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Fastenzeit und Entgiftung: Details entscheiden über Erfolg

Grüner Smoothie mit Apfel.

Richtig entgiften

Zu fasten, kann dem Körper richtig gut tun. Doch was macht eine gute Ausleitungskur samt Entgiftung aus? Und für wen ist sie sinnvoll? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Von: Johannes W. Steinbach

Ausleitungstherapie in der Fastenzeit

Für viele Katholiken hat die Fastenzeit zur Vorbereitung auf Ostern begonnen. Sie beginnt am Aschermittwoch (01. März) und endet am Karsamstag (15. April). Eine Zeit, in der so mancher das eigene Ernährungs- und Genussverhalten hinterfragt – und zum Anlass nimmt, auf Dinge wie Alkohol, Süßigkeiten oder Tabakwaren zu verzichten. Eine Zeit auch, die lang genug ist, um günstige Rahmenbedingungen für eine Ausleitungstherapie zu schaffen.

Grundsätzlich ist eine Entgiftungstherapie zwar auch zu anderen Zeitpunkten sinnvoll. Bei manchen ohnehin Fastenwilligen ist die Motivation während dieser Zeit aber besonders hoch. Eine verlässlich planbare Gelegenheit auch für zahlreiche Frauen- und Gesundheitszeitschriften, die ihren Leser(inne)n alljährlich die unterschiedlichsten Entgiftungs- und Entschlackungsprogramme präsentieren. Darunter leider auch immer wieder ziemlich abenteuerliche Methoden, die aus naturheilkundlicher Sicht nicht vertretbar sind, aber dennoch unter deren Deckmäntelchen propagiert werden.

Fasten braucht Zeit, Muße und Know How

Stutzig werden sollten Sie u. a. dann, wenn Ihnen dabei mit minimalem Aufwand ein größtmöglicher Erfolg binnen kürzester Zeit versprochen wird. Denn eine naturheilkundliche Entgiftung ist ein anspruchsvolles Unterfangen, das in erster Linie Zeit benötigt und zudem einige Anforderungen an den Patienten stellt.

Neben der Fastenzeit häufig gewählte Anlässe bzw. Zeitpunkte einer Ausleitungskur: im Herbst oder Winter zur Stärkung der Abwehrkräfte, im Anschluss an eine Antibiotikabehandlung oder einen Krankenhausaufenthalt, begleitend zu einer Zahnsanierung (Amalgam-Freisetzung usw.) oder nach einer Chemotherapie.

Folgende Schadstoffe setzen dem Organismus zu

Grundsätzlich gilt zunächst, dass wir Tag für Tag zahlreichen gesundheitsschädlichen Substanzen ausgesetzt sind. Der eine mehr, der andere weniger – ob wir das nun wollen oder nicht. Die Liste infrage kommender Noxen ist lang und verdeutlicht, dass man nicht allen ausweichen kann, wie der folgende Überblick zeigt.

Schadstoffe in der Ernährung sind:

Konservierungsstoffe, künstliche Aromen, Geschmacksverstärker wie Glutamat und Farbstoffe in Fertiggerichten, Wachstumshormone sowie Antibiotika- und sonstige Arzneimittelrückstände in Fleisch, Schwermetalle in Fisch, Pestizide in Gemüse, Süßstoffe und versteckte Zucker in zahlreichen Lebensmitteln, Bisphenol A und Phthalate in Plastik-verpackten Lebensmitteln, Koffein, Alkohol, Tabak, Medikamente und vieles mehr.


Schadstoffe zu Hause, im Büro oder Umweltgifte finden sich hier:
  • Kosmetika: Weichmacher, Aluminium und PEG-Derivate (Deodorants)
  • Belastungen des Mund- und Rachenraums: Paradontose, wurzelgefüllte Zähne, tote Zähne, verschiedene Füllungen, unterschiedliche Metalle (Wechselstrom), mangelnde Mundhygiene, chronische Entzündungen (Parodontis, Sinusitis, Tonsillitis)
  • Häusliches Umfeld: Bodenbelag (Teppich, Laminat, Klebstoffe), Möbel, Anstriche, Milbenkot, Schimmel, Strahlenbelastung (Sendemasten, W-LAN, DECT-Telefone)
  • Berufliches Umfeld: Tonerstaub von Druckern im Büro
  • Umweltgifte: Nitrat durch Gülle im Grundwasser, Abgase, Strahlenbelastungen

Vielfältige Symptome möglich

Genauso breit gefächert wie die Quellen möglicher Schadstoffe sind die Symptome, die auf eine Schadstoffbelastung des Körpers hinweisen können: etwa erhöhte Infektanfälligkeit, Müdigkeit, Erschöpfung, Appetitlosigkeit, Libidoverlust, Nervosität, Gereiztheit, Ekzeme, Allergien, Schlafstörungen, Schmerzzustände unklarer Ursache, Konzentrationsmängel, psychische Probleme jeder Art und viele andere mehr. Grundsätzlich kann jedes neu auftretende Symptom mit einer Schadstoffüberlastung zu tun haben. 

