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Magnetfeldtherapie

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Heilen mit Hilfe von Magnetfeldern

Bei der Magnetfeldtherapie werden statische oder pulsierende Magnetfelder erzeugt und bei Wundheilungsstörungen, degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates, Knochenbrüchen und Migräne eingesetzt.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Allgegenwärtige, unsichtbare Felder

Bei der Magnetfeldtherapie werden gleich bleibende („statische“) oder wechselnde („pulsierende“) Magnetfelder erzeugt und in die Nähe des Körpers gebracht.

Aber was ist ein Magnetfeld?

Die Erde zum Beispiel ist durch ihren Eisenkern ein riesiger Magnet mit einem allgegenwärtigen Magnetfeld. Menschen können es aber im Gegensatz zu manchen Tieren nicht wahrnehmen. Vögel zum Beispiel orientieren sich bei ihren Wanderungen an dem Magnetfeld der Erde.

Künstliche Magnetfelder

Auch der elektrische Strom, der durch Kabel fließt, verursacht ein Magnetfeld in der Nähe des Leiters. Elektromagnetische Felder sind als möglicherweise gesundheitsschädlicher Elektrosmog ins Gerede gekommen.

Welche Krankheiten werden mit Magnetfeldtherapie behandelt?

Versuchsweise
  • Gelenkschmerzen, Verschleißerscheinungen an Gelenken, Arthritis, Arthrose, Bewegungseinschränkung bei Gelenkproblemen, chronische Gelenksentzündungen, Rheuma
  • Entzündungen der Muskelansätze und Sehnen, Sehnenscheidenentzündung, Sehnenverletzung, Tennisarm
  • Weichteilerkrankungen, Muskelentzündung, Myalgie, Muskelkrämpfe, Muskelverspannungen
  • Verletzungen, Knochenbruch, Knochenheilung nach Knochenoperation, Knochenerkrankungen, Ulcus cruris, Wundheilungsstörung, Verletzungen der Wirbelsäule, Verletzungen und Operationen der Wirbelkörper
  • Schmerzen diverser Art, Nervenverspannungen, Nervenschmerzen, Karpaltunnelsyndrom, Ischialgie, Hals-Nacken-Beschwerden, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen nach Schädelverletzung
  • Osteoporose, Hüftgelenksprothesenlockerung
  • Nervenerkrankungen: Multiple Sklerose, diabetische Polyneuropathie
  • Psoriasis, Krankheiten des Immunsystems, Allergien
  • Depression
  • Tinnitus

Behandlungsprinzip

Wie wirkt ein Magnetfeld?

Magnetfelder beeinflussen geladene Teilchen: Sie beginnen, im Feld zu wandern und erzeugen einen Stomfluss. Deswegen meint man, dass auch Magnetfelder eine Wirkung auf den Körper haben könnten. Was aber letztendlich im Körper durch die Magnetfeldtherapie passiert, ist unbekannt.

Experimente und Diskussionen

In Experimenten konnte gezeigt werden, dass sehr starke magnetische Felder im Gewebe tatsächlich kurzzeitige, schwache elektrische Ströme auslösen. Dies führte sogar zu einer Stimulierung der Nerven. Allerdings: Die in der Magnetfeldtherapie eingesetzten Felder sind vergleichsweise schwach.

Feld ist nicht gleich Feld

Die Stärke von Magnetfeldern wird in Tesla gemessen. Das Feld der Erde ist schwach, je nach Standort 0,000 003 Tesla. Magnetfelder in den modernen Diagnosegeräten Magnetresonanz-Tomograph (MRT) sind 300 000 mal stärker (bis 9 Tesla). Geräte zur Magnetfeldtherapie liegen im Leistungsbereich von 0,015 bis 0,4 Tesla.

Stoffwechsel angeregt – Nerven beruhigt?

