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Das erwartet Sie bei Ayurveda

Mit Wissen über Intelligenz zur Existenz

Ayurveda liegt eine besondere philosophische Weltsicht zu Grunde. Das Naturgesetz oder Wissen („veda“) an sich ist unsichtbar und nicht existent. Erst die Verwirklichung der Naturgesetze schafft die sichtbare Welt. Wenn Veda die DNA in einer Zelle ist, dann ist Ayur der Mensch, Veda ist der Plan und Ayur das Haus. Dazwischen liegt das intelligente Prinzip der Verwirklichung.

So wirkt Ayurveda

Um den Kern der ayurvedischen Lehre zu verstehen, braucht es einen kurzen Blick auf die Grundlagen, denn unsere stillschweigend angenommenen westlichen Werte sind gänzlich anders strukturiert.

Die Entstehung der Welt

Grundlage des Kosmos ist das reine Bewusstsein. Nach der ayurvedischen Lehre kann mit Hilfe von Yoga und Meditation das reine Bewusstsein erlangt werden, so dass das Bewusstsein sich selbst erkennend mit sich alleine ist („Erkenner“). Doch in diesem Zustand existiert eine zweite Komponente, das Bewusstsein entdeckt seine „Existenz“. Damit wird aus dem Subjekt gleichzeitig ein erkanntes Objekt. Aus einem Element werden zwei. Der Prozess des sich subjektiven Bewusstwerdens die dritte Komponente („Erkennen“). Das unteilbare Bewusstsein teilt sich in Objekt und Bewusst-werden, bestätigt dadurch aber seine Unteilbarkeit.
In diesem Prozess gibt es also eine Einheit, die aber in drei Punkte zerfällt, jedoch zwischen den Polen oszillierend schwingt. Eine Schwingung, die unendlich schnell alle möglichen Schwingungen enthält. Bildlich dargestellt entspräche das einer Scheibe mit je einem Sektor mit Blau, Rot und Gelb. Wenn sie gedreht wird, sieht man nur einen einheitlichen schwarzen Kreis. Aus drei Farben wird beim Rotieren eine Farbe, ohne dass die drei Teile aufhören zu existieren („einheitliches Feld“). Schwingung und Ruhe sind in einem. Diese dynamische Schwingung erscheint gleichzeitig als Stille und bringt alle Frequenzen des Universums hervor. Frequenz wird zur Form, die gesamte Vielfalt des Universums, in den drei ayurvedischen Lebens-Prinzipien Bewusstsein, Intelligenz und Existenz verdichtet zu den drei Eigenschaften Vata, Pitta, Kapha.

Universelle Systembalance: Ayurveda gleicht aus

Die drei Eigenschaften werden in der ayurvedischen Medizin allen Veranlagungen und Heilmitteln zugeordnet. Alleine wäre es aber etwas starr. Deshalb gibt es weitere verfeinernde Eigenschaften (Gunas) und Teilfunktionen (Subdoshas), so dass auch alle Erscheinungen der menschlichen Lebenswelt eine eindeutige Zuordnung erfahren. Die ärztliche Kunst ist die Balance zwischen den vorherrschenden Prinzipien im Patienten mit den Eigenschaften der Heilmittel.

Der Teil ist das Ganze … und die Folgen dieser Sichtweise

Das Prinzip von Schwingung zwischen Vata, Pitta und Kapha ist in der ayurvedischen Lehre grundlegend. Es trifft für jede Form der Materie zu, für Atom, Leben und Weltall. Ein Teil ist immer ein Spiegel des Ganzen. Aber diese Anschauung geht noch weiter: Alles, was der Mensch denkt, fühlt und tut nimmt Einfluss auf das Universum und umgekehrt. Diese Betrachtung zeigt, welcher ungeheure Stellenwert Vernetzung und Bewusstsein in der ayurvedischen Lehre beigemessen wird. Das erklärt, warum sie sich so sehr um deren Entwicklung bemüht. Die Diagnose macht vor dem Individuum nicht halt, sondern bezieht die gesamte soziale und materielle Umwelt, Tages- und Jahreszeit mit ein.