Ein gewisses Maß an Schadstoffen kann ein gesundes Immunsystem zwar selbst bewältigen. Wird die Belastung indes zu groß, können sich solche Schadstoffe in Organen wie Leber und Nieren sowie Knochen- und Muskelgewebe ablagern.

Ausleitung in mehreren Schritten

Einer Ausleitungskur sollten folgende Schritte vorausgehen:

  • Verringerte Schadstoffzufuhr durch ein bewusstes Ernährungs- und Genussverhalten.
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr (ca. 2 Liter pro Tag). Bitte beachten: Vor allem bei älteren Menschen lässt das Durstempfinden häufig nach.
  • Darmsanierung: In einem überlasteten Verdauungstrakt entstehen Gärungs- und Fäulnisprodukte, die rückresorbiert werden und so den Stoffwechsel zusätzlich belasten. Eine Zufuhr entsprechender Darmbakterien in Form entsprechender Präparate ist daher sinnvoll, zumal ein gesundes Darmmilieu aus naturheilkundlicher Sicht ohnehin unabdingbare Voraussetzung jedweden Wohlbefindens ist.

Im Anschluss daran sollte die Phase der speziellen Entgiftung erfolgen

Etwa unter Zuhilfenahme homöopathischer oder spagyrischer Arzneimittel, wie sie von verschiedenen Herstellern (Phönix, Heel, Nestmann, Presselin u. a.) offeriert werden. Sinnvoll kann auch die Einnahme pflanzlicher Präparate sein, die etwa Mariendistel oder Artischocke enthalten, um die Leber bei ihrer entgiftenden Wirkung zu unterstützen. Vergleichsweise schonende Methoden auch für zartbesaitete Zeitgenossen, wenn man bedenkt, welche anderen Entgiftungsverfahren bis heute in der Geschichte der Naturheilkunde Anwendung fanden: Aderlass, Baunscheidtieren, Blutegel, Cantharidenpflaster, blutiges Schröpfen usw.

Spricht gesundheitlich nichts dagegen, kann man im Rahmen einer Ausleitungskur gleichzeitig folgende Organe bzw. Systeme mit einbeziehen, die eine grundsätzliche entgiftende Wirkung besitzen: Leber, Niere, Lungen, Darm, Haut, Blut und Lymphe. Leidet dagegen jemand bereits unter Akne, sollte man die Rolle der Haut als Entgiftungsorgan relativieren bzw. gar nicht über die Haut entgiften, damit es nicht noch zu zusätzlichen Hautunreinheiten kommt.

Expertenrat gefragt

Anhand des Beispiels Akne sowie aufgrund der zahlreichen Möglichkeiten, eine Ausleitung durchzuführen und der teilweise oft nicht auf den ersten Blick auszumachenden mitwirkenden Faktoren, wird deutlich, dass man diese auf keinen Fall in Eigenregie vornehmen sollte. Eine Entgiftungstherapie gehört viel mehr in die Hände eines erfahrenen Heilpraktikers oder naturheilkundlich arbeitenden Arztes.

Unter Berücksichtigung sämtlicher Faktoren, wozu auch die Krankheitsgeschichte und vieles andere mehr zählen, wählt dieser die individuell geeignetste Methode aus und erstellt ein konkretes Medikamenten-Einnahmeschema. Nur so lassen sich der Erfolg einer Ausleitungstherapie sicherstellen und eventuelle Begleiterscheinungen kontrollieren. Neben den bereits erwähnten Hautunreinheiten können das des Weiteren Körperausdünstungen, Kopfdruck, Müdigkeit sowie Veränderungen von Stuhl- und Urinbeschaffenheit sein.

Unter dem Strich bleibt außerdem festzuhalten, dass auch der Patient seinen Teil zum Gelingen einer Ausleitungstherapie beitragen muss. Schließlich ziehen sich entsprechende Kuren oft über mehrere Wochen hin, während derer der Patient sich möglichst genau an sein Medikamenten-Einnahmeschema halten und ggf. weitere Dinge beachten muss.

Detox – neudeutsch für Entgiftung

Im Zusammenhang mit Ausleitungskuren kursiert derzeit immer häufiger der Begriff Detox. Davon sollte man sich jedoch nicht beirren lassen, da es sich um keinen neuartigen Therapieansatz oder Ähnliches handelt, sondern „Detox“ lediglich ein Synonym für die althergebrachte Entschlackung ist (aus dem Englischen für De-Toxification = Entgiftung). Spezielle Nahrungsergänzungsmittel sollen dabei nach Angaben ihrer Hersteller dazu beitragen, die natürlichen Selbstreinigungskräfte des Körpers zu unterstützen, schädliche Rückstände auszuleiten, den Stoffwechsel anzukurbeln, Gewicht zu verlieren und freie Radikale unschädlich zu machen. Bei einer Entgiftungskur entstehen besonders viele freie Radikale, die für unsere Körperzellen zusätzlichen Stress bedeuten. Die begleitende Einnahme starker Radikalenfänger wie Grüntee-, Granatapfel- oder Oliven-Extrakt, kann daher durchaus sinnvoll sein.