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Das erwartet Sie bei der Nosodentherapie

Erklärungsversuche zur Nosode

Die Wirkungen der Nosodentherapie sind nicht bewiesen, es gibt jedoch eine Reihe von plausiblen Prinzipien, die zur Erklärung herangezogen werden, allerdings nur für niedrige Verdünnungsstufen. Problematisch wird es immer dann, wenn die Lösung kaum mehr Ausgangsmoleküle enthält. Ab D9 wird es mit Erklärungsversuchen schwierig, ab D24 liegt praktisch nur noch Wasser vor. Die Anwender jedoch stört freilich das fehlende naturwissenschaftliche Zeugnis wenig. Nach ihrer Sichtweise erlangt die Nosode durch die Verdünnung ihre Potenz. Wirksam werden sollen dann die Schwingungen in der Probe, die über Resonanzerscheinungen das Informationsfeld der Krankheit löschen.

So wirkt die Nosodentherapie

Prinzip Impf-Aufruf

Nach einer Hypothese stimulieren Nosoden ähnlich einer Impfung das Immunsystem. Kritiker bemängeln aber, dass die Verdünnungen zu hoch sind, um eine klassische Impfreaktion hervorzurufen. Dennoch lässt sich ein Effekt nicht wegdiskutieren: Es ist bekannt, dass das Immunsystem auf winzigste Mengen eines Stoffes anspringen kann, wie das zum Beispiel bei Allergien der Fall ist. Nach diesem Prinzip soll eine Grippenosode die schlafende Grundimmunität einer durchgemachten Erkältung aufrufen. Je höher die Verdünnung der Nosode ist, umso mehr müssen homöopathische Erklärungen herangezogen werden. Hier fehlen dann die rationalen Erklärungen.

Reiztherapie

Nosoden stellen wohl dosierte Reize dar, die den Körper aus dem Gleichgewicht bringen. Sie sollen bei chronischen Krankheiten sowie chronischen Giftbelastungen die aktuelle Regulation in Frage stellen. Vor allem, wenn der Körper träge geworden ist, sollen Nosoden regulierend wirken. Die Prinzipien der Reiz- und Regulationsmedizin – wie die therapeutische Kälteanwendung – sind gut untersucht und anerkannt. Die Erklärung Reiztherapie kommt aber nur bei niedrigen Verdünnungen in Frage.

Pauschalbehandlung für Symptome

Grippenosoden werden in der Regel bei Grippe verordnet. Aber das ist nur ein Prinzip. Nosoden sollen nämlich nicht nur die Erkrankung des jeweiligen Erregers bekämpfen (Beispiel Krätze durch Psorinum), sondern auch andere Erkrankungen, die mit den damit verbundenen Erscheinungen (Beispiel Hautschuppungen) einhergehen. Eine Konfrontation mit Schuppen soll eine entsprechende Regulation gegen Schuppen anstoßen, egal wo die Ursache liegt.

Wissenschaftlich anerkennen könnte man dabei den Punkt, dass ein spezifischer Angriff eines Keimes auch die Bereitschaft erhöht, andere Keime anzugreifen. Daneben setzt die Bewältigung einer Infektion Kräfte frei für andere Aufgaben. Im Gegensatz dazu wird nach heutigen medizinischen Maßstäben immer die primäre Ursache direkt angegangen.

Desensibilisierung

Eine weitere plausible Erklärung könnte sein, dass die verdünnten Nosoden einen Desensibilisierungsprozess bei Allergien einleiten könnten. Das Prinzip der Desensibilisierung ist bereits gut beschrieben worden. Allerdings wird dabei die verwendete Allergenmenge kontinuierlich angehoben. In wieweit Nosoden die Desensibilisierung unterstützen, ist nicht wissenschaftlich belegt.

Die Krankheiten der Vorfahren hinterlassen Spuren

Vertreter der Nosodentherapie nehmen außerdem an, dass die Spuren von Erkrankungen wie etwa Tuberkulose, Krätze und Syphilis von Generation zu Generation als so genannte „Miasmen“ oder Erbbelastungen weiter vererbt werden. Diese erbliche Belastung äußere sich dann bei den Nachkommen in einer geschwächten Konstitution oder Anfälligkeit für bestimmte Symptome. Diese Dispositionen sollen durch Nosoden beseitigt werden.

Über diese Ansicht ist man auch innerhalb der Homöopathie gespaltener Meinung, da sie aktuellen Krankheitstheorien zuwider läuft. Neueste Untersuchungen weisen darauf hin, dass nicht nur Gene, sondern auch erfahrene Umweltzustände vererbt werden können. Man fasst dies unter dem Begriff „epigenetische Phänomene“ zusammen. Ob jedoch die Spuren einer Krankheit auf die nächste Generation vererbt werden, ist genau so wenig geklärt wie die Nosodentherapie selbst.