Ayurveda: zwischen Sinnenfreude und Regeltechnik

Das System Vata, Pitta und Kapha dürfte vor allem synästhetisch veranlagte Menschen ansprechen, denn die Zuordnungen zu den drei Prinzipien überspringen die Sinnesgrenzen. Was für die Haut „heiß“ ist, würde auf der Zunge dem Prinzip „scharf“ entsprechen, in der Psyche der Stimmung „Wut“, für die Augen „grelles Licht“ und im Köper „Wärmegeneration und Verbrennung“. Mit diesen Analogien werden alle Systeme geordnet. In diesem Sinne ermuntert die ayurvedische Philosophie die Balance von Systemen, in dem man sie in die aktiven, passiven und regulierenden Prinzipien zerlegt. (In der modernen Wissenschaft wird das Gebiet übrigens System- und Regelkunde (Kybernetik) genannt.) Das Wissen über ein System wird dann auf andere Systeme übertragen, mit dem Ziel zu balancieren.

Ein neues Image für die Lehre

Was hier schon anklingt, für westliche Ohren sind so manche Zusammenhänge schwer zu verstehen oder mit der Wissenschaft im Widerspruch. Darum galt es in Indien die Lehre zu überarbeiten und die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu integrieren, von der Genetik über Physiologie bis hin zur modernen Quantenphysik. Bei uns bekannt geworden ist eine „Neufassung“ der ayurvedischen Lehre, Maharishi Ayurveda, welche viele Komponenten neu belebt hat. Die aktuelle im Westen praktizierte Ayurveda hat bestimmte Einzelkomponenten, die aber alle auf den genannten Prinzipien Vata, Pitta und Kapha beruhen.

Ayurvedische Therapieansätze

Interessant ist, welchen Stellenwert den Therapieansätzen in den Kulturen zugeordnet wird. Während in Indien die Liste mit Meditation und vedischen Klängen angeführt wird, konzentriert sich der Westen auf Punkte wie Ernährung und Heilpflanzen.

Ahara - ayurvedische Ernährungskunde

Die Ernährung kann nach ayurvedischer Weltsicht die körperliche und mentale Gesundheit erhalten und fördern. Die Nahrung wird vom Körper in vielen Stufen zerlegt und erscheint dann sequenziell in den Körpergeweben (Zellen, Blut, Muskeln, Fettgewebe, Knochen/Knorpel, Knochenmark/Gehirn, Keimzellen/Geschlechtsorgane). Die Nährstoffe müssen schrittweise aufgeschlossen werden und durchschreiten sequenziell diese Stufen. Letzte Stufe ist das Oja, das Materie und Geist verbindet. Die Assimilation der Nahrung und die individuelle Verdauungskraft findet höchst differenzierte Beachtung. Davon hängt nicht nur die Gesundheit und die Lebensaktivitäten ab, auch Intelligenz und geistige Gesundheit. Beachtung findet gerade die Ausgewogenheit, Fehlen, Überschuss von Nährstoffen sowie die Störung der Umwandlung.

Wie funktioniert ayurvedische Ernährung?

Ayurveda ordnet die Nahrungsmittel nach ihren Qualitäten, dazu ist jedoch einiges an Wissen notwendig. Während bei uns die Nahrungsmittel nach ihren Bestandteilen in Protein, Zucker, Stärke und Ballaststoffe sowie Mineralien und Vitamine bewertet werden, geht die indische Ernährungslehre einen anderen Weg. Hier wird die Nahrung bezüglich der Doshas klassifiziert. Wesentlich ist hier der Geschmack. Die sechs Geschmacksrichtungen werden den drei Doshas zugeteilt. Die Doshas der Nahrungsmittel werden gezielt eingesetzt, um die Doshas des Patienten zu balancieren. Scharf zum Beispiel stärkt das feurige Pitta. Im Idealfall sollen bei einer vollständigen Mahlzeit alle Geschmacksrichtungen bedient werden (Süß, sauer, salzig, Scharf, Bitter, zusammenziehend). Bei kranken Veranlagungen und Entgleisungen gelten Spezialdiäten.

