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Progesteron: Ein wenig beachtetes weibliches Hormon

Östrogen und Progesteron

Die meisten Menschen werden schon einmal vom Hormon Östrogen gehört haben. Für das weibliche Wohlgefühl ist wesentlich aber auch das Hormon Progesteron verantwortlich.

Von: Martina Coldewey

Weibliche Hormone

Mit Beginn der Pubertät besitzt eine Frau ca. 400.000 Eizellen, ab dem 40sten Lebensjahr nur noch ca. 17.000 Eizellen. Ab ungefähr dem 30sten Lebensjahr entsteht häufig ein leichter Progesteronmangel (Progesteron, ist das Gelbkörperhormon der zweiten Zyklushälfte). Ab dem 40sten Lebensjahr folgt dann häufig auch ein leichter Östrogenmangel. Bei allen Alterungsvorgängen spielen die Hormone eine wichtige Rolle.

Die beiden Haupthormone für den weiblichen Zyklus sind das Östrogen und das bisher weniger bekannte Progesteron, das Gelbkörperhormon.

Für das weibliche Wohlgefühl ist das Gleichgewicht von Östrogen und Progesteron wichtig

In der ersten Zyklushälfte ist das Östrogen hoch, in der zweiten Zyklushälfte steigt dann das Progesteron. Wenn keine Schwangerschaft stattfindet, sinken die Blutspiegel beider Hormone wieder und es kommt zur Menstruation. Die Schleimhaut der Gebärmutter wird wieder abgebaut und ausgeschieden.

Für das weibliche Wohlgefühl ist das Gleichgewicht von Östrogen und Progesteron wichtig. Die meisten Probleme gehen auf einen Östrogenüberschuss und einen Progesteronmangel zurück. Östrogen regt das Zellwachstum an, vermehrt das Fettgewebe und fördert die Einlagerung von Salz und Flüssigkeiten im Gewebe usw. Ist das hormonelle Gleichgewicht durch einen Mangel an Progesteron nicht mehr gegeben, kann es zu Störungen kommen.

Der Progesteronspiegel kann über Blut- und Speicheltests bestimmt werden, wobei der Speicheltest aus meiner persönlichen Sicht am zuverlässigsten ist. Progesteron wird im Körper aus Cholesterin synthetisiert über das Hormon Pregnenolon. Progesteron kann in Kortikosteroide und Testosteron umgewandelt werden.

Die Rezeptoren für das Progesteron finden sich auf den Zellen sehr vieler Körpergewebe von Gehirn, Myelinscheiden der peripheren Nerven und Knochen, der Gebärmutter, des Gebärmutterhalses und der Scheide und können somit viele Körperfunktionen und -systeme beeinflussen. Auswirkungen können sich zeigen bei der Körpertemperatur, der Stressverarbeitung, in Störungen des Immunsystems, in der körpereigenen Energieproduktion und im Fettstoffwechsel. Progesteron beeinflusst auch andere Hormone und hat eher eine allgemein regulierende Wirkung.

Das natürliche Progesteron ist zu unterscheiden von synthetisch verändertem Progestron-Hormon wie es z. B. als Gestagen oder in Form anderer Progestiva in der Pille oder als Hormonersatz vorkommt.

Progesteron durch pflanzliche Mittel ausgleichen

Verträgliches und natürliches Progesteron wird zumeist aus Diosgenin (wirkt durch Steroidsaponine) hergestellt. Dieses findet sich hauptsächlich in der wilden Yamswurzel (Dioscorea mexicana/Dioscorea villosa) aber auch in anderen Pflanzen wie in der roten mexikanischen Süß-Kartoffel, dem Mönchspfeffer und in geringeren Mengen auch in Schafgarbe und Frauenmantel.

Es gibt die Yamswurzel auch noch als Dioscorea batatas in vielen Ländern Afrikas und Lateinamerikas wo sie als Grundnahrungsmittel eher Kartoffelähnlich verwendet wird. Diese Sorte enthält nur sehr wenig Diosgenin, ist aber teilweise auch bei uns in Asia-Läden erhältlich.

Diosgenin wird im Labor in einem mehrstufigen Prozess in Progesteron umgewandelt. Der menschliche Körper kann diesen Vorgang nicht kopieren und Diosgenin aus der Yamswurzel nicht direkt in natürliches Progesteron umwandeln, daher ist eine labortechnische Mikronisierung notwendig. Aus diesem Grund sollte man/Frau bei der Produktwahl darauf achten, dass sie wirklich natürliches „mikronisiertes “ Progesteron enthält, was für den Körper besser bioverfügbar ist. Die Yamswurzel selbst, in nicht mikronisierter Form, z. B. als Creme oder Gel hat sowohl phytoöstrogene Eigenschaften wie eine progestogene Wirkung und kann deshalb die Hormone ins Gleichgewicht bringen.

Ich habe in der Praxis die Erfahrung gemacht, dass natürliches Progesteron am besten durch Cremes aufgenommen wird. Das Progesteron dringt über die Haut zuerst ins Fettgewebe, von wo es dann langsam über das Blut abgegeben wird. Dies hat auch den Vorteil, dass nicht wie bei oraler Einnahme über die Leber bereits wieder eine teilweise Umwandlung erfolgt.

Wie und wo bekommt Frau nun natürliches Progesteron? Natürliches mikronisiertes Progesteron ist in Deutschland verschreibungspflichtig und daher auf legalem Weg nur über Frauen- oder Hausärzte per Rezept erhältlich. Bevor Sie einfach aus dem Ausland bestellen, lassen Sie sich in einer naturheilkundlich arbeitenden Praxis (Heilpraktiker oder Arzt) beraten und ggf. dann durch einen Arzt/Ärztin lieber ein Rezept für natürliche Progesteron-Creme (1,6 % oder 3 %) ausstellen.

Wenn Sie mehr über die Wirkung des Progesterons wissen wollen, suchen Sie im Internet beispielsweise nach Dr. John R. Lee und seiner Progesteronforschung.