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Fasten: So funktioniert es!

Beim Fasten mit Säften und Gemüsebrühe nehmen die Geschmacksnerven alle Aromen deutlicher wahr.

Wann hilft Fasten? Wer darf nicht fasten?

Nach den "faulen" Monaten ist jetzt die beste Zeit, sich mit einer Fastenkur wieder fit zu machen. Wie fasten hilft und was man dabei beachten muss.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit

Die Tage werden wieder länger, das Vogelgezwitscher energischer und damit geht der Winter mit dem typischen Bewegungsmangel und Stubenhocken zu Ende. In den letzten Monaten hat sich durch die eingeschränkten Körperaktivitäten und die üppigen Feiertage viel Ballast im Körper angesammelt. Gemäß der Tradition beginnt jedes Jahr am Aschermittwoch die Fastenzeit und auch heute folgen noch viele Menschen diesem alten Brauch und fasten. Aber unabhängig davon, ob die Motivation nun religiöser oder gesundheitlich bestimmter Natur ist, ist dies wohl die beste Zeit sich mit einer Fastenkur wieder fit zu machen.

Noch ein Hinweis an alle Abnehmwilligen: Verwechseln Sie Fasten nicht mit Abnehmen. Die Hauptmotivation für eine Fastenkur sollte nie Abnehmen sein. Heilfasten ist aber der ideale Einstieg für eine Ernährungsumstellung (Langfristig Abnehmen: So gelingt es).

Wie funktioniert Fasten?

Fasten ist der freiwillige Verzicht auf feste Nahrung und Genussmittel für eine festgelegte Zeit. Beim Fasten schaltet der Körper vom normalen Stoffwechsel auf den Fasten-Stoffwechsel um. Dadurch werden der Darm und das Immunsystem entlastet. Am bedeutendsten scheint das Stilllegen des Magen-Darm-Trakts zu sein. Der Darm besitzt mit rund 200 Quadratmetern Oberfläche die größte Kontaktfläche unseres Körpers zur Außenwelt und hat die meiste Arbeit damit, unerwünschte Bakterien, Pilze, Viren oder Fremdeiweiße aus der Nahrung abzuwehren. 

Daher befinden sich im Verdauungstrakt über 80 Prozent unseres Immunsystems. Während des Fastens wird der Darm – und damit ein großer Teil der Abwehrkräfte – von seiner Aufgabe entlastet. Gleichzeitig beruhigt sich das Immunsystem durch die verminderte Zufuhr von Allergenen und Nährstoffen, die an Entzündungsreaktionen beteiligt sind (z.B. Arachidonsäure). Zudem bilden sich im Verdauungstrakt kaum noch Gärungsprodukte, biogene Amine und bakterielle Toxine. 

Während des Fastens greift der Körper allerdings auf seine Energiereserven zurück. Neben Fett werden auch geringe Mengen Körperprotein abgebaut, wodurch vermutlich die Bildung einiger Antikörper gebremst wird. Weil aber gleichzeitig die Belastung durch Nahrungsbestandteile entfällt, verbessert sich die Abwehrlage unter dem Strich – vorausgesetzt, es wird methodisch richtig gefastet.

Wann hilft Fasten ganz besonders?

Bei chronischen Entzündungen sowie autoimmunen und allergischen Erkrankungen, bei denen die Abwehrreaktionen zu heftig ablaufen, kann die verminderte Bereitstellung von Immunfaktoren sogar von Vorteil sein. Positiv wirkt sich auch der Gewichtsverlust bei Übergewichtigen während des Fastens aus, wenn es als Anfang für eine allgemeine Umstellung der Ernährung dient. Allerdings dient das Fasten im eigentlichen Sinne nicht hauptsächlich der Gewichtsreduktion.