Heute ist es durchaus gesichert, dass verschiedene pharmakologische Inhaltsstoffe durch diese Kategorisierung durch die Zunge erfasst werden können (Süß – Schleimstoffe, Stärke, Fette, Öle; bitter: Iridoide Herb: Gerbstoffe). Zu Zeiten ohne chemische Analyse liefert der Geschmack tatsächlich erste brauchbare Ergebnisse.

Ist die ayurvedische Bewertung zu pauschal?

Nur auf den ersten Blick. Abgesehen von den drei Kategorien kennt die indische Pflanzenheilkunde natürlich viele weitere Spezialeigenschaften der Pflanzen, so dass durchaus eine differenziertere Handhabung möglich ist. Betrachtet wird auch, wie sich die Eigenschaften des Lebensmittels nach der Verdauung ändern. Demnach bleibt der scharfe Chili während der gesamten Verdauung scharf, der Ingwer wird mit der Zersetzung süß, so dass er das Pitta nicht weiter anheizt. Die Wirkung der Pflanzen wird also sehr tiefgehend erfasst. Geregelt wird durch Ayurveda außerdem die Zubereitung der Nahrungsmittel. Eine rohe Mohrrübe wirkt anders als eine gekochte. Temperatur, Gewürze und Fette beeinflussen signifikant die Wertigkeit der Speisen. Auch hier kann man wissenschaftliche Parallelen finden, so tragen Fette nicht nur Aromen, sondern auch Inhaltsstoffe wie fettlösliche Vitamine (Vitamin E, Carotin, Vitamin K).

Was nimmst du zu dir?

Ayurveda hält dazu an, bewusst und maßvoll zu essen. Kauen, Trinken und Ambiente, für die einfachsten Dinge gibt es eine richtige Lösung. Großes Gewicht hat die Beachtung der Rhythmen. Das bezieht sich nicht nur auf die Mahlzeitenabfolge, sondern auch die Jahreszeiten. Auch die indische Ernährung betont regionalen Anbau und auf Jahreszeiten angepasste Kost. Und ganz wichtig: wir nehmen nicht nur Nahrung, sondern auch Sinneseindrücke auf. Fernsehen, Lesen und Denken zählt zur Ernährung im Sinne von „zu sich nehmen“. Ayurveda sieht auch geistige Nahrung in Form von Mediation vor.

Zum Essen gehört nicht nur „gut Essen“ sondern auch „Nicht-Essen“ also Fasten. Ayurveda kennt Gifte und Schlackenstoffe, die sich ablagern und die Kanäle des Körpers verstopfen. Dagegen empfiehlt die Lehre Entgiftung:

Entgiftung nach Ayurveda

Stoffwechselgifte entstehen direkt im Körper, andere Toxine kommen von außen (wie Schimmelgift oder Pestizide). Neu für uns ist, dass sie auch Stoffwechselgifte geistigen Ursprungs vergiften können. Westlich orientierte Mediziner sehen hier die Stresshormone als zeitgemäße Entsprechung. Fasten ist die einfachste Variante der Entgiftung, daneben praktiziert Maharishi-Ayurveda Kuren zur systematischen Entgiftung (Panchakarma): In der europäischen Heilkunde würden wir das mit dem Begriff „Ausleitung“ umschreiben.
Panchakarma wird meist als Kuranwendung angeboten. Ziel ist die Entgiftung des Stoffwechsels, der Haut sowie Schleimhäute. Die Therapiemaßnahmen sind Ölgüsse und -salbungen, Ausschwemmen durch Trinken von heißem Wasser oder geklärter Butter sowie Schwitzen. Intensiver noch wirken: medizinisch eingeleitetes Erbrechen, Abführen und Darmspülungen. Die ayurvedische Hauptbehandlung besteht aus Massagen mit Öl, Dampfbädern, Einläufen, Ölgüsse auf die Stirne oder den Körper sowie Augen- und Nasenbehandlungen. Einen anregenden Effekt auf die Lymphbewegung haben trockene Seidenhandschuhmassagen und bei den Abreibungen mit trockenen Pulvern und Gazesäckchenmassagen kommen auch pflanzliche Wirkstoffe als Wirkprinzipien in Frage.

