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Das erwartet Sie bei der Elektrotherapie

Schon kurz nach seiner Entdeckung wird elektrischer Strom zur Behandlung verschiedener Leiden eingesetzt. Vor allem das unwillkürliche Muskelzucken nach einem Stromschlag begeisterte die Besucher am Rummelplatz und die Ärzte gleichermaßen. Auch heute noch wird umfassend danach geforscht, wie man elektrischen Strom in der Medizin anwenden kann. Und natürlich sind die Anwendungen wesentlich subtiler. Die Ära der elektrischen Schrittmacher hat begonnen.

So wirkt Elektrotherapie

So fühlt sich Elektrotherapie an

Man muss keinen elektrischen Schlag oder ähnliches fürchten. Bei Gleichstrom spürt man ein leichtes Kribbeln auf der Haut, bei stärkeren Strömen ein vibrierendes Gefühl. Ist der Strom bei der Elektrotherapie zu stark, geht das Gefühl in ein Brennen über. Bei stärkeren Einzelimpulsen wird der Muskel zu einer Kontraktion gebracht. Je nachdem wie eng die Impulse aufeinander folgen sind es Einzelzuckungen bis zu einer Dauerkontraktion. Bei falscher Anwendung kann es zu Verbrennungen und Hautschäden kommen.

Durchblutung und Stoffwechsel

Elektrischer Strom bewegt bei Gleichstrom geladene Teilchen. Dadurch kommt es bei dieser Elektrotherapie im Gewebe zu einem Ionenfluss und zu einer Störung des Salzhaushaltes. In dessen Folge verschieben sich auch Flüssigkeiten im Gewebe. Mit einer Erweiterung der Adern und verstärkten Durchblutung stellt der Körper die Normalität wieder her. Es kommt im Zuge dieser Therapie zu einer Entstauung und Abschwellung.

Beim Anlegen von Gleichstrom kann man direkt eine Zunahme der Durchblutung messen. Das betrifft die Haut (500 %) und den darunter liegenden Muskel (300 %). Dabei werden sowohl der Zufluss durch die Arterien, als auch der venöse Abfluss sowie der Lymphstrom gefördert. Die Haut ist rosa verfärbt und die Gewebstemperatur steigt an. Der Effekt dieser Therapie hält bis zu zwei Stunden nach der Behandlung an.

Durch diese Vorgänge werden der Stoffwechsel und die Entgiftung stimuliert. Der Austausch von Nähr- und Schlackenstoffen im Gewebe erhöht sich. Das Gewebe wird durch Elektrotherapie besser versorgt, die Zellteilung gefördert und die Heilung beschleunigt.

Spastische Lähmung

Diese Lähmungen sind mit einer Verkrampfung bestimmter Muskelgruppen verbunden. Durch eine Elektrotherapie soll die Entkrampfung eingeleitet werden, indem der Muskel inaktiviert wird. Alternativ kann auch der natürliche Gegenspieler des Muskels gereizt werden. Damit soll eine bessere Muskelkontrolle erreicht werden.

Schlaffe Lähmung

Wenn ein Muskel durch ein Trauma geschädigt ist und nicht mehr durch den jeweiligen Nerv erregt wird, kommt es zu einem Abbau des Gewebes und damit zu einem Verlust der Muskelgruppe. Durch konsequente Stimulation mit Elektrotherapie kann der Muskel trainiert werden, bis der geschädigte Nerv soweit regeneriert ist, dass er den Muskel wieder bedienen kann.

Bei Gleichstrom werden die Nerven unter der Anode leichter erregbar. Bei Lähmungen bei intakten Nervenbahnen fördert man mit dieser Therapie die Nervenleitung. Damit kann man die Ansprechbarkeit des Muskels verbessern.

Training

Auch gesunde Muskeln können durch Strom zur Kontraktion gebracht werden. Das nutzt man zu Trainingszwecken, neuerdings sogar um Sport als Krafttraining oder im Kosmetikbereich zur Muskelstraffung. Mit der Muskelkontraktion wird auch die Lymphflüssigkeit und Venenblut in Wallung gebracht. Sport ersetzen kann die Elektrotherapie aber nicht. Echte Reize wirken stärker.