Ablauf der Behandlung

Üblicherweise wird eine Nosodentherapie im Rahmen einer homöopathischen Therapie eingesetzt. Ausgangspunkt ist eine ausführliche Aufnahme der Krankengeschichte.

Der Nosoden-Test

Das richtige Mittel wird mit der sogenannten „biophysikalischen Testung“ ausgewählt.

  • Dabei wird etwas Blut entnommen und mit der jeweiligen Nosode gemischt. Eine mit bloßem Auge sichtbare Verklumpung der roten Blutkörperchen zeigt an, dass die Nosode für den Patienten geeignet ist.
  • Das andere Verfahren macht Anleihen an das kinesiologische Prinzip und nutzt als Medium die Apparate der Elektroakupunktur. Dabei werden über Spannungsmessungen am Körper sowohl Belastung als auch die heilenden homöopathischen Mittel bestimmt. Nimmt der Patient die richtigen Mittel (Homöopathicum, Nosoden, Isopathica) in der richtigen Dosierung in die Hand, erfolge eine Spannungsänderung.

Ausleitung

Die Anwender legen großen Wert auf die „Drainage“ (Ausleitung) der Gifte, die durch die Nosodentherapie mobilisiert werden. Die richtigen Mittel werden anhand der Symptomatik aus dem Angebot der Homöopathie gewählt. Dabei kann die Niere, Leber-Galle, Lunge, Haut und Schleimhaut als ausleitendes Organ gewählt werden. Entscheidend sind die aktuellen Beschwerden.

Dosierung

Die Gabe der Potenzen wird vom jeweiligen Krankheitszustand (prodromal, akut, erholend, chronisch) abhängig gemacht. Die Faustregel: Bei Zuständen mit hoher Krankheitsaktivität (oder hohem Erregeraufkommen) werden geringe Verdünnungen (= höhere Dosierungen) eingesetzt als im chronischen Stadium. Oftmals wird eine Kuranwendung mit steigender Verdünnung empfohlen (= fallender Dosierung). Sollte nach Erstanwendung eine heftige Reaktion auftreten, wird vor einer erneuten Konfrontation das Abklingen der Reaktion abgewartet. Dann reicht ein Einsatz einmal pro Woche. Begleitend muss die Ausleitung einsetzen.

Tatort Schleimhaut

Die Wirkung der Nosodentherapie entfaltet sich beim ersten Schleimhautkontakt im Mund. Die Anwender empfehlen daher vor der Einnahme nicht direkt etwas zu essen oder die Zähne zu putzen. Die Wirkung der Nosodentherapie kann durch Reiz- und Genussmittel oder eine ungesunde Lebensweise beeinträchtigt werden.

Kosten und Erstattung

Da für die Nosodentherapie keine wissenschaftlichen Belege vorliegen sowie fundierte Wirkungsnachweise fehlen, werden Nosoden von der Kasse nicht erstattet. Entsprechende Mittel sind frei verkäuflich und kosten zwischen 10 und 20 €. Einige Apotheken bieten die Herstellung von Eigennosoden an. Der Preis richtet sich nach der Verdünnung, die sehr hohen Verdünnungen sind arbeitsintensiver und daher auch teurer.

Ergänzende Maßnahmen

Eine intensive Wechselbeziehung besteht mit der Lehre der Kinesiologie und der Elektroakupunktur nach Dr. Voll. Letztere wird gleichermaßen als diagnostisches und therapeutisches Instrument ergänzend eingesetzt. Weitere Varianten aus derselben Sparte sind die Bioresonanztherapie oder das Vegatest-Verfahren. Beim Leriche-Nogier-Reflex nutzt der Therapeut die Pulsänderung als Indikator für das richtige Mittel. Die Naturwissenschaft verhält sich derzeit abweisend zu den Verfahren.

Grundsätzlich können alle naturheilkundlichen Maßnahmen, die sich an die Regulationskraft des Körpers richten, mit der Nosodentherapie kombiniert werden: allen voran die Homöopathie aber auch AkupunkturTraditionelle Chinesische Medizin, Eigenblutbehandlung, Bioresonanztherapie, Herdtestung sowie die Neuraltherapie. Querbeziehungen gibt es daneben zur Isopathie nach Prof. Enderlein.

Die Nosodentherapie hat große Gemeinsamkeiten mit der Homotoxikologie. Diese Lehre aus dem homöopathischen Gedankenkreis, beschäftigt sich mit der Giftausleitung. Die Gifte entstünden zum Teil durch den Stoffwechsel, Erkrankungen, Umweltgifte sowie eine ungesunde Ernährung und Lebensweise. Zu den nichtzuträglichen Stoffen zählen unter anderem Cholesterin, Wachstumshormone, Sexualhormone und Schweinefleisch. Entgiftungsmittel und Ausleitungsverfahren sollen die Ausscheidung fördern.