Die Magnetfeldtherapie soll ein Abklingen von Schmerzen fördern und die Reizschwelle heraufsetzen. Auch eine Beschleunigung der Regeneration von Nerven wurde in die Diskussion gebracht. Man nimmt außerdem an, dass die Magnetfeldtherapie den Stoffwechsel im Gewebe stimuliert. Pulsierende Magnetfelder setzt man ein, um die Gewebedurchblutung, Sauerstoffversorgung, Lymphentsorgung, Entgiftung und Abwehr anzuregen. Auch chronische Prozesse möchte man durch die Magnetfeldtherapie beenden und Selbstheilung einleiten. Die traditionelle chinesische Medizin stimuliert gelegentlich Akupunkturpunkte und Meridiane mit Magneten.

Wie wirksam ist die Methode?

Die Wirkungsweise und Effektstärke der Magnetfeldtherapie ist nicht überzeugend erwiesen. Typische Einsatzgebiete der Magnetfeldtherapie sind Beschwerden im Bewegungsapparat, Schmerzen und Wundheilung.

Patienten

Die Magnetfeldtherapie ist nicht belastend, denn das Feld kann man nicht spüren. Die Felder werden durch Magnetröhren, Magnetkissen, Magnetfolien angelegt. Bei chronischen Schmerzen dauert es mitunter sehr lange, bis eine Besserung eintritt. Möglicherweise kommt es durch die Durchblutung zu einem Wärmegefühl oder Kribbeln.

Eine Behandlungsserie in einer Magnetröhre kann sehr teuer werden!

Therapeuten

Viele Therapeuten haben ein eigenes Gerät zur Magnetfeldtherapie erworben. Für sie ist es eine kostengünstige und unaufwendige Methode. Es gibt bisher keine offizielle Ausbildung in der Magnetfeldtherapie und die anzuwendenden Stärken, Frequenzen und Zeiten sind nicht geregelt.

Achtung: Auch die Leistung der Magneten unterscheidet sich erheblich. Einige Geräte leisten nicht mehr als das natürliche Magnetfeld der Erde. Eine Wirkung erscheint hier unwahrscheinlich.

Studien über die Magnetfeldtherapie zur Schmerzlinderung verwenden Feldstärken stärker als 40 mTesla. Behandelt wurde ein bis 12 Stunden und die Behandlungsphase betrug wenige Wochen bis Monate.

Schulmedizin

Die Wirkungsweise und Effektstärke der Magnetfeldtherapie ist nicht überzeugend erwiesen. Eventuell hat sie einen positiven Einfluss auf Knochenbrüche, Arthritis, Schmerz, Wundheilung und entzündliche Erkrankungen. Bei Anwendung von Magneten in der Akupunktur kann wegen der nicht ausreichenden Qualität der Studien keine Empfehlung ausgesprochen werden.

Nach bisherigen Kenntnissen ist die Anwendung ungefährlich. Nur Personen mit Herzschrittmachern oder anderen Elektroimplantaten können nicht mit hohen Feldstärken behandelt werden, da die Funktion der Geräte dadurch beeinträchtigt werden könnte.

Kosten/Erstattung

Der Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen hat die Magnetfeldtherapie nach wiederholter Prüfung 2002 als nicht erstattungsfähig eingestuft.

Literatur

  1. Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen: Richtlinie "Methoden vertragsärztliche Versorgung" - Anlage II: 9. Magnetfeldtherapie ohne Verwendung implantierter Spulen; Stand 2002
  2. Colbert, A.P. et al: Magnets applied to acupuncture points as therapy - a literature review. Acupunct Med. 26(3): 160-70, 2008
  3. Deutsches Arthrose Forum, Homepage, Stand Februar 2010
  4. Eccles, N.K.: A critical review of randomized controlled trials of static magnets for pain relief. J Altern Complement Med., 11(3):495-509, 2005
  5. Edzard, E. et al. (Hrsg.), in der Übersetzung von Falkenburg, P.: Praxis Naturheilverfahren, 1. Auflage, Springer Verlag, 2001
  6. Pittler, M., H. et al.: Static magnets for reducing pain: systematic review and meta-analysis of randomized trials. CMAJ. 25;177(7): 736-42, 2007
  7. Quittan, M. et al.: Clinical effectiveness of magnetic field therapy--a review of the literature, Acta Med Austriaca. Abstract, 27(3):61-8, 2000