Ayurvedische Heilpflanzenkunde

Nach ayurvedischer Sicht, gibt es keine Pflanze, die nicht eine Heilpflanze wäre. Dennoch gibt es darunter vielgenutzt Klassiker. Etwa 2.000 davon finden in der Ayurveda Anwendung.

Bemerkenswert ist, dass die Heiler auch den Erntezeitpunkt und die genaue Verarbeitung festgelegt haben und somit grundlegende Fakten für Qualität und Reproduzierbarkeit. Kennzeichnend ist, dass die Präparate ähnlich wie in der Traditionellen Chinesischen Medizin oft aus komplexen Mischungen aus Heilkräutern, Tierprodukten und Mineralien bestehen. Natürlich gibt es die Kategorisierung Vata-Pita-Kapha auch bei den Heilpflanzen, darüber hinaus kennt man weiter Kriterien und Spezialeigenschaften von Pflanzen (wie etwa herzstärkende Digitalisglykoside des Fingerhuts), so dass eine umfassende Kenntnis der Heilpflanze vorliegt. Übrigens haben verschiedene ayurvedische Heilpflanzen auch bei uns Berühmtheit erlangt (Ingwer, Galgant, Weihrauch, Curcuma). Von der Anschauung her, sind es in der ayurvedischen Lehre aber die in der Pflanze enthaltenen Geschmäcker, Informationen, Schwingungen und Klänge, die im Patient wirksam werden.

Komplexe Zubereitung

Die Zubereitung der Heilmittel ist oft sehr langwierig (von Tagen bis Jahren). Von Pflanzenpulver und Presssaft über Tee/Abkochung, bis Vergärung und Verbrennung reicht das Repertoire der verarbeitenden Maßnahmen. Die Zubereitung soll die Wirkung maximal verstärken und die Aufnehmbarkeit der Wirkstoffe gewährleisten. Daneben soll sie mitunter auch giftige Wirkstoffe entfernen. Oftmals erinnern diese Prozeduren an die spagyrische und alchemistische Praktiken.

Begleitumstände

Interessant auch der Punkt, dass dabei auch die Modalitäten der Einnahme - wie in der modernen Pharmakologie - genau geregelt werden. So ist auch hier bekannt, dass Fettstoffe wie geklärte Butter oder Milch die Aufnahme verschiedener Wirkstoffe fördern kann. Begleitgetränke enthalten aber auch Honig, Zucker oder Kaffee. Aber es gilt ein wichtiger Grundsatz: Der Geschmack zählt bei der Wirkung. Darum sind Kapseln zum Schlucken keine originären ayurvedischen Verabreichungsformen. Ganz bewusst wird außerdem eine reiche Palette an pflanzlichen Ölen eingesetzt. Daneben finden auch Edelsteine, Metalle und tierische Produkte den Weg in die Medizin. Einige Mittel sind einfache Varianten unserer Nahrungsergänzungsmittel aus der orthomolekularen Medizin.

