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Blutegeltherapie

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Heilen mit Blutegeln

Bei der Blutegeltherapie werden Blutegel angesetzt. Neben dem Saugen von Blut scheiden die Egel mit ihrem Speichel therapeutisch wirksame Substanzen aus.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Heilender Speichel

Der Speichel des Blutegels enthält über 20 verschiedene Substanzen mit zahlreichen positiven Wirkungen: man konnte entzündungshemmende, blutverdünnende und bakterizide Eigenschaften nachweisen.

Bluträuber

Blutegel werden heute in Laboren unter hygienischen Bedingungen gezüchtet und über Apotheken vertrieben. Sie dürfen nach den geltenden hygienischen Regeln nur einmal verwendet werden.

Der Blutegel ist eigentlich ein Räuber und lebt vom Blut anderer Tiere. Er gehört zu den Ringelwürmern und ist ein Verwandter des Regenwurms. Nach einer Blutmahlzeit kann sein Gewicht zehn Mal höher liegen als vorher und er kann davon etwa 2 Jahre leben.

Welche Krankheiten werden mit Blutegeltherapie behandelt?

  1. Arthrose (Knie und Sprunggelenk)
  2. Chirurgie: venöse Stauungen nach chirurgischen Eingriffen (Replantation von Ohren, Fingern, Zehen oder Hautlappen)
  3. Gelosen: Haut- und Muskelverhärtungen mit Blutstau
  4. Gicht
  5. Lymphstauung
  6. offene Beine (Ulcus cruris)
  7. Entzündungen: Rheuma, Mittelohrentzündung
  8. Schwindel: Blutegel werden im Nacken angelegt und führen zu einer Entspannung sowie verbesserten Durchblutung im Bereich der Ohren, da der Speichel der Blutegel Stoffe enthält, die das Blut dünnflüssiger machen.
  9. Thrombosen, post-thrombotisches Syndrom
  10. Venenleiden: chronische venöse Insuffizienz, Venenentzündungen, Hämorrhoiden
  11. Wundheilungsstörungen

Behandlungsprinzip

Beim Ansetzen des Blutegels wird an der erwünschten Stelle ein kleiner Nadelstich gemacht, sodass etwas Blut austritt. Der Egel wird sich daran mit seinem Saugnapf ansetzen und mit seinen drei messerscharfen Kiefern die Haut anritzen. Sein Speichel verhindert die Blutgerinnung und den Schmerz, so dass der Blutegel unbemerkt etwa 20-40 ml Blut saugen kann. Ist der Blutegel satt, lässt er sich fallen. Die Wunde kann längere Zeit nachbluten.

Auch heute noch setzt man die Blutegel ein, hauptsächlich bei Gelenkschmerzen, „offenen Beinen“ (Ulcus cruris) und chronischer venöser Insuffizienz.

Wie wirksam ist die Methode?

Der Speichel des Blutegels enthält zahlreiche biochemisch wirksame Substanzen. Das Bindegewebe wird durchlässiger, die Gefäße werden geweitet und der Lymphstrom beschleunigt. Die Therapie ist wie eine Art Mikroaderlass und verbessert die Versorgung des Gewebes sowie die Fließeigenschaften des Blutes.

Bei den richtigen Indikationen angewendet kann die Methode eine sinnvolle Ergänzung zur schulmedizinischen Therapie sein.

Kosten/Erstattung

Die Kosten für eine Blutegel-Therapie werden von den meisten Krankenkassen nicht übernommen, es sei denn es besteht eine Zusatzversicherung für Alternativmedizin.

Quellen

Links

Blutegeltherapie

Literatur

  1. Edzard, E. et al. (Hrsg.), in der Übersetzung von Falkenburg, P.: Praxis Naturheilverfahren, 1. Auflage, Springer Verlag, 2001
  2. Schmiedel, V. und Augustin, M.; Das große Praxisbuch der Naturheilkunde, Gondrom Verlag, Bindlach, 2004
  3. Bierbach, E. (Hrsg.): Naturheilpraxis Heute; 3. Auflage, Elsevier Urban & Fischer, München, Jena, 2006