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Akupressur

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Akupressur: Gezielter Fingerdruck

Akupressur aus China ist der kleine Bruder der Akupunktur. Akupressur ist gut zur Selbstbehandlung geeignet und hilft z. B. bei Kopf- und Gelenkschmerzen und Verdauungsproblemen.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Der kleine Bruder der Akupunktur

Ob Organe, Körperfunktionen oder seelische Zustände, alles im Körper wird durch dieselbe Energie gespeist. Nach Ansicht der Traditionellen Chinesischen Medizin fließt die Energie des Körpers in bestimmten Bahnen. Bei Krankheiten kommt sie ins Stocken, dann entsteht an einer Stelle Übermaß und einer anderen ein Fehlen von Energie. Eine ärztliche Behandlung mit Akupunktur oder Akupressur soll die Energieniveaus wieder ausgleichen und harmonisieren. Während die Akupunktur mit Nadeln arbeitet, kommt die Akupressur mit dem Druck der Finger aus. Akupressur ist ein einfaches und beliebtes Verfahren, das auch in die moderne Psychologie eingeflossen ist (Klopfakupressur).

Welche Krankheiten werden behandelt?

Besonders gut lassen sich kleinere Störungen des körperlichen und seelischen Wohlbefindens mit Akupressur behandeln, gerade auch Probleme im psychosomatischen und funktionellen Bereich. Dabei gilt: Je eher man einen Krankheitsprozess angeht, umso leichter kann man ihn noch umdrehen. Typische Anwendungsgebiete sind Schlafstörungen und Stress, Schmerzen und Verspannungen, Übelkeit und Magen-Darmbeschwerden.

Akupressur öffnet das Tor zur psychosomatischen Welt und kann auch gut spirituelle Erfahrungen wie Meditation, Trance oder Achtsamkeitsübungen begleiten.

Im Prinzip gibt es für jedes Krankheitsbild entsprechende Akupressurpunkte. Für schlimmere Störungen würde der Therapeut zu weiteren Verfahren der Traditionellen Chinesische Medizin greifen (Akupunktur, Moxibustion, Tuina, Shiatsu, Ernährungstherapie).

Achtung: Bei allen schweren Erkrankungen (wie Infektionen oder Krebs) darf die notwendige schulmedizinischeTherapie durch Akupressur nicht verzögert werden. Akupressur kann aber jede Maßnahme begleiten.

Behandlungsprinzip

Bei Akupressur wird Druck mit dem Finger senkrecht auf das Gewebe ausgeübt. In der Regel wird eine ganze Sequenz an Punkten ausgewählt und nacheinander behandelt. Je nach Situation erfolgt der Druck leicht oder fest, mitunter verstärkt durch den Fingernagel, Hand oder Handballen. Leichtes, kurzes Drücken wird zur Tonisierung, starkes und längeres zur Beruhigung verwendet. Die Dauer des Drucks beträgt einige Sekunden bis Minuten. Sofern die Punkte nicht auf der Mittellinie liegen, werden beide Körperseiten symmetrisch behandelt.
Danach braucht man etwas Ruhe, denn das Gehirn muss auf die Reize erst reagieren. Eine Wirkung stellt sich meist recht bald ein.

Wirksamkeit und Bewertung

Erste Studien lassen durchaus eine gewisse Wirkung der Akupressur annehmen, dennoch reichen die Daten für eine wissenschaftliche Anerkennung nicht aus. Viele (Selbst-) Anwender sind von den Effekten überzeugt. Dabei wirke Akupressur schwächer als die Akupunktur. Besonders empfänglich sind Menschen mit einer geschulten Achtsamkeit und intakten Körperregulation. Akupressur kann nicht schaden und ist durchaus einen Versuch wert.

Ganz abgesehen von der Wirkung der Akupressur: Störungen wahrzunehmen und darauf sensibel einzugehen gehört zu einer gesundheitsbewussten Lebensführung. Menschen mit dieser Fähigkeit haben nachweislich die bessere Gesundheit.

Kosten und Erstattung

Da die Wirkung der Akupressur nicht bewiesen ist, erstatten die Kassen die Behandlung nicht. Akupressur eignet sich aber in besonderem Maße für die Selbstbehandlung. Wer sich dafür interessiert, besorgt sich am besten ein gutes Fachbuch mit einem ausführlichen Atlas zum Auffinden der Akupressurpunkte.

Quellen

Eckert, A.: Das Tao der Akupressur und Akupunktur. Die Psychosomatik der Punkte, 3. Auflage, Haug Verlag, Stuttgart, 2005.