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Yoga

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Yoga für Körper, Geist und Seele

Yoga ist was man sucht: Für den einen Sport für den anderen Selbsterfahrung oder ein spiritueller Weg in Richtung Erlösung.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Uralte Methode zur psychosomatischen Selbstregulation

Yoga ist heute in aller Munde und in einigen Fitness-Centern schon Pflichtangebot. Ganz klar, Power-Yoga ist schweißtreibend und alles andere als alltägliche Bewegung. Aber dahinter steckt weit mehr als nur Gymnastik: Yoga ist eine uralte spirituelle Praktik aus Indien mit philosophisch-religiösem Hintergrund. Ursprünglich hat man Yoga im Rahmen der Meditation praktiziert. Finales Ziel dieser Übung ist Erleuchtung und Erlösung über unendliche Gleichmut. Während das Christentum im Abendland dazu auffordert Leid als Prüfung hinzunehmen, geht Indien einen ganz anderen Weg: Hier packt man das Leiden „an der Wurzel“, nämlich bei der Entstehung in der Seele. Im Grunde genommen ist Yoga eine uralte Methode zur psychosomatischen Selbstregulation. Der Übende lernt nach und nach die Zusammenhänge zwischen Körper, Geist und Seele zu kontrollieren. Dazu nutzt Yoga gymnastische Übungen, Atemführung, Entspannung und Meditation.

Yoga ganz modern

Heute ist Yoga unglaublich vielseitig, es haben sich ganz unterschiedliche Yoga-Richtungen entwickelt. Meditation, Achtsamkeit, Erkenntnis, Selbstkontrolle, Empathie, Energiekontrolle und Gottesdienst; jede Yogarichtung hat einen eigenen Schwerpunkt. Dabei kann jeder finden was er eben sucht. Für den einen ist Yoga eine körperliche Ertüchtigung für den anderen eine spirituelle Reise. Typisch für westliche Yoga-Angebote ist die Betonung der sportlichen Seite. Zur Behandlung von Erkrankungen sollte ausdrücklich die körperliche Komponente mit bedient werden.

Welche Krankheiten werden behandelt?

Yoga ist nicht nur für Sportler geeignet. Gerade wer älter wird und erste Einschränkungen am Bewegungsapparat und Fehlhaltungen entdeckt, profitiert vom Yoga (Osteoporoseschutz, Sturzprophylaxe, Rehabilitation nach Verletzungen). Alle Übungen sind für beide Körperhälften gedacht, so kann eine Körperseite von der anderen lernen, bis man wieder zur natürlichen Haltung zurückfindet. Wer Yoga regelmäßig praktiziert, merkt, wie sich der Körper auch im Alltag anders ausrichtet, denn es werden alle aktivierten Muskeln genutzt. Damit stärkt man die Haltung. Die Übungen lösen auf diese Weise Verkrampfungen, die schmerzend behindern (Nackenschmerzen, Rückenschmerzen). So stellt sich eine angenehm pulsierende Durchblutung ein. Durch die intensive Übung von Anspannung wird natürlich wie bei jedem Sport der Stoffwechsel und der Lymphfluss angeregt.

Ganz wichtig bei Yoga ist die spirituelle Seite. Damit verstärkt sich der direkte Kontakt zu sich selbst. Selbstvertrauen, Selbstwirksamkeit und Stimmung steigen. Yoga ist geeignet um DepressionenStress oder Schlafstörungen bis hin zu Angststörungen zu behandeln. Alle Organerkrankungen mit psychosomatischer Komponente sprechen auf Yoga an (Asthma, funktionelle Verdauungs- und HerzbeschwerdenBlutdruckvegetative Dystonie). Es erdet bei Burn-out oder entfesselt kreative Kräfte. Mit Yoga kann man auch chronische Müdigkeit und vegetative Dystonie angehen. Natürlich profitiert auch die Sexualität vom Gesamtpaket, denn auch hier geht es um Loslassen. Yoga lehrt Kontrolle und hilft dabei Sucht zu überwinden (Abnehmen, Raucherentwöhnung, Alkoholismus).

