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Gesundheit 2.0 – Teil IIa: Ist E-Health die Lösung?

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Gedanken zu E-Health

Können Hautmal-Photo-Programme, Handypulsmesser oder „Mobile Diagnose-Geräte“ in naher Zukunft den Arzt ersetzen?

Von: Berthold Musselmann

Gesund per App: Smartphone-Apps überwachen unseren Körper und warnen vor Krankheiten. E-health kann Leben retten - So ist ein Artikel der Reihe „Brennpunkt“ der Computer-Fachzeitschrift CHIP vom Dezember 2011 überschrieben. Aber es werden natürlich auch Ängste geschürt.

Im ersten Teil tellte ich dar,

  • dass Heilung in einer globalen Welt mit ihren Krisen des Lebensraums, der Ressourcen, der Zeit, des Raumes, des Sinns, der Finanzen, der Gerechtigkeit, der Demokratie nicht eindimensional als Reparatur von „Kaputten“ (Patienten) geschehen kann, sondern dass wir politisch und global denken und handeln müssen.
  • dass Heilung eine Art „Gesundheit 2.0“ sein kann:
    Heilkunst muss ganzheitlich werden, Politik, Ökologie und Soziales einbeziehen, für Gerechtigkeit und Ausgleich unter den Menschen und für den Erhalt von Ressourcen für alle Arten dieser Erde kämpfen.
  • dass Heilkunst der medizinischen „Große Koalition“ aller demokratischen Kräfte bedarf.
  • das wir nie so eine hohe Lebenserwartung wie heutzutage hatte – Die alleine kann jedoch nicht das Ziel unseres Lebens und medizinischen Wirkens sein, unsere Pflicht ist, an kommende Generationen, an alle Lebensformen und an alle Lebensgenossen dieses Planeten zu denken.
  • dass Phytodoc mit einem Quentchen Phytattac ein Beitrag zu einer demokratischen Medizin sein kann, so wie das Internet Element einer globalen Demokratie sein kann, nicht nur für Wutbürger aller Länder.
  • dass Naturheilkunde, die die besten Aspekte der wissenschaftlichen Medizin mit den Erfahrungen von Jahrtausenden verbindet, ein wichtiger Baustein einer Medizin der Zukunft ist.

Nach dieser kurzen Zusammenfassung des vorangegangenen Artikels zum Thema Gesundheit, zurück zu Gesundheit und e-health.

E-Health

Können Hautmal-Photo-Programme, Hörtests, Pulsmesser, gar „Mobile Diagnose-Geräte“ und Medikamentensuchgeräte in naher Zukunft den Arzt ersetzen? Mobiles Schlaflabor, Zuckermessgeräte, Fitness-Check, Heim-Ultraschall (zum Versenden der Daten an den Arzt – immerhin, dafür brauchen wir ihn noch…), Blutdrucküberwachung, Kalorienmesser, Fötusüberwachung etc. - Bausteine einer sorgloseren Zukunft für uns alle?

Intelligente Tattoos überwachen ihren Gesundheitszustand, der Exmobaby-Strampler als Babykleidung misst die Herzfrequenz Ihres Sprösslings und sendet notfalls Alarmsignale an ein Handy… Eine erstrebenswerte Vision unserer Gesundheitsversorgung?

„Corpus delicti - Ein Prozess“ von Juli Zeh schildert das Leben in einer Gesundheits- und Fitness-Diktatur der gar nicht so fernen Zukunft im 21. Jahrhundert. Sie zeichnet ein System, das alle und alles kontrolliert. Gesundheit ist zur höchsten Bürgerpflicht geworden. Die »Methode« verlangt ein festes Sportpensum ebenso wie die Abgabe von Schlaf- und Ernährungsberichten. Buchstäblich über jeden Schritt seiner Bürger ist dieser Staat informiert.CORPUS DELICTI handelt von höchst aktuellen Fragen: Wie weit kann und wird der Staat individuelle Rechte einschränken? Gibt es ein Recht des Einzelnen auf Widerstand? Die Autorin erörtert das philosophische Für und Wider einer aller Metaphysik beraubten Beinahe-„Idealgesellschaft“. Sie macht auf die Gefahren aufmerksam, die aus dem Zwang zur Perfektionierung aller Lebens- und Gesellschaftsbereiche entstehen können. Juli Zehs Hauptsorge freilich gilt dem Geist, der in einem System, das ganz auf den Körper vertraut, auf der Strecke bleibt.

Ökologische wie gesundheitspolitische Ziele können sich verselbständigen und ins Brutale abgleiten (Rezensentin Evelyn Finger, „Die Zeit“, 26.02.2009).

Der heute grassierende Gesundheits- und Fitnesswahn mit der selbstdarstellenden Entäußerung, ja Exibitionierung seiner Protagonisten lässt uns ja selbst im Tod keine Ruhe. Wir müssen mit einer Fortführung des Zwangs zur Selbstdarstellung bis ins letzte Schamhaar, die letzte Zelle rechnen oder arrangieren uns gar freiwillig mit dieser – aus Angst, nur auf diese Weise „wirklich zu existieren“, aus Angst vor der eigentlichen Bedeutungslosigkeit des Einzelnen? (Wanderausstellung „Körperwelten“).

weiter in Gesundheit Teil II B

Ihr Berthold Musselmann