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Nebenwirkungen und Grenzen von Lymphdrainage

Wann bei Lymphdrainage Vorsicht geboten ist

Bei einigen Krankheitszuständen darf keine Lymphdrainage angewendet werden. Das gilt insbesondere dann, wenn die Gewebe schwer geschädigt, infiziert oder entzündet sind.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Nebenwirkungen

Die Lymphdrainage mobilisiert das Wasser. Als nächstes sind andere Organe gefordert: Das Herz muss die Pumparbeit leisten und die Niere scheidet das Wasser aus. Wenn Herz und Nieren krank sind, ist die Bewältigung der Aufgabe nicht möglich. Bei Bluthochdruck (Hypertonie), Herzschwäche (Herzinsuffizienz), Angina pectoris, Herzrhythmusstörungen, Leber- und Nierenschwäche muss die Lymphdrainage auf die Situation zugeschnitten werden.

Gegenanzeigen

Eine manuelle Lymphdrainage darf nicht angewendet werden, wenn im Ödemgebiet schwerwiegende Gewebeschäden vorliegen:

  • akute Thrombose oder schwerer Arterienverschluss (um die Ausbreitung von Thromben nicht zu fördern). Bei Dauer und Spätschäden ist Lymphdrainge aber möglich.
  • akuter rheumatischer Anfall, Morbus Sudeck (wegen der schmerzhaften Schwellung)
  • akute Entzündung durch eine Infektion mit Mikroorganismen, falls sie nicht auf Antibiotika anspricht oder der Patient unter Immunschwäche leidet. Die Massage könnte die Verbreitung der Erreger fördern.
  • akutes Ekzem und Gewebeschäden (Dermatolipisklerose), Ulcus cruris, Hautvernarbungen (um die Schäden nicht zu verstärken). Geschädigte Gebiete werden ausgelassen.
  • Tumore (da die Bildung von Metastasen droht)
  • schwere Herzinsuffizienz (da der Kreislauf durch das zusätzliche Wasser belastet wird)

Bei Halsbehandlung:

  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) (um die Schilddrüse nicht zusätzlich anzuregen).
  • Arteriosklerose an der Karotis (um die Verbreitung von Thromben oder das Reißen der Gefäße zu verhindern)
  • oder Überempfindlichkeit der Karotissensoren (Karotissinus-Syndrom) (um Kreislaufkollaps zu vermeiden)

Bei Bauchbehandlung

  • Schwangerschaft (um keine vorzeitige Wehentätigkeit auszulösen)
  • Baucherkrankungen wie Darmentzündung (CED), Divertikulose, Darmverschluss, Blasenreizung und Darmschäden durch radioaktive Bestrahlungen (um den Darm nicht weiter zu reizen)
  • Aderschäden (massive Arteriosklerose), Aortaschäden (Bauchaortenaneurysma) (um keinen Gefäßriss zu riskieren)
  • tiefe Beckenvenenthrombose (um keine Thrombenwanderung zu bewirken)

Wechselwirkungen

Bei der klassischen Massage werden kräftige und durchblutungssteigernde (hyperämisierende) Gewebeverformungen durchgeführt, die im Gegensatz zur MLD ödemverschlechternd wirken können.

Um das Lymphödem nicht zu fördern, sollte folgendes unterbleiben:

  • Eine zusätzliche Zerstörung von Lymphgefäßen durch Verletzungen oder diagnostische oder therapeutische Eingriffe soll vermieden werden.
  • Eine Erhöhung der Lymphmenge kann durch körperliche Überbelastung, Massagen, Überwärmung und extreme Kälte (Erfrierungen) verstärkt werden. Entsprechende Maßnahmen eignen sich nicht.
  • Komprimierung von Lymphgefäßen durch einengende Kleidung lässt sich leicht vermeiden.

Übergewicht und körperliche Inaktivität erschwert die Behandlung. Immer wenn möglich, sollten diese Faktoren konsequent angegangen werden.