Zugang über die Sinne - ayurvedische Wellness

Jeder Sinn spricht ein anderes Dosha an, so dass sie im Ayurveda als effektiver Zugang zur Regulation des Körpers genutzt werden. Daraus ergeben sich die Therapierichtungen:

  • Musik und Klangtherapie: Hören (Vata - Raum und Luft)
  • Anwendungen auf der Haut, Massage, Wärme: Tastsinn (Vata - Raum und Luft)
  • Farbtherapie: Sehen (Pitta – Feuer)
  • Ernährung, Heilkräuter: Schmecken (Kapha – Wasser/Erde)
  • Aromatherapie: Riechen: (Kapha – Wasser/Erde)

Auch in unserm Kulturkreis kann man die Wirkung der Maßnahmen bestätigen. Intensive Nutzung der Sinne ist mit Stresszuständen unvereinbar. Bei einer Störung des Vatas (Kummer, Stress, Hörsturz) kann tatsächlich einfühlsame menschliche Berührung oder die bevorzugte Musik entspannen. Klangschalen, vedische Musik und Klangtherapie finden auch bei uns im Wellness Sektor große Verbreitung. Die ayurvedische Lehre geht aber noch weiter und glaubt, dass selbst das rezitieren der alten vedischen Literatur Körper und Nervensystem heilen kann. Als Prinzip werden die Schwingungen herangezogen, die mit den Schwingungen des Körpers in Resonanz treten und heilende Informationen tragen. Dabei sei kein Verständnis des Inhalts notwendig, ausreichend sei die Wahrnehmung von Klang und Rhythmus.

Rasayana: ewig jung

Ayurveda stellt seine eigenen Überlegungen darüber an, was die Alterungsvorgänge im Menschen auslösen und hat entsprechende Therapien hierfür optimiert. Sie umfassen Maßnahmen der Ernährung, Heilpflanzenkunde, Entgiftung, Yoga und Sport. Letzten Endes sollen sie Kräfte und Lebensfreude stärken und Gewebeverfall aufhalten. Wache Sinne, ein reger Geist, Gedächtnis und Intelligenz, starke Abwehrkraft und Resistenz gegen Krankheiten sind die angestrebten Ergebnisse. Bei uns würden auf dieses Kapitel die Schlagworte Prävention, Anti-Aging und Work-Live-Balance passen. Darunter sind „vernünftige“ Präventionsmaßnahmen wie Bewegung und Antioxidantien-reiche Pflanzenprodukte. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass Ayurveda auch einen umfangreichen Katalog an Stärkungsmitteln und Aphrodisiaka besitzt.

Auch eine regelmäßig eingehaltene Auszeit wird im Westen keine Kritiker finden. Stichwort ist:

Ordnung ist das halbe Leben

Wörtlich übersetzt bedeutet das so viel wie „das richtige Verhalten für ein langes Leben“ (Verhaltens-MedizinOrdnungstherapie). Die indische Medizin macht ja keinen Unterschied zwischen Körper und Geist. Ebenso wie die richtige Ernährung jung erhält, braucht der Mensch die richtige Haltung zum Leben – als spirituelle Nahrung. Bei uns würde man vielleicht Worte wie Psychohygiene und positive Lebenseinstellung gebrauchen. Gemeint sind folgende ayurvedische Aspekte:

  • Eine gute innere Haltung (z. B. Wahrheit, Gewaltlosigkeit, mentale Hygiene, Hingabe und Begeisterung)
  • Sozialverhalten (freundlich Sprechen, Wohlverhalten, Respekt, Wohltätigkeit, Empathie)
  • Den Geist schulen (mit Meditation rein bleiben, Studium der Schriften, Frömmigkeit, die Sinne schulen, Ego kontrollieren)
  • Den Körper richtig behandeln (keine Erschöpfung, keine Extreme beim Essen, Sex oder anderen Genüssen, Hygiene, regelmäßig Schlafen und gut Essen)

Natürliche Rhythmen beachten

Zu einem geordneten Leben gehört nicht etwa Gleichförmigkeit, sondern Reize durch Rhythmen. Optimal wäre ein Leben, das den natürlichen Tages- (Dincharya) und Jahresrhythmen (Rutucharya) folgt. Der Tag und das Jahr sind in Vata-, Pitta- und Kaphaphasen eingeteilt. Gesundheit entsteht da, wo der Mensch seine Aktivitäten auf diese äußeren Rhythmen anpasst. Heißt in der praktischen Umsetzung: Aufstehen, Essens-, Ruhe- und Aktivitätszeiten sind durch Ayurveda genau geregelt. Behandelt werden damit aber nicht nur Schlafstörungen und Nervenschwäche. Auch Übergewicht, Entzündungen wie Rheuma und Neurodermitis.

