem Ziel und im trügerischen Glauben, damit den maximalen Universal-Schutz zu erlangen.

Doch Vorsicht: Diesem Anspruch kann eine einzelne Impfung niemals gerecht werden. Auch wenn eine solche Grippe-Impfung für bestimmte Risikogruppen durchaus angebracht sein mag, etwa Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen, Patienten mit chronischen Vorerkrankungen der Atemwege oder angeborener Immunstörung, HIV-Infektion usw. Denn neben dem Influenza-Virus existieren zahlreiche andere Erreger, die Menschen gefährlich werden können; etwa Rhino-Viren oder Pneumokokken-Bakterien als Ursachen von Schnupfen bzw. Lungenentzündung. Logisch, dass man sich nicht gegen all das impfen lassen kann. Einmal ganz abgesehen davon, dass jede Impfung, so individuell angebracht sie auch sein mag, immer gleichzeitig eine Belastung für den Organismus darstellt. Was also tun?

Immun-Prophylaxe in Eigenregie

Unabhängig davon, ob man sich nun impfen lässt oder nicht, sollte man grundsätzlich darauf achten, sein Immunsystem in Topform zu halten bzw. zu bringen. Im Voraus massenweise Echinacea-, Zink- und Vitaminpräparate zu schlucken, bringt dabei aus Sicht der Naturheilkunde wenig (gezielte Einnahme aber schon, mehr dazu hier). Leukämiekranke und HIV-positive Patienten sollten Echinacea-Präparate ohnehin skeptisch begegnen, da deren positive Wirkung zumindest bei diesem Personenkreis kontrovers diskutiert wird.

Wichtiger ist, insgesamt auf eine ganzheitliche Ernährung zu achten. Diese sollte vor allem viel natürliches Vitamin C enthalten, das etwa in Zitronen, Orangen, Kiwis, Paprika und Petersilie vorkommt; des Weiteren die Vitamine A (Karotten, Tomaten, Kürbis, Spinat) und E (Sonnenblumenöl, Mandeln, Nüsse) sowie das Spurenelement Zink (Leber, Sonnenblumenkerne, Roggenkeimlinge, Weizenkleie).

Auch Spaziergänge bei schlechtem Wetter mit warmer regenfester Kleidung tun gut ("Doktor Natur"); am besten vor einem wärmeansteigenden Fußbad und einer Tasse heißem Lindenblütentee. Die Zimmerluft sollte in diesem Zusammenhang generell nicht überheizt sein, sondern lediglich ausreichend temperiert und etwas angefeuchtet, z. B. mittels einem Wasserglas auf der Heizung. Schlafen sollte man in kühlen, gut durchlüfteten Räumen. Ebenfalls sinnvoll ist regelmäßiges Saunieren mit Maß und Ziel. Vorausgesetzt natürlich, man hat keine gesundheitlichen Beschwerden, die Saunieren von vornherein ausschließen – wozu zum Beispiel akute und fieberhafte Erkrankungen, Epilepsie, nicht kompensierte Herz- und Kreislauf- Erkrankungen, Organ- oder Gefäßentzündungen, Lungen-Tuberculose und Krebs zählen.

Immun-Prophylaxe durch Experten

Neben diesen Möglichkeiten, die jeder eigenverantwortlich für sich selbst nutzen kann, sind aus naturheilkundlicher Sicht Eigenblut-Behandlungen sinnvoll: Dabei entnimmt der Therapeut dem Patienten mit einer Spritze eine geringe Menge Blut aus einer Armvene, die er anschließend nach einem bestimmten Ablaufschema in den Gesäßmuskel zurückspritzt: entweder unverdünnt und unbehandelt oder strukturell aufbereitet und ggf. gemischt mit einem entsprechenden Arzneimittel. Prinzipiell stellt jede Eigenbluttherapie eine unspezifische Reiztherapie dar, die die Selbstheilungskräfte des Körpers wecken soll. Ziel ist dabei, das Immunsystem gegen Viren und Bakterien „aufzuwiegeln“, nicht aber gegen das eigene reinjizierte Blut.

Sinnvoll können außerdem Therapiemaßnahmen aus dem Bereich der Traditionellen Chinesischen Medizin sein. Insbesondere Akupunkturbehandlungen, die sich vorbeugend anwenden lassen – und nicht erst dann, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist.

Auch homöopathische oder phytotherapeutische Präparate können helfen: sowohl bei der Prophylaxe als auch bei der Therapie einer bereits einsetzenden Erkältung. Vorausgesetzt, das richtige Mittel dazu wird eingesetzt, dessen Auswahl man einem erfahrenen Therapeuten überlassen sollte.

Optimale Grundlage all dieser Maßnahmen aus naturheilkundlicher Sicht ist jedoch immer ein gesunder Darm, der in ausreichendem Maße mit den richtigen Bakterienstämmen besiedelt ist. Sind diese Bakterien in zu geringer Menge vorhanden, lässt sich dies mittels einer Darmsanierung korrigieren. Vor allem Heilpraktiker verschreiben hierzu bestimmte Medikamente, die den Darm mit den entsprechenden Bakterien besiedeln. Übrigens nicht nur zur Erkältungszeit, sondern vor allem auch dann, wenn ein Patient über längere Zeit Antibiotika einnehmen musste. Denn die wirken leider nicht nur gegen die „bösen“ Bakterien – also die, wegen denen Sie vom Arzt verschrieben wurden –, sondern setzen generell allen Bakterien zu. Also auch denen, die der Körper benötigt.

Wichtiger als jede Therapie ist und bleibt aber, dem Körper generell genügend Ruhe bzw. im Falle einer vorliegenden Infektion eine ausreichende Regenerationszeit zu gönnen – damit es bei der Erkältung bleibt und die Erreger sich nicht im Körper ausbreiten und weiteren Schaden anrichten. Denn eine unzureichend auskurierte Erkältung kann schwerwiegende Folgen nach sich ziehen, die von der Hirnhaut- bis zur Herzmuskelentzündung reichen.