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Nichts geht über eine gute naturheilkundliche Reiseapotheke

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Ich packe meinen Koffer

Gedanklich haben Sie Ihre Koffer schon gepackt? Dabei auch an eine naturheilkundliche Reiseapotheke gedacht? Diese Mittel sollten nicht fehlen...

Von: Eva Pantleon

Für die wichtigsten Fälle etwas dabei

Nichts geht über eine gute Reiseapotheke - wenn weit weg von zuhause die Erkältung zuschlägt und die nächste „pharmacy“ eine Tagesreise entfernt ist …Natürlich kann man es auch drauf ankommen lassen. Und Medikamente erst im Bedarfsfall auf der Reise kaufen. Vorausgesetzt natürlich, der Urlaub führt nicht gerade ins Hinterland von Guatemala. Oder in die ebenfalls eher apothekenfreien Höhen Tibets. Und vorausgesetzt, man spricht die Sprache des Urlaubsortes gut genug, um „Ich möchte ein pflanzliches Präparat gegen Harnwegsbeschwerden“ verständlich über die Ladentheke zu bringen.

Doch selbst wenn man Spanisch parliert wie Julio Iglesias, ist nicht gesagt, dass der dortige Apotheker auch das passende Präparat zur Hand hat. Zum einen haben Arzneimittel im Ausland oft fremde Warenzeichen oder andere Namen - und in diesem Zahlen- und Präparate-Puzzle steigen auch Apotheker nicht immer durch. Zum anderen kann es, vor allem bei pflanzlichen Präparaten, ein Qualitätsproblem geben. Denn nicht überall gelten die gleichen strengen Standards wie bei uns. Alles in allem spricht also einiges dafür, sich vor dem Urlaub ein wenig Zeit zu nehmen und eine Reiseapotheke zusammenzustellen.

Was aber soll oder muss da hinein?

Im Folgenden finden Sie eine Aufstellung der Medikamente, die sich in einer pflanzlich orientierten Reiseapotheke befinden könnten. Wobei die Betonung auf „könnten“ liegt. Schließlich bedarf es bei einer Trekking-Tour durch die Rocky Mountains anderer Dinge als beim Wochenendtrip nach Paris. Gehen Sie also am besten vor jeder Reise einmal die Liste durch und überlegen Sie, was davon notwendig ist. (Abgesehen natürlich von Medikamenten, die man ohnehin regelmäßig nehmen muss – in diesem Fall gut nachrechnen: Ist wirklich eine ausreichende Stückzahl des Dauer-Medikaments im Koffer?)

Atemwegsinfektionen und Erkältung

Nicht selten reicht schon die trockene Luft im Flugzeug oder eine Nacht mit zu kalt eingestelltem Air-Conditioning im Hotel – und der Urlaub beginnt mit einer saftigen Erkältung

  • ein Efeupräparat (z.B. Prospan) gegen Katarrhe der Luftwege und Husten. Ist auch für Kinder geeignet.
  • ein Kombinationspräparat mit Thymian (z.B. Bronchicum, Bronchipret, Eupatal, Melsorum, Phytobronchin, Tussiflorin) oder Umckaloabo aus der Kapland-Pelargonie gegen Bronchitis
  • ein Echinaceapräparat (z.B. Echinacin, Esberitox, Immunopret, Pascotox) gegen Infekte und zur Steigerung der körpereigenen Abwehr
  • eine Heilpflanzenkombination wie z.B. Sinupret oder Gelomyrtol gegen Entzündungen der Nasennebenhöhlen und Schnupfen
  • einen Lippenpflegestift. Durch das häufige Putzen wird die Nase wund, das Fett des Pflegestiftes hält die Haut geschmeidig.
  • und gegen die Ausweitung der Infektion: ein Präparat aus Schlüsselblumenblüten, Cineol oder der Umckaloabowurzel, das keimhemmend wirkt und eine zusätzliche bakterielle Infektion erschwert.

Reisekrankheit

Gegen Reiseübelkeit, auch Seekrankheit helfen Ingwerkapseln – z.B. Zintona

Beinschmerzen und Beinschwellungen

Geschwollene Beine nach einem Langstreckenflug sind keine Seltenheit. Das lange bewegungslose Sitzen ist eine Strapaze für die Beinvenen. Hier helfen Präparate aus Rosskastaniensamen (wie z.B. Aescorin, Venalot, Venoplant, Venostasin retard), das auch vorbeugend während längerer Flugreisen angewendet werden kann. Aber auch Mäusedorn dichtet die Adern ab und fördert gleichzeitig die Ausscheidung des Wassers über die Niere – verhindert also dadurch die dicken Beine (z.B. Phlebodril).

Durchfall/Magen-Darm-Probleme

Andere Länder, anderes Essen – da streikt nicht selten der Darm oder stellt auf „Durchfluss“. Gegen „Montezumas Rache“ helfen Präparate, die Kamille und Apfelpektine enthalten wie z.B. Diarrhoesan (auch für Kinder ab 6 Monate), oder Myrrhinil intest (enthält neben Kamille auch Myrrhe und Kaffeekohle, hilft auch bei entzündlichen und infektiösen Darmerkrankungen). Bei Reisedurchfall durch Noroviren oder Bakterien bedingt, ist Yomogi eine gute Wahl – ein probiotisches Medikament aus der Trockenhefe Saccharomyces boulardii.