Zu den Gesundheitsproblemen, die sich durch eine Heilfasten-Kur erfolgreich behandeln lassen, gehören u.a.
  • Hauterkrankungen: Neurodermitis, Urticaria, Akne, Psoriasis
  • Herz-Kreislauferkrankungen, Bluthochdruck, Herzinsuffizienz,
  • Magen-Darmstörungen, Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Verstopfung
  • Psychische Störungen, Depression
  • Rheuma und chronisch entzündliche Erkrankungen, Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems
Nachweisbar hilft Fasten bei Arthrose-Patienten

Zu diesem Ergebnis kamen Mediziner des Universitätsklinikums Jena. So konnte beobachtet werden, dass bei Patienten während des Heilfastens die Schmerzen deutlich zurück gingen und die anfänglich eingeschränkte Gelenkfunktion sich signifikant verbessert hat, dies auch durch den positiven Nebeneffekt der Gewichtsabnahme. Mit dem Studienergebnis ist in dieser Form erstmals der Einfluss der Nahrung und des Nahrungsverzichts auf Arthroseerkrankungen nach streng wissenschaftlichen Regeln untersucht worden. 

Der Konsum von tierischen Produkten begünstigt durch die Zufuhr von Arachidonsäure aus tierischen Fetten die Entstehung und Verstärkung von Entzündungen, wie diese bei Rheuma und Arthrose in den Gelenken ablaufen. Also kann eine Reduktion des Säuregehaltes dabei helfen, die Entzündungen im Körper zu reduzieren.

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Welche Fastenkur ist die richtige?

Eine Nulldiät wie beim Wasser- oder Tee-Fasten wird heute nicht mehr befürwortet. Vielmehr setzt man beim Heilfasten auf eine schonende Reduktion der Kalorienzufuhr auf 400 bis 500 kcal/pro Tag. Bei diesem so genannten modifizierten Heilfasten nehmen Sie neben Wasser und Kräutertee auch Obst- und Gemüsesäfte und Gemüsebrühe zu sich. So werden unangenehme Begleitumstände auf ein Minimum reduziert.

Jede Fastenkur sollte mit einer Darmreinigung beginnen und von Maßnahmen begleitet werden, die den Stoffwechsel anregen wie Leberwickel, Sauna und Bewegung an frischer Luft. Um den größtmöglichen Erfolg zu erzielen und da man auch einiges falsch machen kann, ist die Begleitung durch einen Arzt oder Heilpraktiker sinnvoll. Er weiß, durch welche Maßnahmen der Stoffwechsel am besten stimuliert werden kann und welche Heilmittel dabei unterstützend wirken.

Therapeuten, die sich auf Fastenbegleitung spezialisiert haben, finden Sie hier in unserer Therapeuten-Datenbank.

Grundsätzlich können Gesunde aber auch zu Hause fasten, nur sollte man nicht einfach so "drauf los fasten", sondern sich informieren, welche Methode am besten zu einem passt.

Welche Fasten-Methoden es gibt

Die heute wohl bekannteste Form des Fastens wurde von dem Arzt Otto Buchinger (1878-1966) entwickelt. Sie beginnt mit zwei Entlastungstagen mit leichter Kost (Reis, Obst, Gemüse) und einer Darmentleerung mit Hilfe von Bittersalz und Einläufen. Die Stoffwechselleistung der Leber sollen warme Leberwickel – als Kneippwickel oder Wärmflasche – fördern. Während der Kur gibt es ausschließlich Flüssignahrung: Tee mit Honig, Brühe, Obst- und Gemüsesäfte. Die Energiemenge darf 500 Kilokalorien nicht überschreiten, da sonst der Körper vom Fasten- auf normalen Stoffwechsel zurückschaltet. Fastenden wird empfohlen, mindestens 2,5 Liter Wasser oder Kräutertee am Tag zu trinken. Hungergefühle sollten während des Fastens nicht aufkommen.

Weitere Varianten sind beispielsweise das Basenfasten, die F.X. Mayr Kur (Milch-Semmel-Kur), die Schrothkur und das Obst- oder Früchtefasten. Da es beim Fasten im eigentlichen Sinne im Wesentlichen darauf ankommt, dass der Körper auf den Fastenstoffwechsel umstellt, behaupten manche Kritiker, dass die letztge­nannten Formen nicht wirkliches Fasten seien, sondern nur bestimmte Formen von Diäten.

Darf jeder fasten?