Die Entdeckung der Uhr

Die moderne Forschung entdeckt gerade die innere Uhr sowie rhythmische Schwankungen im Stoffwechsel (circadiane Rhythmik). Demnach hat das Immunsystem in der zweiten Nachhälfte seinen Höhepunkt. Ayurveda kennt das Prinzip bereits und empfiehlt bei Gelenkentzündungen (Rheuma) schon vor Sonnenaufgang aufzustehen, um die nächtliche Entzündung und damit die Morgensteifigkeit der Gelenke zu umgehen.

Anschaulich erklären kann man Rutucharya mit den typgerechten Empfehlungen für die Jahreszeiten. Kühle Kapha-Typen sind zum Beispiel im Winter durch Erkältungen gefährdet. Vorbeugende ayurvedische Empfehlungen verhindern den Infekt (durch Ingwer- und Pfeffer-Tee und die richtige Kapha-dämpfende Ernährung). Die Überganszeiten sind dann die richtigen Zeiten für eine Entgiftung (Fasten oder Panchakarma).

Meditation

Nach ayurvedischer Weltsicht ist Grundlage des Kosmos das reine ungetrübte Bewusstsein. Erfahrung und Entwicklung des individuellen Bewusstseins ist mit Mitteln der Meditation und Yoga zu erreichen. Die Mediation ermögliche eine Verbindung des Geistigen mit der Materie. Dabei materialisiert sich eine nährende Substanz, die das geistige im Menschen mit der körperlichen Seite verbindet.

Nach ayurvedischem Glauben führt die höchste Form der Mediation zu übernatürlichen Kräften, wie Levitation (fliegen). Die letzte Stufe ist die Überwindung der Zeit. Ob das realistisch ist oder nicht, soll hier nicht bewertet werden. Der pure Glaube daran bedeutet im Endeffekt der Glaube an die eigene Kraft. Diese Haltung alleine verändert den Alltag. Es macht aus einem Erleidenden einen Gestaltenden.

Meditation kann man über verschiedene Schritte erlernen. Dabei geht es aber nicht um angestrengtes Üben, vielmehr um das loslassen, die Konzentration auf das Atem und ein „bedeutungsloses“ Mantra erleichtern eine „zentrierte Gedankenlosigkeit“. In der ayurvedischen Meditation werden die Prinzipien exerziert, die das Universum bilden (erkennendes Subjekt, erkanntes Objekt und der Prozess des Erkennens). Damit nimmt jedes Individuum an diesem universellen Schöpfungsprozess teil. Das klingt nach einem hohen, hehren Ziel, ganz praktisch bedeutet dies sein Bewusstsein jenseits der hektischen Gedankenwelt zu entdecken. Wer den Mut hat es zu probieren und zu üben, wird mit der Erfahrung von Ruhe und Abgeklärtheit belohnt. Leicht fällt es hier nicht, denn bei uns ist es üblich nur den Körper zu kontrollieren und das Wissen zu mehren, nicht aber unwillkürliche Gedanken und Gefühle zu kontrollieren.

Der Blick in ein meditierendes Gehirn

Die Gehirnwellen sowie Nervenbotenstoffe von meditierenden Menschen verändern sich grundlegend. Stoffwechsel und Atmung, Gehirndurchblutung und Hautwiderstand sprechen an. Wenn auch die Forschung nicht jeden Aspekt des Mediationsgewinns nachvollziehen kann, wird ihr durchaus ein ausgleichender und beruhigender Aspekt zugestanden, der die Stressresistenz erhöhen kann. Damit läge es im Bereich des Möglichen Stresserkrankungen und psychosomatische Körperfunktionen (incl. Bluthochdruck) günstig zu beeinflussen.

