Ihr Portal für Gesundheit,
Naturheilkunde und Heilpflanzen

natürlich gesund

Keuschlamm bzw. Mönchspfeffer bei Menstruationsbeschwerden oder Kinderwunsch

© stock.xchng

Die hormonelle Wirkung des Mönchpfeffers

Der Mönchspfeffer oder Keuschlamm verdankt seinen Namen seiner angeblichen Wirkung: Er soll keusch machen und wurde daher früher von Mönchen verwendet. Heute verwendet man ihn z. B. bei Menstruationsbeschwerden.

Von: Martina Coldewey

Keusch wie ein Lamm

Eine wichtige Frauen-/Männerheilpflanze ist der Keuschlamm oder auch Mönchspfeffer genannt. Die Pflanze hat nichts mit 'Schlamm' zu tun, sondern hat den Namen daher, weil er den Menschen angeblich keusch macht wie ein Lamm. In der Naturheilkunde erfolgt die Anwendung überwiegend bei Menstruationsbeschwerden, doch auch bei Kinderwunsch kann er helfen.

Eine Pflanze mit wertvoller Wirkungsweise

Der Mönchspfeffer (lat. Vitex agnus castus) wächst als bis zu 5 m hoher Strauch mit hellbraunen, anfangs filzigen Zweigen. Seine Blätter sitzen kreuzweise gegenständig und sind lang gestielt. Die Blüten sitzen in dichten endständigen Blütenständen, sind klein und in der Krone violett, rosa oder blau gefärbt. Die Blütezeit ist von Juni bis Oktober, die Erntezeit der Pfefferfrüchte ist im Herbst.

Keuschlamm wächst überwiegend in den Küstengebieten im Mittelmeerraum, speziell an sonnigen und geschützten Standorten.

Verwendet werden die Keuschlammfrüchte, die Agni casti fructus. Sie enthalten ätherisches Öl, Flavonoide, Glykoside, Diterpene (die auf das weibliche Hormonsystem ausgleichend und regulierend wirken).

Keuschlamm sollte in der Schwangerschaft und bei Tumorerkrankungen nur nach Rücksprache mit dem Therapeuten oder Arzt angewendet werden. Gelegentlich kann nach der Verwendung von Keuschlamm ein juckender Hautausschlag entstehen.

Laut Kommission E hat Keuschlamm eine positive Monografie bei Menstruationsbeschwerden, PMSMastodynie etc.

In der Naturheilkunde erfolgt die Anwendung analog überwiegend bei Menstruationsbeschwerden, bei Stimmungsschwankungen, Wechseljahrsbeschwerden, bei Mastodynie, Mastopathie. Keuschlamm wirkt speziell durch die Diterpene ausgleichend auf das psycho-hormonelle System und hilft dem Körper daher vermutlich gut in die Eigenregulation zurück.

Aus der Praxis sind mir auch gegenteilige Wirkungen bekannt, wie die, dass er bei einigen Frauen anregend auf den Milchfluss und das Stillen wirkt, bei anderen Frauen aber das Abstillen fördert. Ebenso kann der Mönchspfeffer die Libido bei Frauen steigern, genauso aber auch bei Männern die Libido senken.

Dies ist vermutlich auf die Gelbkörperhormonartige Wirkung des Mönchspfeffers zurückzuführen. Es bremst die Ausschüttung des follikelstimulierenden Hormons FSH und dadurch kommt es zu einer Verschiebung im Verhältnis zwischen Östrogenen und Gestagenen.

Daher kann man mit Mönchspfeffer auch ggf. Paaren mit Kinderwunsch helfen, wenn die Probleme durch eine Gelbkörperinsuffizienz ausgelöst werden.

In letzter Zeit wird auch verstärkt an dopaminartigen Wirkungen des Keuschlamms geforscht und vielleicht wird die Zukunft da auch Erfolge im Bereich des Einsatzes bei Depressionen oder Hypophysenstörungen etc. zeigen.

Aus alten Schriften und der Mythologie ist überliefert:
Von Konrad von Megenberg im "Buch der Natur": "Er hat den Namen darum, weil er den Menschen keusch macht wie ein Lämmlein, denn er zieht das Unkraut der unkeuschen Lüste mit den Wurzeln aus, indem er unkeusche Säfte mit seiner Hitze verzehrt."

Die Zeusgattin Hera, die Hüterin der Ehe soll unter einem Keuschlammstrauch geboren worden sein.

Als Pflanze, die dämpfend auf die sexuellen Gelüste wirkt, war der Keuschlamm seit jeher mit dem klösterlichen und christlichen Leben verbunden - daher auch der Name Mönchspfeffer - für die Nutzung als Anaphrodisiakum.