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Oxidativer Stress – Teil V: Individuelle Lebens- und Ernährungsweise

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Therapeutische Maßnahmen bei Oxidativem Stress

So unterschiedlich die Menschen sind, so unterschiedlich reagieren sie auf verschiedene Therapiemaßnahmen. 

Von: Berthold Musselmann

In den Teilen I-IV definieren wir den Begriff „Oxidativer Stress", nennen die vielen Möglichkeiten und Situationen, bei denen überschießend reaktive Sauerstoffverbindungen (ROS = reactive oxygen species, (Sauerstoff-) Radikale) im Körper gebildet werden, die vorübergehende oder bleibende Schäden und ein beschleunigtes Altern im Körper auslösen können und schildern die Möglichkeiten der Diagnostik.

Antioxidantien

Wir benötigen Radikale für die Immunabwehr, für die Regulation der Durchblutung (Gefäßerweiterung) und für die Muskelversorgung.
Ziel ist je nach Körperzustand, Situation, Alter und Belastungen die richtige Balance zwischen anti- und prooxidativen Substanzen.
Auf welchem Level diese liegt und wie dies messbar wäre, ist jedoch noch nicht klar und individuell möglicherweise höchst unterschiedlich. Kann hier mangels wissenschaftlicher Klarheit „der gesunde Menschenverstand“ weiterhelfen?
Der Körper selbst verfügt über Antioxidantien bzw. Radikalenschutzstoffe.
Wir führen uns, z.B. über pflanzliche Kost, Obst und Gemüse, z.B. auch mit Hopfen im Bier, reichlich Polyphenole und Gerbstoffe (Tannine) zu. Beim Bier treten durch den Gärungsprozess nützliche Stoffe wie Milchsäure, Vitamine u.a. hinzu, die Hefen bei der Verstoffwechselung der Zucker in der Gerste bilden. Außerdem schützen wir uns, indem wir regelmäßig Kaffee mit Milch trinken, gegen eine Reihe von Erkrankungen, wohl teilweise auch durch antioxidative Effekte. (siehe Teil III)

Individuelle Lebens- und Ernährungsweise

Jahrhunderte alte, oft noch ältere Rezepte der Menschheit gegen fehlendes Wohlbefinden? Können wir nicht sogar aus der Tatsache, dass kulturelle Errungenschaften sich lange Zeit gehalten haben, schließen, dass diese nützlich, sinnvoll, gesund sind neben ihrem Genussfaktor? Sind Ernährungsgewohnheiten verschiedener Menschentypen, Kulturen, Individuen nicht teilweise Adaptationen an eine hochkomplexe Gemengelage aus Genen, Epigenetik, Organ-, Umwelt- und Belastungsfaktoren? 

Die Naturheilkunde sieht dies schon lange so und empfiehlt typenadaptierte Lebens-, Ernährungs- und Gesundungsweisen. Es hat sich in meiner Praxis bewährt, therapeutische Maßnahmen „anzutesten“ auf ihre Wirkung. Die beobachtbare Reaktion, das unterschiedlich gute Ansprechen auf verschiedene Methoden und Wirkfaktoren lassen die erfahrene TherapeutIn nach und nach, teilweise intuitiv, erfassen, wie Patienten reagieren, welche Heilungstypen sie sind. Eine Recherche zusammen mit Markus Duscha, Umweltwissenschaftler und einer der zwei Geschäftsführer des ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg, ergab, dass es wissenschaftlich zum Thema der Identifikation von Therapie-, Heil- und Reaktionstypen unter den Menschen noch wenig Literatur gibt. Hier besteht erheblicher Forschungsbedarf. Viele Nebenwirkungen, vergebliche Therapieversuche, jahrelanges Suchen und erhebliche Kosten könnten Menschen erspart werden, wenn man mit geschickten Tests und durch Identifikation von Merkmalen herausfände, zu welchem Typ sie gehören. Dazu müsste man erst einmal reliable (verlässliche, reproduzierbare) und valide (wissenschaftlich belastbare) solche Typen extrahieren aus der Masse an Symptomen, Beschwerden, individuellen Eigenschaften und aus dem komplexen Verlauf von Therapien. Zu viele zweifelhafte und unvalide, wissenschaftlich bisher nicht ausreichend überprüfte „Tests“ und ebensolche „Therapien“ tummeln sich auf einem großen Medizingeräte- und Therapiemarkt.

Viel Arbeit noch, aber spannend.

Oxidativer Stress ist in seiner Bedeutung umstritten. Wir berichten über weitere Kritikpunkte an diesem Konzept im Beitrag "Oxidativer Stress - Teil VI: Kritik".

Ihr

Berthold Musselmann