Schmerzlinderung

Die Schmerzlinderung durch Elektrotherapie ist vermutlich ein Kombinationseffekt ganz verschiedener Mechanismen.

Strom bewirkt eine Hemmung der langsamen schmerzleitenden Nervenfasern auf der Ebene des Rückenmarks. Schmerz wird dann nicht ins Gehirn weiter geleitet. Die Reizung durch Elektrotherapie erfasst den gesamten Bereich des gereizten Nervensegments. Das umfasst die Haut und die zum Segment gehörigen Organe. Wenn nur eine Körperseite gereizt wurde, kann sich der Effekt etwas schwächer auch auf die unbehandelte Seite ausweiten.

Bei Reizen, die über der Schmerzschwelle liegen, erfolgt die Hemmung über den Hirnstamm und eine Ausschüttung von Endorphinen („Glückshormonen“). Stärkere Reize der Elektrotherapie führen zu einer überregionalen Schmerzlinderung durch Beeinflussung der Nervenverschaltung.

Daneben beschleunigt sich die Heilung durch den stimulierten Stoffwechsel. Entzündliche Signalfaktoren werden schnell abtransportiert. Entzündungsschmerzen klingen ab.

Außerdem führt das Anlegen von Reizstrom zu einer Erhöhung der Erregungsschwelle der Nerven. Je schwächer die sensiblen Nerven aktivierbar sind, umso geringer auch das Schmerzempfinden. Schmerzbehandlung ist eine der Hauptindikationen der Elektrotherapie.

Iontophorese

Mit Hilfe von Elektrotherapie kann auch die lokale Aufnahme von Medikamenten unter die Haut stimuliert werden. Dann bildet sich unter der Haut ein Wirkstoffdepot, das in den nächsten drei Tagen freigesetzt wird. Verwendet wird zum Beispiel Bienengift, Antirheumatika, entzündungshemmende Medikamente, Schmerzmittel sowie gefäßerweiternde Mittel.

Ablauf der Behandlung

In der Regel wird die Methode ambulant durchgeführt. In Ausnahmefällen kann der Patient ein Gerät erwerben oder mieten, um sich zu Hause selbst zu behandeln.

Die Behandlungsdauer beträgt je nach Methode von einigen Minuten bis zu einigen Stunden. In der Regel werden Behandlungsfolgen von 10 bis 12 Anwendungen verordnet. Behandelt wird mindestens eine Woche bis zu einigen Monaten.

Je öfter eine Strombehandlung erfolgt, desto schwächer werden die Effekte. Es ist daher notwendig und sinnvoll Pausen in den Behandlungsfolgen einzuhalten. Außerdem kann die jeweilige Geräteeinstellung variiert werden, so dass der Gewöhnungseffekt minimal bleibt.

Kosten/Erstattung

Die Elektrotherapie wie Elektrostimulation, Ultraschallwärmetherapie sind allgemein anerkannt und bei bestimmten Indikationen als Heilmittel per Kassenleistung erstattet. Als medizinische Hilfsmittel können TENS-Geräte zur Heimbehandlung auf Kassenleistung gemietet werden.

Ergänzende Maßnahmen

Bei Verletzungen unterstützt die Elektrotherapie physiotherapeutische Maßnahmen. Echte Bewegung wirkt stärker als ein Stromreiz auf den Muskelaufbau. Darum ist eine fachgerechte Anleitung zur Bewegung und Krankengymnastik gefragt. Kombinierbar ist das Verfahren mit verschiedensten anderen Methoden, wie Balneotherapie, Massage, Osteopathie oder Chirotherapie. Zur Verstärkung der Wärmewirkung kann man auch Ultraschall einsetzen.

Auch kann man wärmende Elektrotherapie mit Kältetherapie (Kryotherapie) abwechselnd einsetzen (zum Beispiel bei Knieschmerzen). Dadurch werden die Einzeleffekte der Therapien verstärkt.