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Cranio-Sacral-Therapie

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Cranio-Sacral-Therapie: Hilfe oder Hokuspokus?

Die Therapie ist sehr sanft und einfühlsam. Bisher ist es aber nicht gelungen, die theoretischen Grundlagen – die pulsierende Liquorwelle – nachzuweisen.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Die Cranio-Sacral-Therapie geht davon aus, dass die Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) vom Gehirn über das Rückenmark bis zum Kreuzbein in einem bestimmten Rhythmus pulsiert. Cranio-Sacral-Therapeuten befassen sich daher mit den Schädelknochen (Cranium) in Verbindung mit der Wirbelsäule, dem Rückenmark und dem Kreuzbein (Sacrum) und korrigieren mit langsamen, sehr sanften Griffen und Bewegungen den gestörten Liquor-Rhythmus.

Während die Schulmedizin lehrt, dass die verschiedenen Schädelknochen miteinander fest verwachsen sind und verknöchern, glauben die Anhänger der Cranio-Sacral-Therapie, dass die Schädelelemente trotzt der Verwachsungen noch geringfügig gegeneinander beweglich sind.

Welche Krankheiten werden mit Cranio-Sacral-Therapie behandelt?

nicht gesichert
  1. chronische Schmerzen, Kopf- und Rückenschmerzen
  2. Hyperaktivität, Lernstörungen, Entwicklungsstörungen
  3. Kiefergelenksbeschwerden
  4. Nervenstörungen, Neuralgien, Trigeminusschmerzen, Krampfleiden
  5. Ohrerkrankungen: Tinnitus, Morbus Menière, Gleichgewichtsstörungen
  6. psychosomatische Krankheitsbilder, Stress
  7. Rehabilitation nach Unfällen und Operationen, Traumen, Geburtstraumen
  8. Schielen
  9. Schlafstörungen
  10. Schlaganfall

Erkrankungen, bei denen Cranio-Sacral-Therapie helfen kann

Behandlungsprinzip

Der Begründer der Therapie William Garner Sutherland überprüfte seine Hypothese in einer Reihe von Experimenten an sich selbst. Er baute ein Gerät, das an verschiedenen Stellen des Schädels Druck ausüben kann und so die Bewegung der Schädelfragmente gegeneinander unterbindet. Daraufhin stellte er je nach Ort der Störung verschiedene neurologische Symptome fest wie Sehstörungen, Depressionen oder Schwindel. Diese Befunde deutete er als eine Bestätigung seiner Hypothese und entwickelte eine Methode zur sanften Behandlung der Schädelnähte: die Cranio-Sacral-Therapie.

„Atem des Lebens“

Sutherland bezeichnete dieses Phänomen als "primär respiratorischen Mechanismus" oder auch als „Atem des Lebens“. Dieser Rhythmus laufe mit Frequenz von 7 bis 14 Zyklen pro Minute ab und erfasse den gesamten Körper. Diese Bewegung sei von immenser Bedeutung für Wohlbefinden und Gesundheit.

Später wurde die Cranio-Sacral-Therapie auf den Körper ausgeweitet. Die Arbeit des Therapeuten besteht im Wesentlichen darin, die von den Körpergeweben ausgehende Bewegung zu erspüren und in heilender Weise zu unterstützen. Dadurch könne sich der Körper von gestauten Energien und körperlichen/seelischen Traumen erholen. Durch die Behandlung spreche die Cranio-Sacral-Therapie auch tiefere Bewusstseinsebenen an und es komme mitunter zu plötzlichen unerwarteten Reaktionen – wie etwa Tränenausbrüchen. Die Cranio-Sacral-Therapie soll den Körper – oder Teile davon – anregen, sich gegeneinander zu bewegen, um über neue Bewegungsmuster Entspannung zu finden.

Wie wirksam ist die Methode?

Kontrovers

Die Cranio-Sacral-Therapie wird kontrovers und leidenschaftlich diskutiert. Bisher ist es nicht gelungen, die theoretischen Grundlagen – die pulsierende Liquorwelle – nachzuweisen. Es wird außerdem bezweifelt, dass ein Therapeut in der Lage ist, Wellen dieser Art zu erspüren. Aber vielleicht wurden auch die Fragen falsch gestellt, und es geht nicht um Wellen, sondern um Nervenreize, intensive Berührung und Entspannung. Ein Grund für die Beliebtheit mag auch die „bedingungslose“ Zuwendung des Therapeuten sein, die im Gegensatz zu der sehr fordernden Krankengymnastik vom Klienten keine eigene Aktivität verlangt.

Eine menschliche Zuwendung und Berührung hat eine Wirkung, besonders auf sensible Menschen. Die Cranio-Sacral-Therapie ist sehr sanft und einfühlsam. In diesem Sinne kann eine Cranio-Sacral-Therapie ein tiefgreifendes Erlebnis sein, welches das Körperbewusstsein fördert.

Kosten/Erstattung

Die Kassen erstatten die Kosten einer Cranio-Sacral-Therapie wegen des fehlenden Wirkungsnachweises bisher nicht. Krankengymnasten verwenden allerdings häufig dennoch Rezepte für Krankengymnastik auch für die Cranio-Sacral-Therapie.

Literatur

  1. Hartman, S. E.: Craniosacral Therapy Is Not Medicine; PHYS THER
    Vol. 82, No. 11, pp. 1146-1147, 2002
  2. Rogers, J.S., et al.: Simultaneous palpation of the craniosacral rate at the head and feet: intrarater and interrater reliability and rate comparisons. Phys Ther.; 78(11):1175-85, 1998
  3. Edzard, E. et al. (Hrsg.), in der Übersetzung von Falkenburg, P.: Praxis Naturheilverfahren, 1. Auflage, Springer Verlag, 2001