Behandlungsprinzip

Yoga wird meist in Gruppensitzungen gelehrt, wer tiefer eintauchen will, profitiert von einem individuellen Lehrer. Yoga schult eine gewisse Geisteshaltung und nutzt dabei körperliche Elemente wie:

  • Kraft: Jede Übung fordert eine bestimmte Muskelpartie heraus. Dabei geht es aber nicht nur um pure Kraft.
  • Dehnung: Man spürt oft eine intensive Dehnung und sie wird schmerzhaft je mehr man sich bemüht. Aber darum geht es nicht.
  • Entspannung: Yoga handelt vom Loslassen. Wenn man sich vertrauensvoll in die Dehnung hineingleiten lässt, kann der Gegenspieler-Muskel loslassen.
  • Atmung: Jedes Ausatmen bringt näher zum Ziel. Yoga praktiziert intensive Atemführung. Es fordert auf, ganz im Atmen aufzugehen. In diesen Momenten ist man ganz bei sich, ohne jede Kompromisse. Im Yoga zählt also weder Gewalt noch Fleiß, sondern die Fähigkeit, Gedanken hinter sich zu lassen. Hier findet man den Einstieg in einen Prozess.
  • Balance: Viele der Übungen klappen nur mit einem guten Balancegefühl. Dabei wird das Gehirn gefordert, vollkommen wortlos. Das beruhigt das innere Gedankenkarussel.
  • Konzentration: Yoga braucht Konzentration. Aber eine vollständig andere Form, als jene, die man in unserer Kultur lernt: Es geht darum, den Zustand jenseits der Gedanken zu entdecken.
  • Stimme: Bei einigen Yoga-Formen kommt die Stimme mit ins Spiel („Chanten“). Je nach Veranlagung bietet sich auch hier ein Ansatzpunkt. Am Ende führen viele Wege nach Rom.

Yoga funktioniert nur, wenn man sich auf diese ungewohnte Erfahrung einlassen kann. Es gelingt umso leichter, je besser man die ausgetretenen Wege seines gewohnten Gedankengebäudes verlassen kann. Überfordern Sie sich nicht, sondern lassen Sie los und seien Sie vorbereitet: Loslassen ist für einen modernen Menschen eine besondere Herausforderung.

Wirksamkeit und Bewertung

Yoga stärkt auf körperlicher und seelischer Ebene die Selbstheilung. Erste erfolgreiche Studien über die Wirksamkeit von Yoga sind bereits abgeschlossen. Dabei wurden nicht nur psychische Faktoren gebessert (Angst, Stress, Schlafstörungen, Depression, Kreativität, Trauma, Gedächtnis) sondern auch körperliche Vorgänge (Blutdruck, Herzschlag, Reizdarm). Sogar im Stoffwechsel gab es messbare Reaktionen (Diabetes, Entzündungswerte). Daneben hilft Yoga nachweislich kritische Situationen zu überwinden (WechseljahreAbnehmenArthritis-/Geburts-/Kopf-/Menstruations-Schmerz). Wegen methodischer Probleme haben die Studien nur Hinweis– und keinen Beweischarakter. Nichtsdestotrotz finden sich viele begeisterte Anhänger.

Kosten und Erstattung

Die Yoga-Welle hat Europa erreicht, auch erste Krankassen öffnen sich diesen Ansätzen und zahlen Angebote zu Yoga. Meditation wird sogar von der AOK und vielen anderen Krankenkassen in mehreren Bundesländern bezuschusst.

Quellen

Links und Literatur

Yoga vidya: Yoga erleben

Literatur

  1. Patil SG et al: Effect of yoga on arterial stiffness in elderly subjects with increased pulse pressure: A randomized controlled study. Complement Ther Med. 2015 Aug;23(4):562-9. doi: 10.1016/j.ctim.2015.06.002. Epub 2015 Jun 6
  2. Canadian Agency for Drugs and Technologies in Health: Yoga for the Treatment of Post-Traumatic Stress Disorder, Generalized Anxiety Disorder, Depression, and Substance Abuse: A Review of the Clinical Effectiveness and Guidelines [Internet], 2015 Jun 22
  3. Innes KE and Selfe TK: Yoga for Adults with Type 2 Diabetes: A Systematic Review of Controlled Trials. J Diabetes Res. 2016;2016:6979370. doi: 10.1155/2016/6979370. Epub 2015 Dec 14
  4. Osayande AS and Mehulic S: Diagnosis and initial management of dysmenorrhea. Am Fam Physician. 2014 Mar 1;89(5):341-6
  5. Bartlett SJ et al: Yoga in rheumatic diseases. Curr Rheumatol Rep. 2013 Dec;15(12):387. doi: 10.1007/s11926-013-0387-2
  6. Grundmann O and Yoon SL Complementary and alternative medicines in irritable bowel syndrome: an integrative view. World J Gastroenterol. 2014 Jan 14;20(2):346-62. doi: 10.3748/wjg.v20.i2.346