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Das erwartet Sie bei der Ultraschalltherapie

Ultraschall: zerstörend und heilend

Die Hauptwirkung der Ultraschalltherapie ist eine Hemmung von Entzündungen mit nachfolgender Schmerzreduktion sowie einer Stimulation der Durchblutung mit folgender Muskelentspannung. Nicht zuletzt wird geschädigtes Gewebe zur Regeneration angeregt. Nicht vergessen darf man aber, dass Ultraschall eine zerstörerische Gewalt darstellt.

So wirkt die Ultraschalltherapie

Zug- und Druck-Massage

Ultraschall ist eine Form der Energie. Durch die Übertragung auf das Körpergewebe kommt es durch die Ultraschalltherapie zu winzigen Kompressionen und Dehnungen.

  • Der Vibrationsdruck der Schallwelle erschüttert die Zellen und den Zellzusammenhalt. Ultraschall aktiviert verschiedenste Zellsignale, Ankermoleküle und das Zellskelett.
  • Daneben löst die akustische Energie Strömungserscheinungen in den Gewebeflüssigkeiten aus („acoustic streaming“). Das erfasst auch Membranen, die in wellenförmige Bewegungen versetzt werden. Membranen sind in der Folge des Reizes durchlässiger, was zu einer Steigerung von Stoffaustausch und Stoffwechselaktivität führen kann. Sauerstoff, Nährstoffe und Botenstoffe werden neu verteilt. Dennoch stört die Ultraschallenergie auch Membranen. Es bedarf dann Anstrengungen der Zellen, um die regulären Stoffgradienten wieder herzustellen.
  • Heftigste Druckschwankungen würden bei hohen Intensitäten zu winzigen Gasblasen, sogenannten Kavitationen führen, die anschließend wieder kollabieren. Das würde zerstörerisch auf das Gewebe wirken, darum kommt dieser Effekt nur bei der Tumorbehandlung zum Einsatz. Im Übrigen sind die Intensitäten der Geräte beschränkt, so dass diese gefährlichen Utraschallerscheinungen kontrollierbar sind.

Durch die Dehn- und Verformbarkeit der Körpergewebe bleiben bei geringen Intensitäten die Schäden gering, jedoch arbeitet die Ultraschalltherapie gerade über diese molekularen Störeffekte.

Wärme

Ein großer Teil der auf den Körper übertragenen Schall-Energie bleibt auch im Körper. Durch die Absorption des Schalls wird das Gewebe erwärmt. Am meisten Wärme entfällt auf die Grenzschichten und knochennahen Weichgewebe (wie etwa die Knochenhaut). Wärme wiederum bewirkt eine Erweiterung der Gefäße und Zunahme der Durchblutung. Ein großes Kapitel sind gerade auch hartnäckige Muskelverspannungen, Spasmen und Spannungsschmerzen. Sie sprechen besonders gut auf die Wärme der Ultraschalltherapie an. Der durchblutungsfördernde Effekt moderater Wärme fördert den Stoffwechsel. Er verbessert die Gewebeernährung, entzündliche Botenstoffen werden abtransportiert und der Heilungsprozess angeschoben. Häufig behandelt werden Knochenbrüche mit niedrig dosiertem gepulstem Ultraschall.

Wärme, ganz extrem

Bei hoher Leistung führt die Wärme zu denaturierendem Protein. Es verliert seine Funktion und wird unlöslich. Die Neuentwicklung von fokussiertem Ultraschall lässt Temperaturen von 65 bis 85°C erreichen. Das nutzt man in der Tumortherapie, um Krebszellen zum Absterben zu bringen oder die nährenden Blutgefäße durch Thrombosen zu verstopfen.

Schmerzlinderung mit der Energie des Schalls

Nach Anwendungsbeobachtungen und ersten Studien scheint die Methode zur Schmerzkontrolle geeignet zu sein. Ultraschall beeinflusst die Nerven diverser Mechanismen. Wärme wirkt auf die Leitungsfähigkeit der Nerven, unter anderem wird die Schmerzschwelle durch den Ultraschall heraufgesetzt. Es werden in Abhängigkeit von Nerv und Situation eine Aktivierung, Regeneration und auch eine Dämpfung diskutiert. Wie Akupunktur dürfte die intensive Wärme auf Rückenmarksebene die Schmerzleitung dämpfen. Daneben klingen die Schmerzursachen schneller ab. Entzündungen, Verkrampfung, Verkalkung und Gewebeverklebungen geht die Ultraschalltherapie an.

Phonophorese

Ultraschall stört Membranen, so dass Fremdstoffe wie Medikamente in die obersten Hautschichten aufgenommen werden. Man verwendet zum Beispiel entzündungshemmende Stoffe (Ibuprofen, Kortison), durchblutungsfördernde Mittel (Histamin, Methylnikotinat) sowie resorptions- und heilungsfördernde Stoffe.