Wichtig dabei ist, eine seriöse Einrichtung zu finden, Manche Angebote, wie etwa die Transzendentalen Meditation ™ nach Maharishi Mahesh Yogi, musste sich Vorwürfe der Geldmacherei gefallen lassen.

Körperertüchtigung: von Sport bis Yoga

Bei uns gehen die Yogaangebote meist über eine Art anstrengende Gymnastik nicht hinaus. Geübt werden dabei nur die körperlichen Übungen (Asanas). Im ayurvedischen Gesundheitssystem ist Yoga aber deutlich mehr. Weitere Aspekte von Yoga sind:

  • Befolgung ethischer Regeln, Enthaltung und Selbstkontrolle
  • Selbstreinigung: Hygiene und Psychohygiene, Genügsamkeit, Selbstreflexion
  • Yoga-Stellungen
  • Atemführung zur Verbindung von Körper und Geist
  • Versenkung und Kontrolle der Sinne
  • Willentliche Konzentration auf einen Punkt
  • Meditation in Zeitlosigkeit und kosmischer Verbundenheit
  • Erleuchtung: Verschmelzen von Erkennendem, Erkenntnis und Erkanntem

Yoga - schon mal ausprobiert?

Es wird wohl keiner annehmen, in der ersten Yogastunde zur Erleuchtung zu finden. In der Tat dauert es eine Weile, bis man das Prinzip begriffen hat. Darum lohnt sich auch eine Beschäftigung mit dem Gedankengebäude Ayurveda. Es geht hier nicht um Gewalt und Ehrgeiz. Loslassen ist angesagt. Für den normal Übenden bringt Yoga den Körper und Geist in Kontakt. Yoga erdet und hilft dabei den Körper so zu führen, wie es von der Natur aus angelegt ist. Yoga bewirkt eine Lösung vom Alltag, schon alleine, dass man nicht alltägliche Bewegungen durchführt. Wer „bei sich“ ist, achtet auf sich.

Der Blick der Vernunft auf Yoga

Gesichert ist, dass Yoga dehnt, die Beweglichkeit, Muskelkraft und Körperhaltung stärkt und den Lymphfluss anregt. Entspannung ist ein offensichtliches Nebenprodukt von Yoga.

Yoga hilft vielleicht auch dabei, körperliche oder seelische Verletzungen und Überlastungen zu beseitigen. Nach neueren Forschungen reagiert das Bindegewebe sensibel auf Botenstoffe und kann verkleben und verdicken. Durch dehnendes Yoga verbessert sich nicht nur die Beweglichkeit sondern auch psychosomatische Beschwerden, die mit der jeweiligen Körperhaltung verbunden waren. Schlussendlich wird die Wahrnehmung der Haltung und der Körperfunktionen geschult. Ayurveda dürfte also damit durchaus richtig liegen.

Viele andere Aspekte

Dieser kurze Abriss beschreibt im Wesentlichen die deutlich medizinisch geprägten Ayurvedaanteile. Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass weit mehr Lebensbereiche reguliert werden. Ayurveda hat konkrete Vorstellungen, wie ein Gebäude oder eine Stadt auszusehen hat, in welcher Richtung man ein Haus betritt und in welcher Himmelsrichtung man arbeitet. Daneben lebt in Ayurveda der Glaube, dass die Sterne bestimmte Fixpunkte im menschlichen Schicksal festlegen. Ayurveda ist der Kompass, der dabei hilft, sich im Lebens-Labyrinth optimal zu Recht zu finden. Damit erlangt man eine höhere Lebensqualität (oder auch eine bessere Wiedergeburt). Ayurveda verändert die Weltsicht in positiver Weise. Ob das hilft, oder nicht, darüber entscheidet am Ende der Glaube.

