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Blutegeltherapie bei Arthrose - Kleiner Biss mit großer Wirkung

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Hilfe bei Kniearthrose

Die bestuntersuchteste Standardindikation ist die Kniearthrose. Eine Reihe von klinischen Studien zeigte eine hervorragende Wirkung, die klar den Standardbehandlungen mit Schmerzmitteln überlegen war.

Von: Dr. rer. nat. Ernst Grondal

Verbreitete Anwendung im Mittelalter

Blutegel werden seit über 2000 Jahren in der Medizin angewendet. Die ersten Darstellungen der Blutegeltherapie stammen aus Indien und dem antiken Griechenland. Den Höhepunkt erreichte sie in Europa im Mittelalter, wo sie neben dem Aderlass und dem Schröpfen zu den häufigsten Anwendungen gehörte. Heute ist die bestuntersuchteste Standardindikation die Arthrose, insbesondere die Kniearthrose.

Geschichte der Blutegeltherapie

Sie diente vor allem der Ausleitung und Reinigung des Blutes (vor allem von "schwarz-galligen Säften"). Mit Beginn der modernen Medizin verschwand die Blutegeltherapie wie viele andere naturheilkundliche Methoden fast ganz aus dem Behandlungsspektrum der Mediziner. Einzig durch die Entdeckung der blutgerinnungshemmenden Substanz Hirudin aus dem Blutegel kam diesen Tierchen noch eine Bedeutung zu, die aber durch die Entdeckung von Heparin und Marcumar wieder zunehmend in Vergessenheit gerieten.

Seit den 70er Jahren werden aber wieder vermehrt klinische Studien mit Blutegeln durchgeführt, die die Wirksamkeit der Egel in der Schmerztherapie eindrucksvoll belegen. So hat sich die Blutegeltherapie in der plastischen und rekonstruktiven Chirurgie international bewährt und verhindert z.B. Komplikationen durch venöse Stauungen und Thrombosen nach Transplantationen von Hautlappen. Die bestuntersuchteste Standardindikation allerdings ist die Arthrose. Eine Reihe von klinischen Studien zeigte eine hervorragende Wirkung, die klar den Standardbehandlungen mit Schmerzmitteln überlegen war. Vor allem die lang anhaltende Wirkung der Blutegelbehandlung ist hier hervorzuheben. Die Schmerzlinderung und die Verbesserung der Gelenkfunktion waren über Monate nachweisbar. Ein weiteres Einsatzgebiet der Blutegel sind die chronischen Gelenksentzündungen und rheumatischen Gelenksveränderungen. Tennisellenbogen bzw. Mausarm gehören ebenfalls zu den dokumentierten Indikationen.

Wirkungsweise

Wie genau die Blutegel wirken, ist bis heute nicht bekannt. Man hat bisher mehr als zehn verschiedene Substanzen im Speichel der Egel nachweisen können, die an der Wirkung beteiligt sind. Es handelt sich hier sicher nicht nur um eine dem Aderlass vergleichbare Wirkung, die auf dem Entzug von Blut beruht. So befinden sich in dem Speichel, den die Blutegel in die Wunde injizieren neben den blutgerinnungshemmenden Substanzen auch noch antientzündliche und schmerzstillende Substanzen. Wichtig ist die lang anhaltende Nachblutung, die bis zu 12 Stunden anhalten kann und eine gute Nachsorge erfordert (inklusive Verbandswechsel).

Vorsicht ist geboten bei Einnahme von gerinnungshemmenden Substanzen wie Marcumar bzw. ASS. Marcumarpatienten sollten von der Therapie Abstand nehmen, Acetylsalicylsäure sollte einige Tage vorher abgesetzt werden, wenn medizinisch verantwortbar. Es ist wichtig, sich vorher genau mit dem Therapeuten abzustimmen, da auch vorbereitend einige Dinge zu beachten sind. Wenn aber alles passt, kann die Therapie ein Erfolg werden.