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Oxidativer Stress – Teil III: Körpereigene und fremde Schutzstoffe

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Lebensmittel mit antioxidativer Wirkung

Kaffee mit Milch ist nicht nur ein beliebtes Getränk, sondern auch ein Beispiel für ein Lebensmittel mit hoher antioxidativer Wirkung.

Von: Berthold Musselmann

Im Artikel "Oxidativer Stress - Teil I: Definition und Ursachen" wird "Oxidativer Stress" definiert und die vielen Möglichkeiten und Situationen genannt, bei denen überschießend reaktive Sauerstoffverbindungen im Körper gebildet werden. Bei anhaltendem Oxidativen Stress liegt ein ständiges Ungleichgewicht zwischen aggressiven ROS und schützenden Antioxidantien vor.

In "Oxidativer Stress - Teil II: Balance" stellten wir dar, dass Radikale für die Immunabwehr, für die Regulation der Durchblutung (Gefäßerweiterung) und für die Muskelversorgung benötigt werden. Im Körper muss je nach Körperzustand, Situation, Alter und Belastungen die richtige Balance zwischen anti- und prooxidativen Substanzen erreicht werden.

Körpereigene Antioxidantien

Im Körper gibt es jede Menge natürliche Antioxidantien, die größte Kapazität haben die körpereigenen Substanzen Cholesterin und Harnsäure. Auch Stoffe wie die Gamma-Glutamyl-Transferase (gGT) zeigen einerseits oxidativen Stress an, wirken aber auch als Radikalenfänger.

Antioxidantien in der Nahrung

Aber auch Nahrungsstoffe wirken als Regulatoren. 

Wie im Teil II erwähnt, profitieren Leistungssportler, bei denen ein erhöhter Bedarf an Antioxidantien besteht, von einem beliebten und alten Klostergetränk: Marathonläufer, die während des Laufs 1,5 l alkoholfreies gehopftes Weißbier tranken, erlitten in den zwei Wochen nach einem Marathonlauf dreimal weniger Infekte als die Selbstquäler unter Placebo-Bier (ohne Polyphenole/Tannine, nur mit wirkungslosen Farb- und Geschmacksstoffen). Die im Hopfen reichlich enthaltenen Polyphenole, Tannine und Stoffe, die bei der bakteriellen Gärung auftreten, haben eine hervorragende Schutzwirkung (Steven Copp, Kansas State City-Universität, Cardioresp. Exercise Lab, 2012).

Kaffee, besonders mit Milch versetzt, hat eine insgesamt höchst positive Schutzwirkung vor Krebs und vor diversen Erkrankungen. Dabei ist auch Koffein wichtig beim Schutz vor Krebs und erhöht zusätzliche den Grundumsatz, was günstig für das Körpergewicht ist. Nebenwirkungen des Koffeins darf man natürlich dabei nicht vergessen: Je nach Empfindlichkeit sinkt die Schlafqualität z.T. deutlich, diese Wirkung kann über 24 h anhalten, der Non-REM-Schlaf, der für die Erholung am wichtigsten ist, kann drastisch abnehmen. In der Praxis sind auch häufig Unverträglichkeiten von Magen und Darm zu beobachten. Es treten eine mäßige Sucht, teilweise Gedankenflucht und Reizbarkeit auf. Beim Entzug kommt es häufig zu Kopfschmerzen, schlechter Laune, Leistungs- und Konzentrationsproblemen. Der Verlust von Elektrolyten (Calcium, Magnesium u. a.) kann Beschwerden verursachen (Wadenkrämpfe, Abnahme der Knochendichte etc.). Dafür reduziert Kaffee das Risiko für Diabetes mellitus um 50 %; auch Spätfolgen des Diabetes treten seltener auf. Um 5 % pro Tasse Kaffee nimmt das Risiko für Basaliome und Plattenepithel-Karzinome. Koffein hemmt das Enzym, das die Apoptose, den Zelltod geschädigter Zellen, hemmt. Das Risiko für Hirntumoren nimmt um bis zu 70 % ab, das Risiko für Uterus-/Mund- und Rachenkrebs nimmt 10 % Tasse pro Tag ab. Der Cholesterin-, Harnsäure- und Eisenspiegel nimmt ab, das Parkinson-, Demenz-, Herz-Kreislauf-Risiko wird reduziert, Entzündungsaktivität und oxidativer Stress werden besonders durch Flavonoide wie die Caffeoylsäure herabgesetzt.

Im Artikel "Oxidativer Stress - Teil IV: Diagnostik" erfahren Sie, wie man Oxidativen Stress diagnostiziert.

Ihr

Berthold Musselmann