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Schröpfen

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Mit Schröpfverfahren Leiden lindern

Basis dieser Therapie ist die Annahme, dass Reflexzonen des Rückens Verbindungszonen zu inneren Organen darstellen. 

Von: PhytoDoc-Redaktion

Die lange Tradition des Schröpfens

Das Schröpfen kann in der Geschichte der Medizin bereits bei den Ägyptern belegt werden und war auch in der indischen und chinesischen Medizin ein wichtiger Bestandteil. In Europa wurden die Saugglocken durch die Säftelehre bekannt. Das Ziel war es damals, schädliche Körpersäfte zu entfernen und somit den Körper dazu anzuregen, sich selbst zu heilen. Heute rechnet man das Schröpfen zu den Ausleitungsverfahren. Es soll auch innere Organe beeinflussen: Im 19. Jahrhundert beschrieb der britische Neurologe Sir Henry Head einen Zusammenhang von Organkrankheiten und Irritationen im Bindegewebe der Haut. Seiner Therapie zufolge kann das Schöpfverfahren demnach auch organische Beschwerden über die Behandlung der zugehörigen Hautbereiche reduzieren.

Welche Krankheiten werden mit Schröpfen behandelt?

Das Schröpfen ist ein beliebtes Verfahren in der Alternativmedizin und lindert diverse Leiden. Schmerzzustände, psychosomatische Störungen und sogar organische Erkrankungen:

Eindeutige Linderung verspricht das Schröpfen bei Schmerzpatienten. Vor allem bei orthopädischen Fällen, wie Rücken- und Gelenkschmerzen, Rheuma und Arthrose soll die Therapie helfen, denn sie greift regulierend auf Nerven und Entzündung ein.

Durch die durchblutungsfördernde Wirkung werden zudem Menschen, die unter Durchblutungsstörungen, Müdigkeit und Schwächezuständen leiden, erfolgreich behandelt. Desweiteren geht man Kopfschmerzen und Muskelverspannungen therapeutisch mit Schröpfen an.

Häufig empfiehlt die Alternative Medizin gerade Patienten mit psychosomatischen Problemen, funktionellen Organerkrankungen, Stresserkrankungen oder Depressionen diese Therapieform. Nach der These von Henry Head werden darüber hinaus organische Störungen z.B. an Lunge/Bronchien, Leber, Niere/Blase oder im Verdauungstrakt mit diesem Heilverfahren kuriert.

Behandlungsprinzip

Die Anwendung ist einfach: Kleine Glasgefäße – sogenannte Schröpfköpfe – werden mit Unterdruck auf die Haut gesetzt. Früher erzeugte man das Vakuum im Glasinneren mit Feuer z.B. einer Kerze. Heutzutage verwenden Heilpraktiker meist spezielle Saugglocken mit Pumpköpfen, die die Luft aus dem Gefäß ziehen. Die Haut wird zunächst angesogen, Blut fließt aus den Adern in das Bindegewebe. Die Folge: ein Bluterguss. Dieser Reiz erzeugt eine körperliche Reaktion. Aus diesem Grund zählt man das Schröpfen zu den Reiz- und Regulationstherapien.

Schröpfvarianten

Bei der Schröpftherapie unterscheidet man drei Methoden.

Das trockene Schröpfen wird am häufigsten praktiziert. Die Schröpfköpfe werden auf die Haut gelegt und ein Vakuum angelegt. Die Behandlung dauert etwa 10 bis 30 Minuten. Dieses einfache Verfahren wird bei Patienten mit chronischen Beschwerden, Spannungslosigkeit und geringer „Blutfülle“ angewandt. Hier ist das Ziel die Anregung der Zirkulation von Blut und Lymphflüssigkeit.

Das blutige Schröpfen ist speziell für verhärtete Bereiche mit Rötungstendenz geeignet. Hier wird die Haut zuvor eingeritzt. Prinzipiell ist diese Form mit einem kleinen Aderlass zu vergleichen. Nach 5 bis 10 Minuten werden die Schröpfgläser in der Regel entfernt. Das Glas sollte höchstens zu einem Drittel mit Blut gefüllt sein. Früher wurden auf diese Weise akute Entzündungen und „Füllezustände“ behandelt, heutzutage wird das Verfahren seltener eingesetzt. Es sollte nur von geschultem Personal angewendet werden.

Eine sanftere Methode ist die Schröpfkopfmassage. Hierbei wird die Haut vor Anlegen der Gefäße eingeölt, so dass die Saugglocke auf der Haut gleiten kann. Die Schröpfköpfe werden dann meist von den Schultern Richtung Gesäß bewegt. Eine Behandlungsdauer von wenigen Minuten ist ausreichend.

Wie wirksam ist die Methode?

Obwohl das Schröpfen von vielen Patienten als wirksam empfunden wird und belegt ist, dass diese Methode die Durchblutung fördert und zur Entspannung dient, können Erscheinungen wie der Einfluss auf die inneren Organe, die Anregung des Stoffwechsels und Immunsystems, Ausleitung von Giftstoffen oder die Blutverdünnung nicht schlüssig belegt werden.

Kosten/Erstattung

Je nach Art der Anwendung und Dauer sollte man mit Kosten zwischen 20 und 40 Euro pro Sitzung rechnen. Schröpftherapien werden von den gesetzlichen Krankenkassen finanziell nicht übernommen, da zu der Effektivität zu wenig klinische Studien vorliegen.

Einen umfangreichen Artikel zum Schröpfen, in dem alles Wissenswerte vertiefend dargestellt wird, finden Sie auf unserer Partnerseite www.Die-Heilpraktiker.de/Schroepfen.

Quellen

Artikel zum Schröpfen beim Bund Deutscher Heilpraktiker e.V.

Jänicke, Christof u. Dr. Grünwald, Jörg: Alternativ heilen. Kompetenter Rat aus Wissenschaft und Praxis; 5. Auflage, Gräfe und Unzer Verlag, München, 2006