Leider ist Heilfasten nicht für alle nur Quell der Gesundheit. Sollten bereits Erkrankungen vorliegen wie Herz-Kreislauf-Probleme, Bluthochdruck, Herz-Gefäß-Erkrankungen, etc., ist es in jedem Falle ratsam, zunächst mit dem Hausarzt oder Heiltherapeuten eine geeignete Form von Fasten zu besprechen. Hier ist es vermutlich sogar wirklich besser, wenn man eine Fastenkur in einer dafür geeigneten Einrichtung durchführt. Falls man im Zweifel ist, ob eine Fastenkur gesundheitlich angebracht ist, solltest man auf jeden Fall vorher seinen Arzt befragen. Äußerste Vorsicht ist jedoch bei folgenden Personen­gruppen geboten:

  • Personen, die unter Esssucht oder Bulimie leiden. Sie sollten auf keinen Fall in Eigenregie fasten. Die Gefahr, das bestehende Suchtproblem noch zu verstärken, ist zu groß. Fasten in einer Klinik mit psychologischer Betreuung kann hier jedoch die Grundlage für eine vollständige Genesung bilden.
  • Wer regelmäßig Medikamente einnehmen muss, sollte auf jeden Fall vor einer Fastenkur mit seinem Arzt sprechen, ob diese Medikamente das Fasten zulassen.
  • Während einer Schwangerschaft sollte man ebenfalls auf eine Fastenkur verzichten, da der Organismus von Mutter und Kind durch die Schwangerschaft ohnehin schon stark belastet wird. Fasten könnte sonst zu einem Mangel für Mutter und Kind führen und für beide recht ungesund werden.
  • Tuberkulose-Patienten, Krebskranke und Personen, die an einer Überfunktion der Schilddrüsen leiden, dürfen nicht fasten. Denn bei diesen ohnehin schon zehrenden Krankheiten ist der Organismus nicht mehr in der Lage, richtig auf den Zustand des Fastens zu reagieren und verliert noch mehr an Substanz.
  • Ebenfalls nicht geeignet ist das Fasten bei chronischen Entzündungen und Ge­schwüren des Magens. Eine Ausnahme bildet hier die chronische Dickdarmentzündung (Kolitis). Allerdings sollte eine Fastenkur hier nur mit fachmännischer Erlaubnis erfolgen.
  • Frisch operierte Personen oder Personen, die gerade eine schwere Infektionskrankheit hinter sich haben, sollten nach Möglichkeit nicht fasten, da dies den ohnehin stark geschwächten Organismus noch mehr belasten würde. Auch hier gibt es natürlich wieder Ausnahmen von der Regel, wenn der Arzt oder Therapeut in Einzelfällen eine Fastenkur als unterstützende regenerierende Maßnahme ansieht.
  • Für Menschen, die bereits an ausgeprägter Altersschwäche und Abmagerung leiden, ist das Fasten ebenfalls nicht erlaubt, da eine solche Kur den geschwächten Organismus noch weiter schwächen würde.

Fasten „light“ als Alternative

Personen, die aus medizinischen Gründen nicht streng fasten dürfen oder all diejenigen, die sich eine richtige Fastenkur nicht zutrauen, finden auf jeden Fall eine Alternative in der „Light-Version“ des Fastens. Das bedeutet, alle Genussgifte wie Alkohol, Nikotin, Kaffee, Zucker und Süßigkeiten werden für einen vordefinierten Zeitraum (beispielsweise von Aschermittwoch bis Ostern) weggelassen. 

Stattdessen sollte man darauf achten, eine gesunde und vitale Ernährung zu sich zu nehmen, die viel Obst, Gemüse und ausreichend Eiweiß vorsieht. In einen solchen Speiseplan passen hervorragend Suppen mit Gemüse der Jahreszeit wie Kartoffeln, Karotten und Sellerie. Dieses Wurzelgemüse wirkt basisch, das heißt, es entsäuert den Organismus und unterstützt so eine allgemeine Entschlackung des Körpers. Viel Mineralwasser, naturbelassene Säfte ohne Zucker und Kräutertees, runden das Ganze ab.