Bei allgemeinen Magen-Darmproblemen wie Übelkeit oder Krämpfen empfiehlt sich ein Kombinationspräparat mit Pfefferminzöl (z.B. Carminativum-Pascoe, Iberogast, Pascobillin novo, Lebenstropfen N). Jedoch sollten diese Präparate nicht länger als ein bis zwei Tage eingenommen werden. Stellen sich die Beschwerden nach dem Absetzen wieder ein oder tritt während der Einnahme hohes Fieber auf, dann kann es sich um eine bakterielle Erkrankung handeln. Und das bedeutet: Ab zum Arzt!

Harnwegsbeschwerden

Bei leichten Harnwegsinfektionen hilft ein Präparat aus Goldrutenkraut oder Birkenblättern (wie z.B. Cystinol long, Solidago Steiner). Beugt auch Harnsteinen vor. Hoch dosierte Senföle aus Meerrettich und Kapuzinerkresse hemmen die Vermehrung von Bakterien und können so bei Blasenentzündung als auch Atemwegsinfekten eingesetzt werden (z.B. Angocin)

Hexenschuss/Ischias

Einmal kräftig den 23-Kilo-Koffer vom Laufband gehoben – und schon ist es passiert. Hat die „Hexe“ zugeschlagen, helfen am besten Ruhe und Wärme. Aber wer will schon die Ferien unter einem Heizkissen verbringen? Pflanzliche Mittel speziell gegen Schmerzen am Bewegungsapparat sind z.B. Phytodolor Tropfen (Pflanzenkombination aus Eschenrinde, Goldrute und Zitterpappel) oder Doloteffin Tabletten (Teufelskrallenwurzel). Kombiniert mit einer wärmewirksamen Salbe, die z.B. Rosmarinextrakt oder Cayennepfeffer (Achtung! Sparsam auftragen, kann zu Hautreizungen führen!) enthält, sollte die Beweglichkeit bald wieder hergestellt sein.

Kopfschmerzen

Gut gegen leichte Spannungskopfschmerzen: ein paar Tropfen eines Pfefferminzölpräparats (z.B. Euminz) an den Schläfen verreiben. Außerdem Tee aus Weidenrinde oder Mädesüßblüten (hilft auch gegen Gliederschmerzen bei Erkältung).

Lippenherpes

Bei Hitze oder Aufregung haben sie oft ein leichtes Spiel – die lästigen Lippenbläschen. Wer dazu neigt, sollte ein Präparat aus Melissenextrakt einpacken (z.B. Lomaherpan).

Schlaflosigkeit / Unruhe / Nervosität

Statt der gewünschten Erholung kann ein Urlaub auch erst einmal das Gegenteil bewirken: Zeitumstellungen, ein veränderter Tagesrhythmus, viele neue Eindrücke, die ungewohnte Hitze – das reicht manchmal schon aus, um einen die Nacht mit Schäfchenzählen statt mit Schlafen verbringen zu lassen. Bei nervös bedingten Einschlafstörungen wie auch bei allgemeiner Nervosität hilft ein Präparat aus Baldrian, auch in Kombination mit Hopfen, Melisse oder Passionsblume (z.B. Ardeysedon Nacht, Baldorm, Euvegal, Sedacur, Sedariston).

Sonnenbrand

Kühlend wirkt ein Aloe Vera-Gel (Reformhaus).

Verdauungsbeschwerden

"Wenn du in Rom bist, verhalte dich wie ein Römer" – sagt sich so mancher und langt auch beim landestypischen Essen im Urlaub kräftig zu. Doch nicht alle westeuropäischen Verdauungstrakte sind auf die indische Version eines „Hot Curry“ oder auf ein original mongolisches Frühstück (kaltes Hammelfleisch) vorbereitet. Für alle, denen schnell mal etwas „schwer im Magen liegt“ oder der Bauch drückt nach einem ungewohnten oder fettreichen Essen empfiehlt sich die Mitnahme eines Präparats aus Artischockenblättern (z.B. Ardeycholan, HeparSL forte) oder ein Kombinationspräparat aus Angelikawurzel, Benediktenkraut, Wermutkraut und Kamillenblüten (z.B. Gastritol).

Verletzungen

Besonders wichtig bei einem Sport- oder Wanderurlaub, aber auch für jeden, der herumtobende Kinder dabei hat – gegen Verstauchungen und Prellungen hilft eine Salbe aus der Beinwellwurzel (z.B. Kytta-Salbe). Gegen oberflächliche Hautverletzungen und kleine Entzündungen der Haut sollte man eine Salbe aus den Blättern des Virginischen Zauberstrauchs (z.B. Hametum) oder Arnikatinktur einpacken.

Verstopfung

Wenn der Darm ebenfalls Urlaub macht, hilft Flohsamen (z.B. Flosine Balance).

Außerdem als Grundausstattung:

  • Schere
  • elastische Binden
  • Pflaster (auch Blasenpflaster!)
  • Fieberthermometer
  • Kondome
  • Desinfektionsmittel
  • Pinzette (sehr nützlich, um z.B. Zecken oder Splitter aus der Haut zu entfernen)
  • ein geeignetes Behältnis für kühl zu lagernde Medikamente.

Alle Arzneimittel sollten gut verpackt und vor Hitze und Sonnenlicht geschützt aufbewahrt werden. Da pflanzliche Medikamente in der Regel sehr gut verträglich sind, ist die Gefahr etwaiger unerwünschter Nebenwirkungen sehr gering.

Und … auch nicht vergessen: Chronisch Kranke sollten unbedingt entsprechende Ausweise mit sich führen (Marcumar, Diabetiker ...). Und: Haben Sie auch ihre Impfpässe überprüft (Tetanus! Hepatitis B!)?