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Shiatsu

© Claudia Valk

Shiatsu - der Youngster aus Japan

Massiert wird nicht nur mit den Händen (Finger und Handballen), sondern auch mit den Ellbogen und Knien und dem ganzen Körpergewicht des Therapeuten.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Der Youngster aus Japan

Shiatsu (jap. shi = Finger, atsu = Druck) ist eine relativ junge Massagemethode aus Japan, sie basiert aber auf den alten Vorstellungen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Demnach durchzieht und versorgt die Lebensenergie Qi den Körper in definierten Bahnen („Meridiane“). Shiatsu behandelt meist entlang der „Energiemeridiane“ mit dem Ziel, Blockaden auszuräumen und die Energie frei fließen zu lassen. Shiatsu ist ein typischer Vertreter der energetischen Körperarbeit.

Welche Krankheiten werden mit Shiatsu behandelt?

  • Befindlichkeitsstörungen: Müdigkeit, „Kater“, klimakterische Beschwerden, Wetterfühligkeit, Reisekrankheit, kalte Füße, Orgasmusprobleme
  • Beschwerden am Bewegungsapparat (Knie-, Hüft-, Schulter-, Rückenbeschwerden) eingeschränkte Beweglichkeit
  • motorische, sensorische Störungen
  • Erschöpfung und Energielosigkeit, Rekonvaleszenz nach Krankheiten oder Unfällen, Erholung und Regeneration
  • Gesundheitsförderung und Vorbeugung, Förderung von Entfaltung und Entwicklung, Schulung von Wahrnehmung und Achtsamkeit, Anregung der Meditation, Kreativität und Lebensfreude, Wachstums-, Entwicklungs- und Gesundungsprozesse, Entwicklung des eigenen Potentials
  • psychosomatische Beschwerden, vegetative Beschwerden: Schlafstörungen, Nervosität, Angststörungen, Grübeln, Loslassen, Reizbarkeit, Missmut, Freudlosigkeit, Depression
  • Schmerzstörungen, leichte, z. B. Kopfschmerzen, Migräne, Zahnschmerzen, Menstruationsbeschwerden
  • Störung der Regulationsfähigkeit des Körpers, Stimulation der Selbstheilung
  • Stressabbau/-prophylaxe
  • Verspannungen, Entspannung, Wellness

Behandlungsprinzip

Der Behandelnde nimmt zum Klienten eine körperliche Beziehung auf, die durch Achtsamkeit, Sensibilität und Offenheit geprägt sein sollte. Die ursprüngliche Form von Shiatsu findet auf einer Matte am Boden statt. Die Behandlung kann in Bauch- oder Rückenlage, im Sitzen oder auch auf den Knien erfolgen. Massiert wird nicht nur mit den Händen (Finger und Handballen), sondern auch mit den Ellbogen und Knien und dem ganzen Körpergewicht des Therapeuten. Außerdem nutzt Shiatsu verschiedene Techniken zur Mobilisierung der Gelenke. Mit sanftem Druck soll der Energiefluss angeregt sowie körperlich-seelische Ausgeglichenheit gefördert werden. Alle Berührungen bei der Massage erfolgen aus „der inneren Mitte“ des Therapeuten. Shiatsu ist daher deutlich anders als eine konventionelle Entspannungsmassage.

Von Shiatsu gibt es zahlreiche Varianten. Die Shiatsu Massage nach Namikoshi zum Beispiel konzentriert sich mit Druck und Massage auf die Reflexpunkte des zentralen Nervensystems, die sanftere Iokai – Shiatsu Massage arbeitet durch Auflegen der Hände. Eine andere Form behandelt in warmem Wasser.

Wie wirksam ist die Methode?

Patient

Bei Shiatsu begegnen sich Therapeut und Klient in einer besonderen intensiven und partnerschaftlichen Weise. Die Therapie ist mit Sicherheit eine sehr ungewöhnliche Massage, insbesondere durch den für unsere Verhältnisse ungewohnten intensiven Körpereinsatz und Körperkontakt zum Therapeuten. Für den, der dafür offen ist, kann Shiatsu mit Sicherheit eine neue und bereichernde Körpererfahrung werden.

Achtung: Shiatsu kann unter Umständen für den Moment unangenehm und schmerzhaft sein und die Beschwerden kurzfristig verstärken. Nach Angaben der Praktizierenden öffnet Shiatsu mitunter den blockierten Zugang zum eigenen Körper und es können sich ungewohnte Gefühle und Emotionen einstellen. Man sollte sich daher danach etwas Zeit nehmen. Gelegentlich kann ein psychotherapeutisches Auffangen durch Körperkontakt reaktivierter Inhalte notwendig werden.

Therapeut

Nicht jeder kann Shiatsu einfach anbieten, dazu ist eine längere Ausbildung notwendig. In ihr sollte idealerweise fernöstliche Heilkunde und Gesundheitslehre mit physiologischen Körperkenntnissen vermittelt werden. Die Gesellschaft für Shiatsu in Deutschland empfiehlt eine dreijährige Ausbildung über 500 Zeitstunden. Nach erfolgter Anerkennung als Shiatsu-Praktiker/innen müssen in den ersten sieben Praxisjahren mindestens 120 Stunden Weiterbildung nachgewiesen werden.

Shiatsu wird mit Achtsamkeit, Offenheit, Respekt und Sensibilität praktiziert. Eine gute Wahrnehmungsfähigkeit und Beobachtungsgabe des Therapeuten ist Voraussetzung für den Beruf. Er achtet sowohl auf Schmerzsignale als auch auf Zeichen psychischer Reaktionen.

Schulmedizin

Die Wirkung von Shiatsu und die Existenz von „Energiebahnen“ ist nicht belegt. Beweise hin oder her: Traditionelle Maßnahmen können auch dann helfen, wenn die Theorie dahinter nicht belegt ist. Massage, Dehnung und menschliche Berührung haben deutliche Auswirkung auf das Körpergefühl und Wohlbefinden.

Die fachgerechte Anwendung von Shiatsu hat keine schädlichen Nebenwirkungen. Bei Patienten mit schweren psychischen Krankheiten ist Vorsicht angeraten. Insbesondere Traumatisierte können heftig reagieren.

Anzeichen einer ernsten Erkrankung sollten nicht übersehen werden. Bei Beachtung der Kontraindikationen und Nebenwirkungen, steht von Seiten der Schulmedizin einer Shiatsu-Behandlung nichts im Wege.

Literatur

  1. Bierbach, E. (Hrsg.): Naturheilpraxis Heute; 3. Auflage, Elsevier Urban & Fischer, München, Jena, 2006
  2. Edzard, E. et al. (Hrsg.), in der Übersetzung von Falkenburg, P.: Praxis Naturheilverfahren, 1. Auflage, Springer Verlag, 2001
  3. Gesellschaft für Shiatsu in Deutschland e.V., Homepage, Stand Mai 2010
  4. Österreichischer Dachverband für Shiatsu, Homepage, Stand Mai 2010
  5. Shiatsu Gesellschaft Schweiz, Homepage, Stand Mai 2010