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Oxidativer Stress – Teil VII: Die Balance halten

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Wie läst sich die Balance zwischen anti- und prooxidativen Substanzen im Körper aufrecht erhalten?

Von: Berthold Musselmann

Zusammenfassung: Radikale können auch notwendig sein

Die Optimierung der Lebensweise wird als wesentlich sinnvoller und belegter als eine „Therapie“ von Radikalenstress angesehen. Viele grobe Fehler in der Lebensführung bedingen einen dauerhaft erhöhten und damit schädlichen oxidativen Stress. Bei ausgewählten Patienten, insbesondere mit speziellen Risiken, könnte eine Diagnostik und Therapie sinnvoll sein. Im Teil VI kritisieren wir die gängigen und gern konsumierten Versionen des „Wissens“ über oxidativen Stress. Einfache Erklärungen kommen gut an, sind aber wie Einstein sagt, mit Vorsicht zu genießen: „Man sollte alles so einfach wie möglich sehen, nur nicht einfacher.“

Vielleicht brauchen wir gerade bei Krebs, der ja häufig auf dem Boden chronischer Entzündungen entsteht, (zumindest vorübergehend bis zur Überwindung der Erkrankung) viele Radikale und müssen wie bei Infektionen, die vom Körper teilweise durch den Einsatz hochtoxischer Oxidantien (gespeichert in und freigesetzt aus Abwehrzellen) des Organismus gegen bakterielle und weitere Eindringlinge beendet werden, den Teufel mit dem Beelzebub austreiben.

Halten Sie die Balance

Wie meist in der Biologie läuft die am besten mit Gesundheit und Leben vereinbare Variante auf eine Balance pro- und antiinflammatorischer (entzündungsfördernd und -hemmend) Faktoren hinaus.

Unser Körper ist seit Jahrmillionen adaptiert an die Zufuhr von sekundären Pflanzeninhaltsstoffen, die in normalen Dosen eine gewisse antioxidative Potenz haben, ohne zu viele Radikale zu beseitigen. Bei vermehrtem Entstehen von Radikalen (Infektionen, körperliche, seelische Belastung, UV-Strahlung, Verdauung etc.) werden proportional mehr Radikale abgefangen. Es findet also ein automatischer Ausgleich im Stoffwechsel statt.
Häufig haben wir auch instinktiv ein erhöhtes Bedürfnis nach Radikalenfängern, wenn wir mehr davon brauchen. Z. B. „schreit“ der Organismus nach sportlicher Höchstleistung nach Früchten, Säften u. a. Quellen von natürlichen Entzündungshemmern und Muskelregenerierern.

Bezweifelt werden kann der Sinn von unphysiologischen hohen Dosen an „Antioxidantien“ wie hohen Dosen Vitamin A, C, E, L-Arginin uvam. Schon die Gabe hoher Dosen isolierten Betacarotens hatte bei Rauchern krebsfördernde Wirkung. Ebenso schadet Vitamin E in Dosen über 400 I.E. bei Patienten mit erhöhtem Gefäßrisiko eher als dass es nutzt („Betakarotin bei Rauchern erhöht Lungenkrebsrisiko“ a-t 2003; 34: 100-2 und „Vitamin E ab 400 IE/d erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen“ (Metaanalyse a-t 2004; 35: 141-2).

Das Geheimnis scheint eine Annäherung an Zusammensetzungen natürlicher Nahrung zu sein. Es nutzen wahrscheinlich eher Cocktails, die den Bedingungen guter, ausgewogener, abwechslungsreicher Nahrung nahe kommen. Also FRISCH, möglichst unter Sauerstoff-Abschluss gepresste Säfte, gut verträgliche Rohkost in verdaubaren, individuell verträglichen Mengen, Obst- und Gemüse-Konzentrate und nach traditionellen Verfahren hergestellte Nahrungsmittel wie Sauerkraut, Trockenfrüchte und andere bewährte haltbare Nahrungsmittel.
Was sich seit Jahrtausenden hält, hat meist Vorteile für das Überleben der Menschen, z. B. auch die milchsaure Gärung.

Ihr

Berthold Musselmann

Quellen/Weitere Informationen

Literatur und Links