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Wadenwickel bei Fieber: So geht's richtig!

Junge mit Fieberthermometer im Mund und Wadenwickeln.

Wadenwickel helfen, hohes Fieber zu senken

Wadenwickel sind ein bewährtes Hausmittel, um hohes Fieber zu senken und dem Patienten so etwas Linderung zu verschaffen. Wie wirken sie, worauf müssen Sie achten?

Von: Benjamin Honda

Wann helfen Wadenwickel?

Wadenwickel werden vor allem angewandt, um dem Körper bei hohem Fieber (zum Beispiel bei einer Erkältung) Wärme zu entziehen. Gerade wenn gegen Abend hohes Fieber auftritt, kann dem Erkrankten durch den Wärmeentzug der Schlaf erleichtert werden. Dazu müssen die Wickel meist mehrmals hintereinander angelegt werden. Der Wärmeverlust entsteht durch um die Unterschenkel gewickelte, in Wasser getränkte Tücher. Nach einer Überanstrengung der Beine, etwa nach langem Stehen oder Gehen kann ein Wadenwickel zudem etwas Erholung für die müden Beine verschaffen.

Wann sollte man keinen Wadenwickel anlegen?

Hat der Patient Schüttelfrost oder kalte Hände oder Füße, darf man keinen Wadenwickel anlegen. Das Fieber steigt noch und der Körper braucht die Wärme. In dieser Phase ist eine Schwitzkur hilfreich. Auch bei einem Harnwegsinfekt oder einer Reizung des Ischiasnervs macht ein Wadenwickel keinen Sinn.

Grundsätzlich gilt: Fieber an sich ist keine Krankheit, sondern eine Reaktion des Körpers, um eine Krankheit zu bekämpfen. Das Fieber hilft dem Körper also, sich zu wehren. Fühlt der Patient sich grundsätzlich nicht schlecht oder ist das Fieber in einem normalen Bereich unter 39 Grad, sollten auch keine Wadenwickel angelegt werden.

Was ist bei Kindern & Wadenwickeln zu beachten?

Bei Babys und Kleinkindern unter zwei Jahren sollte man keine Wadenwickel anlegen. Während der Anwendung sollte man seine Kinder auf keinen Fall alleine lassen, da sie mitunter recht schnell und stark auf die Wadenwickel reagieren. Beginnen sie zu frieren, muss man den Wickel wieder abnehmen. Gerade bei Kindern gilt: Tritt sehr hohes Fieber über 39,5 Grad oder auch über mehrere Tage währendes Fieber auf, sollte man immer einen Arzt aufsuchen, um die Ursache des Fiebers zu klären.

Wadenwickel richtig anlegen

Ein Wadenwickel sollte mindestens aus einem Innen- und einem Außentuch pro Wade bestehen. Für das Innentuch eignen sich zum Beispiel Geschirrtücher. Es sollte etwa so breit wie die Wade sein, wobei es natürlich entsprechend gefaltet werden kann.

Die Wassertemperatur bei Wadenwickeln für Kinder sollte ca. 32 Grad betragen, also handwarm sein.

Weitere Tipps für das Anlegen von Wadenwickeln

  • Innentücher in Wasser tränken und auswringen, bis sie nicht mehr tropfen
  • das Tuch sollte straff sitzen, aber nicht zu fest um den Unterschenkel gewickelt werden, die Gelenke bleiben frei
  • ein Zwischentuch aus Baumwolle kann die überschüssige Feuchtigkeit aufsaugen
  • Außentücher (etwa aus Molton) erhalten die Temperatur des Wickels

Zudem empfiehlt sich eine Unterlage (etwa ein Handtuch), die verhindert, dass die Matratze nass wird. Der erste Wickel hat in der Regel schon Körpertemperatur angenommen, wenn man mit dem Anlegen am zweiten Bein fertig ist. Den zweiten Wickel kann man meist also direkt im Anschluss anlegen. Die zweite und dritte Anwendung sollte 10 bis 20 Minuten dauern. Zwischen diesen beiden Wickeln wird eine Pause von 10 bis 20 Minuten eingelegt. Nach einer weiteren Pause sollte man die Temperatur überprüfen. Durch die Wickel kann das Fieber in der Regel um circa ein Grad gesenkt werden. Wer mag, kann dem Wasser einen Esslöffel Essig oder Zitronensaft pro Liter hinzufügen. Das kann die lindernde Wirkung zusätzlich verstärken.

Was ist die richtige Wassertemperatur für einen Wadenwickel?

Bei Kindern sollte das Wasser nicht so kalt sein. Empfohlen werden circa 32 Grad, also etwa handwarmes Wasser. Dadurch nimmt der Wickel natürlich schneller die Körpertemperatur an und muss dementsprechend schneller gewechselt werden. Gerade bei Kindern belastet eine zu schnelle Temperatursenkung den Kreislauf zu stark. Die Wassertemperatur bei Erwachsenen kann zwischen 16 und 20 Grad sein.