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Balneotherapie

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Balneotherapie - Therapeutisches Baden

Baden stärkt die Gesundheit. Nicht immer müssen es komplizierte Rezepte sein…

Von: PhytoDoc-Redaktion

Heilende Bäder

Das griechische Wort „Balneo“ bedeutet so viel wie „Baden“. Die Balneotherapie ist also eine kurmäßige Badeanwendung. Wirksam werden auch die Wasserbestandteile wie Schwefel, Mineralien oder Radon. Dabei umfasst der Begriff heute aber noch mehr. Neben den Heilbädern wirken „physikalische Reize“. Hier geht es etwa um einen Kalt- oder Warmwasserreiz (Kneipptherapie) oder mechanische Stimuli wie Massagen. In diesem Punkt ist die Balneotherapie zur Hydrotherapie sehr ähnlich. Spezialform der Balneotherapie ist die Thalassotherapie an den Meeresküsten. Dabei liefert auch das Klima oder die salzhaltigen Aerosole, Licht und Wind entscheidende Wirkfaktoren (Klimatherapie). Sonnen-, Licht- und Luftbäder zählen daher ganz bewusst zu den Angeboten einer Balneotherapie. Daneben soll das Heilwasser als Trinkkur natürlich auch einen innerlichen Effekt haben. Auch die Bewegungstherapie lässt sich mit der Balneotherapie vorteilhaft verbinden (Bewegungsbad, Unterwassergymnastik).

Welche Krankheiten werden behandelt?

Hautkrankheiten sind bestens über die Balneotherapie von außen zu behandeln (PsoriasisNeurodermitisAkne und chronische Ekzeme). Genauso sind Durchblutungsstörungen über die Temperaturreize leicht adressierbar (Arteriosklerose, chronisch venöse Insuffizienz), was vorbeugend und lindernd bei Herzkreislauferkrankungen wirkt. Gerade wechselwarme Anwendungen stimulieren die Körperabwehr. Daneben wirken Moor und Schlammbäder oder Sole wohltuend bei Gelenkerkrankungen wie Rheuma und Arthrose, auch in der Rehabilitation nach Verletzungen und Unfällen tut eine Kur gut. Die Wirkstoffe im Wasser (Schwefel, Torf oder Moor) ziehen Entzündungen aus dem Körper (Haut, Gelenke, Blasenentzündungentzündliche Darmerkrankungen). Bei Lungenerkrankungen bevorzugt die Balneotherapie Salzwasser und salzhaltige Luft (AsthmaBronchitis). Mit Trinkkuren erreichen die Wirkstoffe auch den Stoffwechsel und stimulieren Verdauung (Verstopfung, Galle) sowie Entgiftung. Das Kurmilieu stimuliert den Stoffwechsel und so gehören auch die metabolischen Erkrankungen zu den Indikationen einer Balneotherapie. Die Balneotherapie richtet sich ganz besonders ans Wohlfühlen, so sind ausdrücklich psychosomatische Erkrankungen, StressbelastungenDepressionen und Angstzustände über das geregelte Kurprogramm linderbar. Und wer schon einmal im warmen Salzwasser geschwebt ist, weiß ganz genau: Baden ist Wellness pur.

Behandlungsprinzip

Nicht immer braucht man zur Heilung die Pharmazie. Die Selbstheilungskräfte lassen sich mit ganz einfachen Rezepten herausfordern. Ähnlich wie die Kneipptherapie möchte die Balneotherapie den Körper mit ganz gezielten Reizen stimulieren. Sie kommen aus fünf unterschiedlichen Lebensbereichen:

Die eingeschlafene Regulationskraft des Körpers wird praktisch durch das vollkommen neue Milieu der Balneotherapie zu einer Reaktion „gezwungen“. Das ist mitunter auch anstrengend und es kann vorübergehend zu Müdigkeit und anderen Beschwerden kommen („Akklimatisationsreaktion oder Kurbelastungsreaktion“). Der Kurarzt muss darauf achten, dass die Organfunktionen ausreichend leistungsfähig sind, um die Umstellung zu leisten. Danach aber wird die Gesundheit nachhaltig gestärkt: Der Körper hat alle nötigen Regulationsmechanismen optimiert und ist bereit auf neue Herausforderungen zu reagieren.

Wirksamkeit und Bewertung

Die Balneotherapie als Kuranwendung ist nachweislich wirksam. Wochen bis Monate nach der Balneotherapie sind die Kureffekte anhaltend wirksam. Die Reiz- und Heilfaktoren und der generelle Milieuwechsel in einem Kurort fordern den Körper heraus, aktiv auf die körperlichen und seelischen Stressoren zu reagieren. Optimal wäre es, wenn man die „ordnenden“ und „rhythmischen“ Reize der Kur auch im Alltag einbaut im Sinne einer Ordnungstherapie (wie regelmäßige Bewegung, Entspannung oder Kälteanwendung).

Kosten und Erstattung

Kassen übernehmen die Kosten einer Balneotherapie, ob sie nun ambulant oder stationär durchgeführt wird. Die Kur muss allerdings von einem Vertragsarzt verordnet werden und einem genau umrissenen Ziel dienen (wie etwa der Rehabilitation nach Operationen, Unfällen, Schlaganfall oder Herzinfarkt).

Quellen

Literatur

Schmiedel, V., Augustin, M.: Leitfaden Naturheilkunde, 5. Auflage, Elsevier Verlag, München, 2008.