Ablauf der Behandlung

Aufgabe des ayurvedischen Arztes ist die Diagnose des Patienten nach Aspekten von Vata, Pitta und Kapha. Dabei wird unterschieden zwischen den unveränderlichen Eigenschaften und Konstitutionen und den entstandenen Abweichungen. Daneben kann der Therapeut auch zu einem spirituellen Begleiter werden, der bei der Reifung der Persönlichkeit weiter hilft, Lebensberatung leistet und Schicksalsfragen klärt.

Ayurvedische Diagnostik

Wie ist eine Diagnose in vorwissenschaftlicher Zeit möglich? Ganz einfach mit den Sinnen des Therapeuten. Zur Diagnose dienen dem Arzt zunächst ganz offensichtlich sichtbare Kennzeichen Körperbau und Aussehen von Haut, Haaren, Nägeln, Zähnen, Muskulatur, Statur usw. Erkennbar ist die genetisch festgelegte Konstitution sowie die durch das Leben und das eigene Verhalten erworbene Abweichungen (wie nachlassende Sehkraft, Haltungsfehler, Bewegungsverhalten). Die Ohren geben Aufschluss über die Stimme des Patienten, die Nase über Geruch und Ausscheidungen. Ebenso hat abtasten und eine ausführliche Befragung hohen Stellenwert in der ayurvedischen Medizin.

Besondere Bedeutung hat dabei:

  • Pulsdiagnose
  • Stuhlverhalten (von Häufigkeit, Konsistenz, Farbe bis Geruch)
  • Urin (von Häufigkeit, Farbe, Klarheit, Geruch bis Strahl)
  • Zunge (Form, Farbe, Belag, Schäden)

Auch die persönliche, soziale, ökonomische Situation des Patienten wird bei der Diagnose erhoben. Berücksichtigt wird bei der Wahl der Therapie auch die Widerstandskraft des Patienten, so dass für einen jungen oder alten Menschen unterschiedliche Verfahren in Frage kommen.

In der modernen Diagnostik, nutzt der Arzt natürlich zeitgemäße Verfahren wie Bildgebung und Blutparameter, dennoch greift er unterstützend, für einen ersten Verdacht, immer noch die alten ayurvedischen Diagnoseverfahren.

Einleitung der Therapie

Kunst des Arztes ist es, die Abweichungen und Neigungen der Doshas zu erkennen und dann auszugleichen. Der Arzt empfiehlt Medikamente und Therapien und erklärt detailliert, wie die Anwendung zu erfolgen hat. Berücksichtigt werden dabei die Möglichkeiten des Patienten; das betrifft die finanziellen genauso wie die Typ-bestimmten. So kennt den ayurvedische Lehre den Patienten, der sich genau an die Anweisungen hält, den, der übertreibt und den dritten, der die Maßnahmen bald vergisst. Es sind daher in 2-4 Wochen Folgetermine vorgesehen, dann vierteljährliche Kontrollen.

Im Prinzip gilt aber, dass die ayurvedischen Methoden das ganze Leben begleiten sollen; mindestens aber in regelmäßigen Kuren durchgeführt werden.

Kosten/Erstattung

Die Studienlage ist derzeit unübersichtlich und nicht ausreichend. Dennoch kommt Ayurveda in vielen Punkten zu ähnlichen Schlüssen wie die westliche Schulmedizin, gerade im Bereich Ernährung und gesundheitsbewusstes Verhalten. Daher anerkennen bereits einige Krankenkassen das ayurvedische Prinzip zur Gesundheitsförderung. Für ambulante ayurvedische Angebote werden oft Zuschüsse bezahlt.

Ergänzende Maßnahmen

Ayurveda ist ein ganzheitliches und umfassendes Therapiesystem, das Verhaltensregeln, Yoga und Meditation, Ernährungsempfehlungen, Reinigungs- und Entgiftungsverfahren sowie Medikamente verwendet. Es sind daher keine weiteren ergänzenden Methoden vorgesehen.