Auflockerung des Gewebes

Schmerzen bereiten häufig auch verhärtete und verklebte Gewebe, die sich in Folge von lang anhaltenden Entzündungen, Verletzungen oder Überlastungen bilden. Die Ultraschalltherapie löst Verklebungen und lockert diese Gewebe auf. Sie wird zur Nachbehandlung von Narbengewebe eingesetzt sowie bei eingeschränkter Beweglichkeit der Gelenke.

Kosmetische Zwecke

Auch die Kosmetikindustrie hält mit modernen Entwicklungen Schritt. Die stoffwechselfördernde Eigenschaft des Schalls soll die Haut „entschlacken“ und das Hautbild optimieren. Die gebesserte Durchblutung ermöglicht das Abfließen von gestautem Blut oder Lymphe. Das findet seine Anwendung zur Behandlung von kosmetisch belastenden oder schmerzhaften Schwellungen oder Rötungen. Daneben soll der aktivierende Schall die Kollagenproduktion anregen und die Haut glätten.

Bei der Gewebsstraffung nutzt man die zerstörerische Kraft der Wärme. Sie lässt Proteine denaturieren, wodurch sie sich zusammenziehen. Mit den nachfolgenden Vernarbungsprozessen erreicht man einen straffenden Hauteffekt.

Des Weiteren setzt man Ultraschall zur Bekämpfung von Körperfett oder Cellulite ein. Fettzellen sollen durch den Schall „schmelzen“. Dabei werden die Fettzellen durch die Energie zum Platzen gebracht. Die Trümmer werden schließlich über die Lymphe abtransportiert und in der Leber dem Stoffwechsel oder der Ausscheidung zugeführt.

Ablauf der Behandlung

Vor jeder Ultraschallbehandlung muss eine genaue Untersuchung erfolgen, die genau festlegt, welcher Befund damit therapiert werden soll.

Vorbereitung

Ultraschall kann von der Luft nur sehr ineffektiv in den Menschen eindringen, daher benötigt man besondere Gele, die Schallkopf und Gewebe physikalisch ohne nennenswerte Barriere überbrücken. Bei Tieren werden die Körperhaare abrasiert, um das Eindringen des Schalls möglichst wenig zu behindern.

Behandlung

Der Schallkopf wird direkt über der zu behandelnden Stelle bewegt. Man beschallt zwischen 10 und 75 Quadratzentimeter. Dabei muss der Schallkopf in Bewegung bleiben, um Überhitzungen zu vermeiden. Pro Behandlungsfläche wird durchschnittlich 5-10 Minuten und nicht länger als 20 Minuten beschallt.

Verwendet wird je nach Fragestellung und zu erreichender Tiefe mit niedriger, mittlerer und hoher Leistung. Vernünftigerweise sollte die Ultraschalltherapie mit der geringsten Leistung begonnen werden. Abhängig von der Empfindlichkeit des Patienten steigert der Therapeut dann die Leistung langsam. Je tiefer das zu behandelnde Gewebe liegt, umso höher muss auch die Leistung sein. Die Obergrenze der Leistung liegt bei 3 Watt/cm2.

Wiederholungen

Die Ultraschalltherapie erfolgt in Serien von 10 bis 12 Behandlungen. Pro Woche erfolgen 3-5 Behandlungen. Bei der Halbzeit sollte man Effekt und Wirksamkeit überprüfen. Nach Ende der Serien wird in der Regel eine Pause von mehreren Wochen bis Monaten eingeschoben. Ein Rückgang der Beschwerden tritt erfahrungsgemäß nicht sofort, sondern erst nach der sechsten bis zwölften Behandlung ein.

Kosten / Erstattung

Ein Ultraschallgerät gehört heute zur Grundausstattung physiotherapeutischer Praxen.

Ultraschalltherapie ist eine Form der Wärmetherapie und kann als solche in einigen Fällen über die Kassen abgerechnet werden. Ultraschallanwendungen und Elektrotherapie werden im Rahmen einer Wärmetherapie bei Erkrankungen des Bewegungsapparates sowie chronischen Schmerzen von den Kassen erstattet. Die Krankenkassen zahlen außerdem Ultraschallanwendungen zur Zahnreinigung oder Stoßwellenbehandlung bei Nierensteinen. Auch die gesetzlichen Unfallversicherungen erstatten niedrig-intensiven gepulsten Ultraschall zur Heilung von Knochenbrüchen.

Im Vorfeld muss mit der Kasse geklärt werden, ob die Kosten für „Hochintensiv fokussierten Ultraschall (HIFU)“ zur Behandlung von Prostatakrebs übernommen werden.

Ergänzende Maßnahmen

Die Ultraschalltherapie kann zur Behandlung von Muskelschmerzen mit Reizstrom kombiniert werden (Elektrotherapie). Die Effekte von Schall und Strom verstärkten sich wechselseitig. Ebenso ist eine Vorbehandlung mit Kurz- oder Dezimeterwellen erfolgversprechend, besonders bei chronischen Erkrankungen, die bisher nicht auf Behandlung ansprachen.

Ultraschall führt oft zu einer besseren Beweglichkeit, dennoch sollte eine gezielte Bewegungstherapie die Kräftigung von Sehnen und Bändern sicherstellen.