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Wege der Heilung: Methoden der Komplementärmedizin

Homöopathische Arzneiflasche mit Globuli auf Holztisch.

Methoden der Komplementärmedizin und Fazit

Lesen Sie in diesem letzten Teil der "Wege der Heilung", was Hausärzte zur Wirkungsweise der Methoden der Komplementärmedizin meinen.

Von: Berthold Musselmann

Methoden der Komplementärmedizin

Freundlichkeit, Empathie und Wertschätzung sind eine Grundvoraussetzung für die Schaffung einer vertrauensvollen Arzt-Patient-Beziehung und damit indirekt auch entscheidend für einen positiven Heilungsprozess. Die persönliche Überzeugtheit des Arztes, die Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft, seine Authentizität zählen ganz besonders für den Glauben der Patienten an ihre Gesundung und damit für die Wirksamkeit der ärztlichen Bemühungen.

Weitere Meinungen zur Wirkungsweise komplementärmedizinischer Verfahren lesen Sie im Folgenden. Oft scheint die Kombination mehrerer Methoden für den Erfolg verantwortlich zu sein.

Wirkungsweise komplementärmedizinischer Verfahren

Neben patientenseitigen-, arztseitigen und Beziehungsfaktoren werden Wirkfaktoren diskutiert, die den angewandten Methoden bzw. den Grundsätzen von Komplementärmedizin (KM) an sich zuzuschreiben sind. Hierbei kann beobachtet werden, dass sich die teilnehmenden Ärzte mit einer Antwort auf die Frage, was eigentlich heilend wirke im therapeutischen Prozess, sichtlich schwer tun. Als Begründung wird genannt, dass es sich um eine Frage handle, die man sich im Alltag nicht oft stelle. Hier gehe man eher intuitiv vor:

„Ich mache, was ich denke, wo ich mich ein bisschen auskenne und wo ich bei dem, der vor mir sitzt, was bewirken kann. Ob ich den jetzt „einrenke“ oder ein Phytotherapeutikum aufschreibe oder ihm sage: Du musst dich vielleicht mit deiner Frau unterhalten und dann geht’s wieder besser. Ich gucke mir an, was ich brauchen kann und wenn ich da was finden kann, dann mach´ ich das.“ (4:63)

Wichtige Faktoren, die sich in allen KM-Therapieansätzen wiederfänden, seien die Grundprinzipien der Ordnungstherapie und die Tatsache, dass in der KM oft auf Medikamente verzichtet werde. KM wirke durch die Kombination vieler einzeln schwach wirkender, in der Summe aber stark wirkender Maßnahmen. Insgesamt seien in einer solchen multimodalen Therapien die Nebenwirkungen deutlich geringer:

„…das ist natürlich eine komplexe Maßnahme…FastenBewegungstherapieErnährungBalneologie und alles. Aber gerade die Kombination von diesen vielen Methoden, die einzelne mag ja nur schwach sein, aber die Kombi, wenn man auf diesem Klavier spielen kann, kann irre wirksam sein….auch bei ausgebrannten Leuten.“ (4:170)

Die Mehrheit der Fokusgruppenteilnehmer ist der Meinung, dass der Therapieerfolg bei KM (aber auch in der konventionellen Medizin) in hohem Maße vom Behandler bzw. vom Gesamtsetting der Behandlung abhängig sei, weniger von der verwendeten KM-Methode. Hierbei sei ein wichtiger Punkt die Zuwendung, die der Arzt dem Patienten in sehr vielen verschiedenen Formen schenke. Außerdem sei das Erkennen geeigneter Patienten für bestimmte KM-Maßnahmen entscheidend.

Übereinstimmende Meinung in den Diskussionsrunden ist, dass es im KM-Bereich unterschiedliche therapeutische Wege gebe, die zu vergleichbaren Ergebnissen führen können. Hierbei werde als gemeinsamer Wirkmechanismus der verschiedenen KM-Therapien der therapeutische Ansatz gesehen, die Fähigkeit des Organismus zur Selbstregulation zu fördern, statt von außen (z. B. durch Medikamente) zu unterdrücken. Fokusgruppenteilnehmer aus dem Bereich der Homöopathie kommentieren in diesem Zusammenhang, dass die Homöopathie unter Umständen weniger pharmakologisch wirke als durch eine allgemeine Erhöhung des Kohärenzgefühls über positive Suggestion und eine Beeinflussung der Einstellung zum Körper:

„Und ich merke, ich bestelle mir die Patienten bei der Erstanamnese zweimal ein, arbeite zwischendurch das homöopathische Mittel aus und merke, schon bevor ich ein Mittel gegeben habe, hat ein Heilungsprozess eingesetzt. Das heißt, ich bin selber eigentlich nur ein Helfer, kann ich zusammenfassend sagen, der Wege zur Heilung aufzeigt… Da findet schon ein Stück Heilung statt, ohne dass ich ihm ein Mittel gegeben habe. Das ist schon der erste Ansatz und Homöopathie, homöopathische Mittel setzen das fort. Und ich sehe mich eben auch durchaus als Mittler darin, als Spiegel für den Patienten. Das ist schon... Das ist wirklich ein Grenzbereich. Homöopathie Richtung Psychotherapie. Da ist eine absolute Verbindung da.“ (5:2366).

Häufig erwähnt, jedoch ohne klare Erklärung, wird „das Energetische“. Es wird umschrieben als „heilbringende“ Atmosphäre zwischen Arzt und Patient, die in Bezug auf die eingesetzte KM-Methode aber auch in Bezug auf den individuellen Patienten sehr unterschiedlich wirken könne.

Fazit:

Aus Sicht von Hausärzten ist der diagnostisch-therapeutische Prozess in der Komplementärmedizin komplex, zyklisch und weniger von der angewendeten KM-Methode als sehr stark von methodenunabhängigen Faktoren geprägt. Wichtig sind der Kontext der Heilung, Rituale, nur schwierig beschreibbare Faktoren wie „Energetisches“, „Vertrauen“, „Passung“.

Vier Hauptebenen wurden identifiziert, die beim Einsatz von KM im hausärztlichen Setting eine wesentliche Rolle spielen: patientenseitige Faktoren, arztseitige Faktoren, Beziehungsfaktoren und methodenübergreifende Faktoren, welche alle intensiv miteinander verflochten sind.

Unter dieser Vorstellung wird KM in der hausärztlichen Praxis breit eingesetzt, wobei genügend Zeit mit und für den Patienten und eine vertrauensvolle Arzt-Patient-Beziehung Grundvoraussetzungen für eine schrittweise Annäherung sind.

Durch zunehmende Ökonomisierung der Medizin besteht die Gefahr, dass KM prozessualisiert wird, d.h. in Einzelteile zerlegt und von der Arzt-Patient-Beziehung entkoppelt wird, was die Wirksamkeit in der alltäglichen Versorgungspraxis gefährden kann.

Wir müssen also weiter für den Erhalt der persönlichen Arzt-Patient-Beziehung kämpfen, gegen Großkomplexe und „Zentren“ in der Medizin vorgehen und vor allem die guten Elemente der Naturheilverfahren in die Medizin integrieren, um Nebenwirkungen und Kosten zu senken und die Wirkung und Akzeptanz der Medizin bei den Patienten zu verbessern.

Ihr

Berthold Musselmann

Quellen/Weitere Informationen

Literatur und Links